Großeinsatz

Polizei gibt den Freiburger Hauptbahnhof nach zweieinhalb Stunden wieder frei

Peter Disch & Uwe Mauch

Der verdächtige Gegenstand war nur ein herrenloser Koffer. Doch er hat dafür gesorgt, dass der Hauptbahnhof am Freitagvormittag mehr als zwei Stunden lahmgelegt war.

Seit 9.45 Uhr am Freitag hatte der ICE 76 aus Zürich Richtung Hamburg-Altona auf Gleis 1 des Freiburger Hauptbahnhofs gestanden. Grund dafür sei die "Überprüfung eines Gegenstands", wie Katharina Keßler, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein, auf BZ-Anfrage mitteilte. Es handelte sich um einen Koffer.


Der Einsatz der Polizei begann um 10.20 Uhr. Ein Sprengstoffhund wurde angefordert. Um 12.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. In dem Koffer befand sich Kleidung. Der Besitzer sei noch nicht bekannt, sagte Sprecherin Keßler. Dass die Überprüfung einige Zeit in Anspruch nahm, habe auch daran gelegen, dass der Diensthundeführer heute eigentlich frei hatte, sagte Katharina Keßler.

Aus Sicherheitsgründen waren die Haupthalle des Bahnhofs, in der die Sirenen ausdauernd heulten, sowie das Untergeschoss geräumt worden. Außerdem wurde der Bahnsteig an den Gleisen 2 und 3 abgeriegelt, später sogar bis einschließlich Gleis 7.

Die Bahn-App meldete, dass der ICE 76 ausfällt. Mehr als 100 Fahrgäste standen rings um den Busbahnhof, 150 rund um den Haupteingang, vor dem Polizisten postiert waren, weitere 100 auf der Stadtbahnbrücke. Viele schauten in ihre Handys, um sich über die Möglichkeiten ihres Weiterkommens zu informieren. Eine Empfehlung habe gelautet, mit der S-Bahn nach Denzlingen zu fahren, wo die ICE ersatzweise hielten. Allerdings führte der Vorfall auch dazu, dass der Nahverkehr unterbrochen war. Die gestrandeten Fahrgäste kritisierten nicht die Sicherheitsvorkehrungen, aber die mangelhafte Kommunikation.