Jubiläumsjahr

OB Horn skizziert sein Wunsch-Freiburg beim Neujahrsempfang

Joachim Röderer

Ein Abend ganz im Zeichen der 900-Jahr-Feier: Rund 2500 Gäste waren Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Stadt in der Sick-Arena mit dabei.

Die Stadt befindet sich im Jubiläumsmodus – und so gab es erstmals einen XXL-Neujahrsempfang mit 2500 Gästen. Und erstmals auch eine dreigeteilte Rede des Oberbürgermeisters. Er widmete sich dem Gestern, Heute und Morgen. Martin Horn forderte von den Anwesenden, sich einzumischen, an einer übergeordneten Vision für Freiburg mitzuarbeiten.




Bürgernah, zukunftsorientiert, sozial, fair, weltoffen und europäisch – so skizzierte der Oberbürgermeister sein Wunsch-Freiburg. Er appellierte an seine Zuhörer, das Jubiläumsjahr zu nutzen, um über die Zukunft nachzudenken, zu diskutieren und die richtigen Weichen zu stellen. Zentrales Motiv sei eine starke Gemeinschaft "Für gute Lösungen brauchen wir nicht nur fähige Politikerinnen und Politiker, sondern immer auch Sie und Ihre konstruktiven und kritischen Stimmen", sagte Horn zu den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Das Münster als Symbol für die Arbeit am Gemeinwesen

An mehreren Stellen in seiner Rede blickte er zurück auf den Bau des Münsters – damit verknüpfte er auch seine Freiburg-Vision: Weit mehr als 300 Jahre lang hätten mehrere Generationen jeweils an nur einer Bauphase gearbeitet, ohne je das fertige Bauwerk zu sehen. Dennoch sei die Vision einer fertigen, einer beeindruckenden Kirche für alle immer klar vor ihren Augen gewesen: "Das war die Motivation für die Menschen, an unserem Münster zu bauen", so Horn. Freiburg solle im Jubiläumsjahr deshalb das große Ganze – mit dem Münster als Vorbild – noch mehr in den Blick nehmen. Das Münster sei für ihn, so Horn, ein Symbol dafür, was man erreichen könne, wenn man sich einige und zusammen anpacke. Und ein Symbol dafür, dass die Arbeit an der Stadt, am Gemeinwesen niemals abgeschlossen sei.

Das Freiburger Münster stehe sinnbildlich für einen Zusammenhalt und Bürgersinn, wie ihn sich der Oberbürgermeister auch für das Jubiläumsjahr wünscht. Zum 900. Geburtstag wolle Freiburg durch viele Projekte auch zurückblicken – sowohl auf die goldenen als auch auf die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte.

Gestern, Heute, Morgen – unter dieser Überschrift stand auch das spektakuläre Bühnenprogramm in der Sick-Arena, das unter der Regie des Theaters Panoptikum entstanden war. Profis und Amateure tanzten und spielten sich gleichsam durch die Freiburger Jahrhunderte. Auf die Bühne projiziert wurden dabei alte, vergangene, aber auch neue Stadtgebäude und Ansichten, die zunächst schwebend ihren Platz fanden. Ins Bild fügten sich auch Schauspieler, Akrobaten, Beat Boxer und die Dance Academy der Tanzschule Gutmann ein. Im Schlussbild Zukunft tauchte dann schon der neue Stadtteil Dietenbach auf.

Horn steht zur Partnerschaft mit Isfahan

Martin Horn bekannte sich in seiner Rede zu Freiburger Weltoffenheit – und zu den Städtepartnerschaften, gerade auch in Zeiten internationaler Konflikte. Horn plädierte auch für eine Fortsetzung der Partnerschaft mit der iranischen Stadt Isfahan. Er habe mit dem Außenministerium in Berlin telefoniert. Dort habe man ihm empfohlen, die Verbindung mit Isfahan nicht aufzugeben, sondern sogar zu intensivieren. Denn gerade in Zeiten, in denen Staaten nur noch übereinander statt miteinander sprächen, sei eine solche Verbindung von großer Bedeutung.

Den lautesten Beifall bekam OB Martin Horn im übrigen an der Stelle, als er das "Geburtstagsgeschenk aus Frankreich" erwähnte: die Abschaltung von Fessenheim. Er sagte zu, dass Freiburg die Nachbarn bei den Herausforderungen des Strukturwandels unterstützen werde.