Filmprojekt

Playmobilfiguren spielen 900 Jahre Freiburger Stadtgeschichte nach

Maya Schulz

Wusstet ihr, dass die Idee zum Bächle schon 1175 vorgeschlagen wurde? Und dass die erste Studentin Deutschlands an der Uni Freiburg studierte? In "900: Der Film" von Gottfried Haufe gibt’s historische Fakten rund um die Stadt Freiburg.

Bei allem, was Freiburg zu bieten hat, ist es beinahe unmöglich, nicht früher oder später auf Gottfried Haufe (30) zu stoßen. Der gebürtige Greifswalder arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter, freiberuflicher Kulturmanager und Moderator und hat im Dezember 2020 sogar sein erstes Buch "Auf sie mit Gedöns!" veröffentlicht. Haufe studierte Englisch und Geschichte auf Lehramt, doch ein Haufen vielfältiger Ideen trieb ihn während seiner Studienzeit in Freiburg zum Uniradio, wo er seine Begeisterung für kreative Arbeit neu entdeckte.

Seitdem stellt er vielseitige Projekte auf die Beine, nicht zuletzt die Märchen-CD "Schön gesagt". "900 Jahre Freiburg. Stadtjubiläum ausgerechnet im Jahr 2020. Ärgerlich.", dachte sich Haufe und entwickelte die Idee für "900: Die Serie".

Was zunächst als "Idee aus Notwehr" gegen einen langen, grauen Lockdown-Januar entstanden und nur für sich selbst und Freunde gedacht war, ist zu einem Onetake-Film auf Youtube geworden. In "900: Der Film" fasst Haufe die Hoch- und Tiefpunkte der Freiburger Stadtgeschichte zusammen. Als Schauspieler dienen nicht etwa echte Menschen, sondern von Haufe auf Ebay-Kleinanzeigen erstandene Playmobilfiguren. Auf die Idee, im Januar etwas Kreatives zu basteln, war Haufe durch Ikea-Versandmaterial gekommen, das er kreativ verwerten wollte.

Wer genau hinschaut, entdeckt das Versandmaterial auch im Film als Mauern, Bächle oder Regenbogen-Haus. Zu Beginn der Planung strebte Haufe einen etwa 10-minütigen Film an, aus überraschend umfangreichen 25 Seiten Skript ist dann aber doch ein etwa 43-minütiger Film geworden, der zunächst in einzelnen Episoden veröffentlicht wurde, inzwischen aber als ganzer Film auf Youtube zu sehen ist.



Insgesamt stecken in dem Film-Projekt etwa 100 Stunden Arbeitszeit, schließlich musste das Skript geschrieben, die 21 Figuren besorgt und die Kulisse der 30 verschiedenen Settings gestaltet werden. Nach bestem Wissen und Gewissen hat Haufe die historischen Fakten anhand der Quellen zusammengetragen, auf die er auch am Ende des Films verweist. Eine tragende Rolle spielte dabei die Jubiläums-Ausgabe des Freiburger Amtsblatts vom Dezember 2020, in dem die historischen Fakten der Stadtgeschichte zusammengefasst wurden.
Was seine kreative Arbeit anbelangt, so arbeitet Haufe nach dem Konzept "bouncing around with ideas." Auch bei der Entstehung von "900: Der Film" hat die Freude an der Kreativität die größte Rolle gespielt. "Ich würde mir wünschen, dass man aus diesem Projekt mitnehmen kann, wie toll es ist, spontanen kreativen Einfällen zu folgen", so Haufe. "Es ist wichtig, sich nicht durch zu hohe Erwartungen an sich selbst oder an das Endergebnis blockieren zu lassen und außerdem das Hemmnis abzulegen, Dinge zu formulieren, obwohl sie vielleicht noch nicht ganz ausgereift oder nur eine Spielerei sind, denn man hat nichts zu verlieren."

Die meisten seiner Projekte sind, wie auch die Märchen-CD von 2020, "aus der Hüfte geschossen". "Wenn wir alle häufiger auf unsere spontane Kreativität hören und weniger daran denken würden, was wir damit verdienen könnten oder ob jemand es schon mal besser gemacht hat, dann würde es eine viel größere Bandbreite kleinerer kreativer Projekte geben", so Haufes Botschaft.
Wer Gottfried Haufe und seine kreativen Projekte unterstützen möchte, kann dies tun über:
Paypal: info@gottfried-haufe.com
Oder: DE84120300001031024522 (DKB)

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