Lesung

Odile Kennel und Lea Schneider lesen über Gefühle und gesellschaftliche Normen

Maya Schulz

Bei der zweiten Lesung der Lesereihe Bauschen & Biegen am 24. Juni lesen die Autorinnen Odile Kennel und Lea Schneider aus ihren Essays. Sie drehen sich um Lust, Scham, Gefühle und Normen. Ausnahmsweise ist kein Experte dabei.

Am Freitag, 24. Juni findet die zweite Lesung des Jahres aus der Lesereihe bauschen&biegen des Vereins samt&sonders statt. Im ArTik lesen die Autorinnen Odile Kennel und Lea Schneider aus ihren Essays LUST und SCHAM (Verlagshaus Berlin 2021).

Poetik und gesellschaftliche Normen im Fokus

In ihren Essays erkunden Odile Kennel und Lea Schneider ihre eigenen Gefühle und gehen der Frage nach, wie diese mit gesellschaftlichen Normen zusammenhängen. Sie stellen Verbindungen her zwischen Körper und Text, zwischen Lust und Scham, zwischen Sex und Schreiben und reflektieren damit auch ihre eigene poetische Arbeit. Dadurch sind sie nicht nur als Autorinnen zu Gast, sondern werden – in Lea Schneiders Worten – auch zu "Expertinnen für Scham, für die lähmende Angst davor, verletzbar zu werden." In dieser Ausgabe von bauschen&biegen ist daher keine weitere Expertin und kein weiterer Experte zu Gast wie sonst üblich, sondern die beiden Autorinnen sprechen miteinander über ihre essayistischen und lyrischen Texte. Gemeinsam mit Moderatorin Clara Kopfermann kommen sie im Anschluss an die Lesung ins Gespräch über (weibliche und queere) Lust und Scham, über verschiedene (Körper-)Sprachen und über radikale Verletzbarkeit als poetischen und gesellschaftlichen Gegenentwurf.

Beide Autorinnen sind preisgekrönt

Odile Kennel, Jahrgang 1967, hat Kultur- und Politikwissenschaften sowie Kulturmanagement studiert und arbeitet als Lyrikerin, Romanautorin und Übersetzerin in Berlin. Sie schreibt auf Deutsch und auf Französisch und nutzt gerne weitere Sprachen in ihren Texten. Kennel wurde bereits mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet und 2016 von der Autorinnenvereinigung zur Autorin des Jahres gewählt.

Lea Schneider, Jahrgang 1989, lebt nach längeren Aufenthalten in China und Taiwan als freie Autorin, Übersetzerin und Kritikerin in Berlin. Ihre literarische Arbeit bewegt sich zwischen Lyrik, Essay und Übersetzung, aber am liebsten vermischt sie alle drei Formen zu etwas Neuem. An der FU Berlin forscht sie zu radikaler Verletzbarkeit als Schreibstrategie in der Gegenwartsliteratur. Für ihre Werke erhielt sie u.a. den Dresdner Lyrikpreis und den Kunstpreis Berlin.
Was? Lesung von Odile Kennel und Lea Schneider aus ihren Essays LUST und SCHAM mit anschließendem Gespräch mit Clara Kopfermann
Wann? Am Freitag dem 24. Juni 2022, 19:30 Uhr
Wo? Im ZeitRaum des ArTik
Eintritt: 5€