Neueröffnung

Pinsamania: Die etwas andere Pizza gibt es jetzt in Freiburg

David Pister

Mit der Pinsamania in Freiburgs Innenstadt hat Inhaber Rojeh Meskochian sein zweites italienischen Take-Away-Geschäft eröffnet. Sein Konzept: "Pizza war gestern, heute isst man Pinsa!"

Unscheinbar wirkt der neue Take-Away-Laden in der Kaiser-Joseph-Straße. Die orangen Großbuchstaben: PINSAMANIA, die über dem Geschäft prangen, verkünden aber unmissverständlich, dass es etwas Neues zu entdecken gibt. Der 44-jährige Inhaber Rojeh Meskochian hat dieses Jahr im Mai schon in Bad Krozingen einen Laden eröffnet. Seit dem 6. Oktober kann man die Pinsaria von Rojeh Meskochian auch in Freiburgs Innenstadt finden und eine der knusprigen Pinsen verspeisen.
Eine Pinsa – was ist das überhaupt?

Auf der Speisekarte

"Pizza war gestern, heute isst man Pinsa" – das ist das Motto von Pinsamania. Auf der Speisekarte finden sich folglich hauptsächlich Pinsen. Der Teig einer Pinsa besteht aus dem verschiedenen Mehl von Weizen, Soja und Reis, außerdem aus Sauerteig und Hefe. Die daraus entstehende Masse geht für 72 Stunden, dadurch wird die Pinsa luftiger und auch leichter verträglich als ihre nahe Verwandte.
Alle Pinsen werden frisch zubereitet und vor dem Herausgeben erwärmt. "Die schmecken dann wie gerade gebacken", sagt Besitzer Rojeh Meskochian stolz. "Büffelmozzarella, Salami, italienischer Thunfisch oder Schinken kommen auf die Pinsa. Wir verwenden ausschließlich original italienische Produkte"

Neben typischen Pizzabelägen sind auch experimentellere Versionen geplant – etwa eine Pinsa à la Indien, mit typischen Gewürzen oder aber eine Dessert-Pinsa, die mit Nutella und Bananen belegt wird. In Bad Krozingen führt Rojeh Meskochian zusätzlich ein Eiscafé. Bald wird es deshalb auch in der Freiburger Pinsamania das Eis aus eigener Produktion in Bechern zu kaufen geben.

Auf der Speisekarte entdeckt man außerdem viele vegetarische und sogar vegane Produkte. "Man passt sich an die Essgewohnheiten der Menschen in Freiburg an." Allerdings verzichtet der 44-Jährige auf Fleischalternativen wie Soja oder Seitan, sondern belegt die Gemüse-Pinsen mit frischen Zutaten – Auberginen, Zuchini, Karotten oder Oliven.

Der Topseller sei die Pinsa mit pikanter Salami: Pinsa Salame. "Thunfisch geht auch immer gut", wirft eine Mitarbeiterin von hinter der Theke ein. Rojeh Meskochian will sein Sortiment Stück für Stück erweitern. Neben den Pinsen bietet er inzwischen auch belegte Panini an. Als nächsten Schritt will er dann Salate mit ins Angebot nehmen.



Der Betreiber

Rojeh Meskochian ist in Deutschland aufgewachsen, kommt aber ursprünglich aus Armenien. Seine Frau Fosca Peterle ist gebürtige Italienerin "Wir lieben italienisches Essen", sagt Rojeh Meskochian "es vermittelt Wärme, Freude und ein Gefühl von Urlaub. Das möchten wir auch hier in Freiburg vermitteln." Schon als Jugendlicher sei er im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen. Und auch jetzt kann er von italienischem Essen nicht genug bekommen. Noch verbringt Rojeh Meskochian jeden Tag in der Filiale in Freiburg, ist aber auf der Suche nach einer Filialleitung.

Das Konzept

Der 44-Jährige bietet mit der Pinsamania einen originellen, qualitativ hochwertigen Take-Away-Service an. Er plant, sein Konzept in verschiedene Städte zu bringen. Freiburg soll der Hauptstandort werden, wo Angestellte ausgebildet und eingearbeitet werden. "Strategisch ist der Platz in Freiburg perfekt." Rojeh Meskochian hat schon einige Städte im Kopf, darunter Emmendingen, Staufen und Umkirch. Trotzdem sei die Pinsamania kein Filialkonzept, sondern ein Take-Away mit persönlicher, moderner Note.

Rojeh Meskochian ist ein Selfmade-Mann. Wer einen Pizzakarton mit dickbäuchigem, schnauzbärtigen Mann, der vor einem Steinofen stolz seine Pizza präsentiert, erwartet hat, der hat weit gefehlt. Der 44-jährige hat seinen eigenen Pizzakarton designt: mit schwarzem Hintergrund und der Silhouette von Freiburg ist die Verpackung viel persönlicher und moderner als die üblichen Kartons.

Die Kundschaft

Sein Kunden kämen aus allen Altersklassen. "Die Resonanz ist extrem positiv. Das könnte auch an meiner intensiven Werbung liegen." Rojeh Meskochian habe eine Abmahnung von der Stadt bekommen, da seine Beleuchtung und die Reklame im Fenster des Geschäfts zu auffällig waren. "Sie sagten, mein Laden sei beleuchtet wie die Messe", sagt der 44-jährige lachend.

Da der Laden schon um 20 Uhr schließt, werden Partygänger und Nachtschwärmer nicht in den Genuss der knusprigen Pinsa kommen. Das ist Rojeh Meskochian aber auch ganz recht so. "Ich biete hochwertige Produkte an und bin nicht zuständig für das Nachtleben."

Das Ambiente

Der Laden ist klein und fällt einem nicht direkt auf den ersten Blick auf. Befindet man sich aber vor der Theke, wird man von einem lächelnden Rojeh Meskochian empfangen, sodass man sich sofort wohl fühlt. "Am Tag muss ich bestimmt 300 Mal erklären, was eine Pinsa ist." Rojeh Meskochian geht auf die Menschen zu, die sich noch unsicher sind. Die meisten, die er probieren lässt, kommen kurze Zeit später, um sich eine ganze Pinsa zu holen. Anfangs trauen sich die meisten nicht, die ausgefallene Pinsen zu probieren und kosten deswegen von der Buffalla-Pinsa – eine Pinsa, die vergleichbar mit der Pizza Margherita ist.

Das Haus, in dem der Laden eingezogen ist, ist denkmalgeschützt. Sofort holt Rojeh Meskochian sein Smartphone heraus und zeigt stolz ein Bild des Hauses von 1950. Damals war das Gebäude ein Kaufhaus. Wegen des Denkmalschutzes darf der Inhaber keine baulichen Veränderungen vornehmen. Zusätzlich zu dem Take-Away will Inhaber Rojeh Meskochian ein Straßencafé eröffnen: Wandtapeten mit alten Bildern von Freiburg sollen die Inneneinrichtung aufwerten.

Adresse

Pinsamania
79098 Freiburg
Kaiser-Joseph-Str. 207

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag
11 bis 20 Uhr

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