Neueröffnung: Oishii Sushi & Grill im ehemaligen Laubfrosch

Alexander Ochs

Lange Jahre war der "Laubfrosch" am Südende der KaJo ein legendärer Italiener, dann gab's türkische Spezialitäten und dann eine Weile nichts. Jetzt hat hier "Oishii" eröffnet, ein japanisches Restaurant mit Schwerpunkt auf Sushi.



Heißt „Laubfrosch auf Japanisch etwa „Oishii“? Das 1899 errichtete, seit 1910 als „Laubfrosch“ bekannte, markante Eckgebäude am unteren Ende der Kajo hat – nach langer Pizzeria-Tradition – in jüngster Zeit eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Kurze Zeit firmierte das Lokal türkisch-kurdisch als „Pasha“ und „Kule“. Doch das ist nun Geschichte. Japanische Küche ist jetzt angesagt. Und zwar mit Hightech-Konzept.

Ambiente

Das Innere ist kaum wiederzuerkennen. Die neue Betreiberin Wei Ren hat das Lokal runderneuert. Nun ergießt sich mehr Licht in den modernen, zeitgemäß loungigen Gastronomiebetrieb. Auf dem Massivholzparkett finden recht viele Tische Platz. Alles ist in Braun- und Beigetönen gehalten. Wenn man reinkommt, befindet sich links – wie früher – die Theke, dahinter die Küche.



In die Schrankwand am hinteren Ende des Restaurants sind zwei Aquarien eingelassen. In der hintersten Ecke thront ein leicht erhöhter VIP-Tisch für vielleicht sechs bis acht Personen. Ein Accessoire fehlt - und zwar mit Absicht: im Oishii gibt es kein Sushi-Fließband.

Auf der Speisekarte

Speisekarte? Was war das noch mal? Auf dem Tisch findet sich weit und breit keine Menüauflistung aus Papier oder Plastik. Pustekuchen. Heutzutage bestellt man mit dem Tablet-PC. Der überaus freundliche Kellner platziert das I-Pad auf dem Tisch, sodass es steht, und erläutert, wie man auswählt und bestellt. Alles wie beim Smartphone, am Touchscreen.



Auswahl und Bestellvorgang sind einfach zu handhaben. Alle Gerichte sind abgebildet und sowohl deutsch als auch japanisch bezeichnet, sodass es keine Missverständnisse oder lange Nachfragen braucht. Im Fall des Falles kann man die Bedienung sogar per Tablet rufen oder, das versichert der freundliche Ober, gerne oldschool Handzeichen machen.

Etwas mehr strategische Überlegung erfordern die Rahmenbedingungen: Für 14,90 Euro (abends 24,90 Euro) bekommt man quasi „All You Can Eat“. Kinder bis 4 Jahre futtern umsonst, Kids bis 10 zahlen den halben Preis.

Für die knapp 15 Euro mittags darf man fünf Runden bestellen und pro Nase jeweils fünf Speisen. Macht 25 Gerichte, sei es auf Tellerchen oder Schälchen. Das ist irre viel. Wir waren zu zweit da, hatten also die Möglichkeit, fünf mal zehn Speisen zu ordern. 50! Um es vorwegzunehmen: Das Essen war sehr schmackhaft, aber nach 33 von 50 Portionen war Sense. Schicht im Sushi-Schacht.



Zuerst entscheiden wir uns für eine Auswahl von Maki und Nigiri Sushi. Alle sind durch die Bank weg sehr fein. Der scharfe Lachs kann gut bestehen neben den Klassikern mit Avocado, Lachs, Thunfisch, Garnelen etc. Avocado-Lachs-Sesam ist auch eine schöne Kombi.

Wie ordert man? Indem man auf das „+“-Symbol drückt, fügt man eine Speise hinzu. „10:10“ heißt es auf dem i-Pad links oben: Während die maximale Anzahl der Speisen pro Runde – in unserem Fall zehn – rechts vom Doppelpunkt angezeigt wird, wird links raufgezählt, bis die Runde komplett ist. Natürlich kann man auch weniger auswählen.

Das tun wir in der zweiten Runde aus dem „Pool“ Suppen & Salate: Neben Miso-Suppe entscheiden wir uns für eingelegte Gurken „Ume Q“ (leicht zitronig und mit einem Hauch Sesam), grünen Algensalat „Goma Wakame“ (bissfest und glitschig, nicht jedermanns Sache, aber ich fand’s lecker), Kimuchi (der koreanische Kohlsalat: leicht säuerlich und gut scharf, dabei aromatisch) und junge – daher grüne – Sojabohnen, „Edamame“. Doch die schmecken, nachdem man sie aus der Schale herausgelöst hat, ziemlich fad und mehlig.



Die dritte Runde spült uns dann ein ganzes Arsenal warmer Leckereien auf den Tisch: Ente, Huhn und Lachs, allesamt zart und im Teriyaki-Style, knackiges Teriyaki-Gemüse, extrem gut gelungenes Tempura (frittiertes Gemüse), Fisch des Tages (heute ein Heilbutt), drei Frühlingsröllchen, einen superzarten Garnelenspieß und noch mehr. Den Fisch bezieht das Lokal übrigens vom Großmarkt. Die Runde mit den Beilagen wie Reis oder Soba – japanische Nudeln – haben wir irgendwie ausgelassen.

Mach 28 von 50 Bestellungen sind wir pappsatt und haben ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. Die vierte Runde ist daher unsere letzte – die meisten hören laut Kellner nach 4 oder 5 Runden auf – und wird in Eis umgemünzt: Sesam, Grüntee, Litschi und Mango gibt es. Nicht zu viel, und jede Kugel in einem einzelnen Schälchen. Meine Begleitung irritiert zwar, dass das Sesameis grau ist und wie Asche aussieht, aber der Geschmack überzeugt auf alle Fälle. Ein schöner Abschluss. Alles sehr „oishii“ - denn das heißt lecker.

Sakepreis

Das Wichtigste in einem japanischen Restaurant – außer dem Essen: Sake. Den gibt es 0,1l medium oder dry für 4,90 Euro. Bier der Wahl aus Fernost im Oishii ist Kirin. 3,90 Euro kostet die 0,33l-Flasche.

Den halben Liter Pils oder Weizen gibt es für 3,80 Euro. Alkfreie Getränke schlagen kleine (0,2l) mit 2,30 zu Buche, groß (0,4l) mit 3,40 Euro. Eine Grappa di Chardonnay kostet 2,50 Euro. Zudem stehen verschiedene Whiskeys und Single Malts zur Wahl.

Wegbeschreibung

Das Oishii Sushi & Grill liegt an der unteren KaJo, an der Ecke Kaiser-Joseph-/Dreisamstraße im ehemaligen „Laubfrsoch“.



Adresse

Oishii Sushi & Grill
Kaiser-Joseph-Straße 273
79098 Freiburg im Breisgau
0761.51464900
Website: Oishii Sushi & Grill

Öffnungszeiten

täglich 11:30 bis 15 Uhr und 17.30 bis 23 Uhr
Samstag und Sonntag bis 0 Uhr

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