Party

Nightlife-Guru: SozioSause im Ruefetto

Nightlife-Guru

Der Guru hat sich mal wieder in das Freiburger Nachtleben gestürzt; dieses Mal ging’s zur Sozio-Sause ins Ruefetto. Dort lernte er unter anderem, was es mit der sogenannten Rettichstrafe auf sich hat.

Der erste Eindruck

Gegen 23 Uhr macht sich der Guru mit Freunden – nachdem man sich zuvor in einer ausgewählten Kneipe etwas auf den Abend eingestimmt hatte – auf den Weg ins Ruefetto. Da besagte Kneipe das Atlantik ist, ist der Weg auch nicht allzu weit. Raus aus dem Atlantik, einmal um die Ecke gebogen, wieder durch die Tür, Treppe runter, und schon steht euer Guru an der Kasse für die SozioSause.

Fünf Euro sollen es sein, die die Fachschaft der Soziologie jedem Feierwütigen für die Party abverlangt – mittlerweile ja absoluter Standard für Partys. Man zahlt anständig den erwähnten Preis und begibt sich – wie es sich gehört – zunächst an die Bar. Da der Gin Tonic sich preislich am Eintritt orientiert und sich so als lohnenswerte Geldanlage herausstellt, entscheidet sich der Guru sein restliches Geld gänzlich in diese zu investieren.

In Freiburg trifft man sich immer zwei Mal

An der Theke trifft der Guru dann zu seiner Überraschung eine alte Bekannte, von der er schon fast vergessen hatte, dass es sie noch gibt – in dieser Stadt trifft man sich eben immer zweimal. Nach einem kurzen, aber unterhaltsamen Gespräch verabschiedet sich der Guru, um sich zusammen mit seinen Begleitern mal einen Überblick zu verschaffen.

Die Party teilt sich in drei Bereiche: Schön getrennt voneinander können Raucher und Nichtraucher auf ihrer jeweils eigenen Tanzfläche zu Drum n Bass und Electro ihre Choreomanie ausleben; dazwischen trennt sie nur der Durchgang – der Bereich der Party, der wie so oft der vollste aller Bereiche sein soll. Wer will denn auch nicht am Durchgang stehen? Direkter Zugang zu Garderobe und Toiletten, und der hoffnungsvolle Schimmer auf etwas Frischluft, die beim Eintreffen neuer Partygäste hin und wieder auch ihren Weg ins Ruefetto findet – ein wahrhaftiger Garten Eden.

Drum ’n’ Bass vom Feinsten

Auch der Guru kann der Versuchung nicht widerstehen und findet sich nach kurzer Zeit im Durchgang in ein Gespräch verwickelt. Dort wird ihm von seinem Gesprächspartner die sogenannte "Rettichstrafe" nähergebracht. Eine in Teilen des antiken Griechenlands damals gängige Körperstrafe, bei der dem zu Bestrafenden durch Anwendung von Gewalt eine Rettich-Wurzel tief in seinen… ein zum Glück nicht mehr gängiges Verfahren. Nach kurzer Diskussion über Art und Größe von in Griechenland wachsenden Rettichen, entscheidet sich der Guru für einen Themenwechsel in Form eines Ortswechsels.

Die Tanzfläche im Raucherbereich hat es dem Guru angetan. Nicht nur, dass hier keine so erdrückende Enge wie im zuvor erwähnten Durchgang herrscht – hier läuft gerade zudem noch Drum’ n ’Bass vom Feinsten. Und da der Guru ein heimlicher Liebhaber dieses Musikstils ist, entscheidet er sich für einen Moment zu verweilen, bis ein Bedürfnis ihn dazu zwingt, den überfüllten Durchgang erneut aufzusuchen.

Auf dem Klo um halb zwei

Ganz bis zum Ort des Verlangens kommt der Guru jedoch nicht, da die Schlange vor eben diesem Ort sich als wesentlicher Bestandteil der wachsenden Menge im Durchgang erweist – es heißt also Anstehen. In der Schlange beobachtet der Guru ein Phänomen, dass nur beim Warten in Schlangen auftritt. Gibt es nämlich noch eine zweite Schlange, geht es meist in dieser – nämlich genau dort, wo man selbst nicht ist – immens viel schneller nach vorne. Nach gefühlten fünf Minuten entscheidet sich daher der Guru für einen Spurwechsel.

Freundlich wird der Guru von den Indigenen dieses Stammes empfangen. Die Bevölkerung erweist sich als freundlich und nimmt den Guru herzlich in die eigenen Reihen auf. Nach kurzer Zeit ist es ihm auch erlaubt, ins Allerheiligste zu treten. Dabei gibt es nur eine Regel zu beachten: Sitzen, nicht Stehen! Und da dem Guru die Verständigung zwischen den Völkern ein Anliegen ist, kommt es dank Einhaltung dieser Regel auch zu keinerlei weiteren Komplikationen. Der Abschied fällt herzlich aus und erleichtert geht es weiter in Richtung der Tanzfläche im Nichtraucherbereich.

Der Party-Keller

Hier ist es brechend voll. Aufgrund der Anzahl an Menschen sind die Luftmoleküle wohl woanders hingegangen – was man ihnen nicht verübeln kann. Trotzdem entscheidet sich der Guru hier seine restliche Zeit zu verbringen. Fast ekstatisch bewegt sich die Masse zu den tiefen Klängen elektronischer Tanzmusik, doch euer Guru wird von einem weiteren Phänomen abgehalten, sich ganz dieser Ektase hinzugeben. In einem so überfüllten Raum muss es nämlich immer ein paar Menschen in der Menge geben, die einem die Möglichkeit bieten, sich an ihnen vorbeizudrücken – und diese Funktion übernimmt heute mal der Guru. Egal wo er sich hinbewegt, die Menschen, die an ihm vorbeimüssen, scheinen ihn überall zu finden. Wer ihm diese Funktion zugewiesen hat, weiß er nicht, aber nach kurzer Zeit akzeptiert er das Schicksal und fügt sich diesem.

Tschüss, Schokocroissant
Als die Uhr dann 3 anzeigt, entschließt sich der Guru den Heimweg anzutreten. Nur noch kurz beim Lienhart vorbei für ein Schokocroissant. Was gibt es Besseres, als nachts auf dem Heimweg noch kurz zum Lienhart zu gehen, um dort in nächtlicher Kälte ein warmes, lebensspendendes Croissant zu ergattern? Doch als der Guru vor dem Lienhart steht, wird ihm einmal mehr schmerzhaft bewusst, dass diese glücklichen Zeiten ja mittlerweile leider vorbei sind. Dann eben schnell heim. Im Kühlschrank müssten noch ein paar Maultaschen liegen…

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