Poledancerin Sammy Lee: "Pole ist nicht nur Arschgewackel und Rotlicht"

Sara-Lena Möllenkamp

Im vergangenen Herbst war die Freiburgerin Sammy Lee in der RTL-Show 'Das Supertalent' - und kam bis ins Halbfinale. Ihr Talent: Poledancing. "Pole ist nicht nur Arschgewackel und Rotlicht", sagt die 30-Jährige, die in in ihrem Studio 'PoleArts' in der Rathausgasse Freiburgerinnen und Freiburgern (!) den anstrengenden Tanzsport beibringt. Wie es ihr beim Supertalent ergangen ist, warum ihr Poledancing so gut gefällt - und welchen sexy Sport sie als nächstes unterichten will:



Sammy, wie ist es dir im vergangenen Herbst beim Supertalent ergangen?

Sammy Lee: Ich bin beim Supertalent bis ins Halbfinale gekommen – das war eine gute Erfahrung. Die bauen Dir da genau den Spielplatz, den Du haben willst. Die Übungsbedigungen sind einfach klasse: es gibt eine riesige Bühne, wie man sie sonst nirgends so schnell findet, und es wird Dir jeder Wunsch für deinen Auftritt erfüllt. Natürlich wird man auch vermarktet – aber das ist eben ein notwendiges Übel. Wenn man das so sieht, kann man eigentlich nur gewinnen, und viel mitnehmen.

Was hat sich für dich seitdem verändert?

Ich weiß nicht mehr, warum mich die Leute auf der Straße anschauen – weil sie mich erkennen? Oder einfach weil ihnen irgendwas an mir auffällt? Einfach so? Das ist ein bisschen unheimlich.

Hat sich deine Teilnahme in der Show auch auf Deine Poledance-Schule ausgewirkt?

Angefangen habe ich ganz klein, da habe ich in einem Fitness-Studio zwei oder drei Freundinnen Unterricht gegeben. Irgendwann wollte ich dann ein eigenes Studio, habe sogar innerhalb von drei Tagen einen Raum gefunden und war dann plötzlich zwischen Kind und Karriere. Ich habe zwar sämtliche Fitnesstrainer-Lizenzen, die man so haben kann, aber von Unternehmensführung hatte ich keine Ahnung. Am Anfang konnte ich dann gerade so meine Miete bezahlen. Inzwischen läuft es gut – gerade gibt es super viele neue Anmeldungen.

Wieso eigentlich ausgerechnet Poledancing  – warum nicht Ballett oder Fußball?

Als Kind habe ich Ballett gemacht und war im Kunstturnen. Heute, mit 30, kann ich aber viele Dinge besser als damals. Ich habe zwischenzeitlich als Fitnesstrainerin gearbeitet und war auf der Freiburger Schauspielschule. Da bekam ich dann noch vor meinem Abschluss ein Engagement bei einem Torneetheater.

Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass mein Ausdrucksmittel einfach mehr mein Körper, der Tanz ist. Eine Freundin hat mir einen Pole-Kurs geschenkt und mich dorthin mitgenommen – so fing es an.

Das Supertalent ist vorbei – hast Du momentan neben Deinem Studio noch andere Projekte?

Ja. Zum einen habe ich Anfragen von verschiedenen Künstleragenturen, und zum anderen fange nochmal eine neue Ausbildung an: Aerial Dance; da gibt es eine ziemlich exklusive Lehrerin in München. Ich würde gerne einen neuen Raum anmieten und mit Hammocks arbeiten – das sind hängemattenartige Tücher, mit denen man tolle Sachen machen kann. That's the plan!



Glaubst Du, dass Pole nur ein vorübergehender Trend ist, oder hat der Sport Zukunft?

Wir sind in Deutschland immer noch nicht mutig genug. Das Requsit Pole kann man noch viel besser und ganz anders nutzen. Ich habe mir Shows in Las Vegas und beim Cirque du Soleil angeschaut: Pole ist nicht nur Arschgewackel und Rotlicht, ich kann dabei ja alles sein. Ich habe noch so viele Ideen – irgendwie fühle ich mich immer noch ganz am Anfang. Gerade habe ich angefangen, Äquilibristik zu machen. Da arbeitet man ja auch mit anderen Requisiten als der Pole, aber da gibt es spannende Verbindungen.

Hast Du auch Hobbys, die nichts mit Pole zu tun haben?

Ja, aber meine Hobbys haben alle irgendwie mit Bewegung zu tun. Ich komme gerade von meinem ersten Skiurlaub und werde sicher wieder Skifahren gehen. Außerdem mache ich Bodybuilding. Mein Sohn geht sehr gerne schwimmen – ich eigentlich weniger, trotzdem trifft man uns oft im Schwimmbad. Und Extrem-Shoppen gehe ich auch gerne.

Hast Du einen Rat für Neugierige, die sich gerne an die Stange trauen würden?

In dem Studio, das man sich aussucht, sollte man unbedingt die Randbedigungen checken. Welche Ausbildung haben die Trainer? Wie gut kennen sie sich mit Fitness, Tanz, dem Körper und auch in erster Hilfe aus? Ganz ungefährlich ist es ja nicht! Aber prinzipiell kann sich jeder an die Stange trauen. Auch Männer. Wir haben jetzt auch die ersten Männer bei uns im Studio. Eigentlich muss sich keiner falsch fühlen!

fudder-Video: Pole ist nicht nur Arschgewackel und Rotlicht

Quelle: Vimeo


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