Nightlife-Guru: Tagtraum-Festival in Achern 2013

Nightlife-Guru

Nach dem erfolgreichen Debüt im vergangenen Sommer in Offenburg und einer Verschiebung um eine Woche wegen schlechten Wetters, ging am Samstag das Tagtraum-Festival in Achern in die zweite Runde. Sommer, Sonne, Strand und mehr: Lexy und K-Paul, Monkey Safari, Extrawelt, Sascha Braemer und weitere Stars und Sternchen der elektronischen Musikszene waren angekündigt. Wie's unserem Nightlife-Guru gefallen hat:





Die Anreise

Ein Shuttlebus bringt mich am Samstag zum Tagtraumfestival nach Achern, einem Nest zwischen Offenburg und Baden-Baden, das zwischen Stadt und Autobahn einen kleinen, feinen Badesee eingelassen hat. Der Rave ruft! Runter von der Autobahn purzeln die Raver aus dem Bus, alle bereits in euphorischer Vorfreude auf die kommenden zwölf Stunden zwischen Bassbrettern und Bikini-Beautys.

Die Jungs an der Tür

....haben sich Verstärkung von der örtlichen Polizei geholt. Dabei stellt sich die Frage, wer hier wen kontrolliert - jedenfalls haben die Staatsbediensteten die Arbeit der Sicherheitsleute fest im Blick. Vielleicht machen die Securities deshalb ihren Job besonders gründlich.

Außeneinrichtung und Deko

Das Wetter könnte nicht besser sein, doch was ist das? Ein Großteil der Liegefläche ist mit weißrotem Plastikband abgesperrt, dahinter ertrinken Gras und Bäume in den Hochwasserfluten des Achernsees. Die restlichen Grünflächen sind gut durchgeweicht, bieten aber eine einigermaßen trockene und angenehme Grundlage für ein kurzes Nickerchen in der Mittagssonne. Der wenige Platz füllt sich mit Handtüchern und Menschen. 



Wer war da?

Abiturienten, Azubis, Studenten, Jung- und Altraver aus allen Schichten von beiden Seiten des Rheins. Dazu die üblichen Verdächtigen, bekannt von Sea of Love, Tagtraum 2012 und all den anderen Raves in der Region. Die Leute mit den blauen VIP-Bändchen juckt es wenig, dass der halbe Platz nicht betreten werden kann. Sie sitzen gemütlich hinter der Seebühne im Liegestühlchen, schlürfen Cocktails und interessieren sich wenig für das Gedränge um die Bühnen auf dem Gelände.

Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV

Denn dort feiern DJs und Publikum inzwischen das Leben, die Liebe, die Lust. In der Zeltbühne hat sich der Boden nach kurzer Zeit in ein knöcheltiefes Schlachtfeld für Schlammcatchfetischisten verwandelt. Immer größere Lücken bilden sich unter dem tanzenden Volk. Schuhe, Sonnenbrillen, Hüte versinken in braunem Brei.

Besser ist es vor der Seebühne. Der Sandboden ist das perfekte Fundament für diese Sommerparty, als Sascha Braemers Caje durch die Boxen rauscht. Wenn Frankreich nicht wär', läg' Achern am Meer oder so. Menschen im Wasser, Menschen am Strand - alle tanzen glücklich und zufrieden.



Schade allerdings: Sascha Braemer und Extrawelt legen zeitgleich bereits am Nachmittag auf. Hätte man gut und gerne in die Abendstunden verlegen können.

Im Verlauf des Nachmittags machen sich bei einigen Ravern erste Ausfallerscheinungen bemerkbar. Auch ich brauche Stärkung in Form einer „vegetarischen Chinapfanne“, bestehend aus italienischen Nudeln und Texmex-Gemüse. Im Schatten hinter einem Zelt lasse ich mich nieder, um dieses Festmahl zu genießen. In diesem Moment torkelt ein junger Mann auf mich zu, sichtlich nicht mehr Herr seiner Lage. Er verliert das Gleichgewicht und stürzt über mich hinweg mit dem Kopf voraus in die Rückwand des Zeltes. Sein Glück: Im Zelt sind die Sanitäter untergebracht, die dem jungen Mann sofort zu Hilfe kommen.

Am Abend hat sich die Zeltbühne ziemlich geleert. Vor dem DJ-Zelt im hinteren Teil der Anlage tanzen die Freunde der etwas härteren Gangart zu schnellem Techno während alle anderen vor der Seebühne Lexy und K-Paul erwarten. Die Berliner lassen sich nicht lumpen und ziehen - wie oft genug schon in der Region erlebt - alle Register. Ein gutes Finale für einen perfekten Tag am See. Wer noch nicht genug hat fährt zur Afterparty nach Offenburg.



Aufregerle

Der Regen der letzten Woche hat den See über seine Ufer treten lassen, was zu einer überschwemmten Liegewiese und einer Versumpfung des halben Festivalgeländes inklusive Zeltbühne führte. Dagegen ist nichts zu machen, allerdings hätten die Veranstalter zumindest im Bühnenbereich den Boden mit Rindenmulch oder ähnlichem verstärken können. Bei fast 30°C und strahlendem Sonnenschein wären Gummistiefel das passende Schuhwerk gewesen - das hätte man vorher auch mal kommunizieren können.

Aufheiterle

Das hochgradig ansteckende Tanzfieber der Technogemeinde, deren ekstatische gute Laune einfach niemanden kalt lassen kann. Dazu perfektes Wetter, ein gutes Lineup und eine im großen und ganzen schöne Location - eine gelungene Kombination.

Fazit

Das Gelände könnte größer sein, ganz unabhängig vom Hochwasser - warum nicht das Seehotel Achern beim nächsten Mal in das Konzept integrieren? Ich werde im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen.

Mehr dazu:

   

Foto-Galerie: Paul Gengenbach

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