Freiburg / Kreis Lörrach

Polizei beendet illegale Technopartys in Südbaden

Joachim Röderer

In der Nacht zum Sonntag haben rund 300 Technofans eine Party in einem Waldstück bei Freiburg gefeiert – mit professioneller Anlage und Bühne. Auch im Kreis Lörrach schritt die Polizei gegen solche Events ein.

Mehrere Anruferinnen und Anrufer aus dem Rieselfeld, aber auch aus Umkirch hatten sich in der Nacht zum Sonntag bei der Polizei gemeldet – und berichteten von Ruhestörung durch laute Musik aus dem weiträumigen Bereich Mundenhof. Das berichtet das Freiburger Polizeipräsidium in einer Pressemitteilung.

Die Polizei machte sich auf die Ursache nach der Lärmquelle und wurde fündig: Die Party stieg den Angaben zufolge weit weg vom Schuss auf einer Fläche nahe an der Autobahn beim Regenrückhaltebecken Dietenbach – direkt an der Freiburger Gemarkungsgrenze. Das Betonbauwerk, das Umkirch und Gottenheim vor Hochwasser schützt, ist zu sehen, wenn man aus Richtung Süden kommend an der Ausfahrt Mitte von der Autobahn abfährt.

Leistungsfähige Musikanlage im Einsatz

Bei der ersten Überprüfung stellten sich die Polizeibeamten auch fest, dass es sich um eine größere Veranstaltung mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer handelte – mit einer aufgebauten Bühne und einer offensichtlich leistungsfähigen Musikanlage.

Unterstützt durch angeforderte Einsatzkräfte der Bundespolizei und der Bereitschaftspolizei wurde laut Polizeibericht die Veranstaltung beendet und den Besuchern Platzverbote ausgesprochen. "Der Besitzer der Anlage hat sich kooperativ gezeigt und auch gleich abgebaut", berichtet Polizeisprecher Michael Schorr. Verstöße gegen geltende Corona-Regelungen habe es jedoch nicht gegeben.

Hängematten aufgespannt

Im angrenzenden Wald seien bereits Übernachtungsplätze eingerichtet gewesen – etwa durch aufgespannte Hängematten. Anrufer meldeten in jener Nacht auch Radfahrer auf der A5. Die Polizei schließt einen Zusammenhang zur Raveparty nicht aus.

In den Sommermonaten finden in Südbaden immer wieder nichtangemeldete Partys unter freiem Himmel oder in verlassenen Gebäuden statt. Sie werden von jungen Menschen veranstaltet, die sich dazu in sozialen Netzwerken oder über Messenger-Dienste verabreden. Ein im Raum Freiburg besonders beliebter Ort in der Vergangenheit war der sogenannte Ravetunnel am Dietenbachpark. Diesen hatte die Stadt Freiburg im Sommer 2019 kurzzeitig gesperrt, was für Aufregung in der Freiburger Musikszene führte.

Am Wochenende ist die Polizei auch im Landkreis Lörrach gegen illegale Technopartys vorgegangen. Zelte und eine professionelle Musikanlage waren schon aufgebaut, als die Polizei am Samstag bei Efringen-Kirchen auf eine illegale Technoparty stieß. Wenig später mussten die Beamten wieder eingreifen: diesmal in einem Waldgebiet bei Maulburg. Die Veranstaltung mit rund 250 Teilnehmern sei schließlich beendet worden, so die Beamten.