Unterlinden

Neueröffnung: Der Second-Hand-Shop "Umkleide" in der Merianstraße

Gina Kutkat

Bunte Klamotten aus den 80ies und hochwertige Teile mit dem Potential zum Klassiker: Am Samstag eröffnet in der Merianstraße der Second-Hand-Laden "Umkleide". fudder hat vor der Eröffnung vorbeigeschaut.

Früher Hi-Fi, heute Vintage: Dort, wo bis Mitte Dezember im Fachgeschäft Polansky hochwertige Musikanlagen und Lautsprecher verkauft wurden, gibt es nun qualitative Second-Hand-Mode. Die 36-jährige Patrizia Gajda hat sich ihren Traum erfüllt und in der Merianstraße 5 die "Umkleide" eröffnet. Mit ihrer Auswahl an Klamotten möchte sie alle Menschen ansprechen, die Lust auf Mode haben.


Noch sind nicht alle Kisten ausgepackt und alle Regale gefüllt, doch ansonsten ist das Umkleide-Team bereit für die Eröffnung am Samstag. Der großzügige Eingangsbereich ist hell und einladend: Von den Kleiderständern leuchten bunte 80ies -Trainingsjacken und Perlmuttteile, auf Holzpaletten stapeln sich Vintage-Accessoires neben einer Zamie-Pflanze. Die mintgrünen Wände harmonieren mit dem hellen Holzfußboden und lenken nicht von den Kleidern ab.

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#adidas # trainingsjacken gehen immer. Daher findest du sie in der Umkleide bald in super vielen Variationen. #umkleide# freiburg #vintage#sport#newstuff

Ein Beitrag geteilt von Umkleide (@_umkleide_) am Jan 8, 2020 um 12:36 PST



Die Umkleide

Auf 170 Quadratmetern und zwei Etagen verkauft Patrizia Gajda Vintage-Mode und Second-Hand-Klamotten für modeinteressierte Menschen. "Ich lasse mich bei der Auswahl von meinem Geschmack und von Menschen inspirieren", sagt Gajda. Die Umkleide ist ihr erstes eigenes Geschäft, in das sie viel Arbeit und Herzblut gesteckt hat. Am 3. Januar hat sie die Räumlichkeiten in der Merianstraße bezogen und seitdem quasi durchgearbeitet. Mit der Unterstützung von Freunden sowie von ihren Geschäftspartnern Jamal und Christina hat sie die Umkleide in knapp drei Wochen hergerichtet.

In der oberen Etage treffen Wintermäntel auf bunte Wollpullis, Trainingsjacken und Highwaist-Hosen. Eine Treppe führt in die untere Etage, die sich wiederum in drei große Räume unterteilt. "Hier hängen eher die Sachen, die ich unter ’casual’ und ’vintage’ einordnen würde", sagt Gajda. Oversized-Jeansjacken, Bandshirts und geringelte Rollkragenpullis – alles nach Größen und Farben sortiert. Im Vintage-Raum bietet sie Original-Teile aus den 80ern und 90ern an und hat auch eine Ecke für Fetisch-Klamotten eingerichtet.

Die Inhaberin

Patrizia Gajda, die ursprünglich aus dem Odenwald stammt, ist schon seit ein paar Jahren in der Modebranche in Freiburg unterwegs. Dabei kommt sie eigentlich aus einem anderen Bereich: Sie ist ausgebildete Jugend- und Heimerzieherin und arbeitete in Freiburg unter anderem mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. 2016 kündigte sie ihren Job, weil sie sich ausgebrannt fühlte. Danach jobbte sie im Second-Hand-Laden "Schlepprock" und im Konzeptladen "Lust auf Gut".

"Und dann war da ja noch dieser Traum, den ich hatte", sagt Gajda. Seit sie als Jugendliche zum ersten Mal einen Second-Hand-Laden in Heidelberg besuchte, spukte der Gedanke in ihrem Kopf, selbst einmal etwas ähnliches zu machen. Für Mode hat sie sich schon immer begeistert. Sie wurde durch verschiedene Subkulturen sozialisiert, kleidete sich im Gothic- wie auch im Technostyle. "Meine Schwester hat mich in meinem Plan sehr bestärkt", sagt Gajda. Und so kam es, dass sie auf einer Internetseite nach geeigneten Immobilien in Freiburg suchte und im August 2019 auf den Laden in der Merianstraße stieß.



Die Klamotten

Klassisch, casual, hochwertig und auch ein bisschen bunt: Es ist fast unmöglich, die Klamotten-Auswahl der Umkleide auf einen Nenner zu bringen. Trotzdem haben sie alle etwas gemeinsam: "Es sind alles Sachen, die mir persönlich gefallen", sagt Patrizia Gajda. Den ersten Schwung Kleidung hat sie aus verschiedenen Quellen zusammengesucht: Freunde haben einiges gespendet, das meiste hat sie aber über Onlineshops bestellt, die auf Vintage-Mode spezialisiert sind.

Preislich bewegen sich alle Teile zwischen 2 und 49 Euro. Gajda legt großen Wert darauf, dass die Stücke hochwertig sind und keine Makel aufweisen: "Wenn das doch mal vorkommt, verkaufe ich sie billiger oder verschenke sie", so Gajda. Sie orientiert sich nicht an bestimmten Marken, liebt aber die Zeitlosigkeit von "Boss" und "Minimum". Kleidung von Ketten wie H&M oder Zara findet man bei ihr eher nicht. Dafür aber Unikate wie eine bunt gemusterte Bluse oder alte Hochzeitskleider. "Ich liebe Fundstücke, die mit Leben gefüllt sind."

Das Besondere

Für bestimmte Anlässe besteht die Möglichkeit, Klamotten für eine Woche für ein Drittel des Kaufpreises zu leihen. Außerdem gibt es in der Umkleide ein Büchertauschregal und eine große Wand, an der lokale Künstler ihre Werke präsentieren können. Patrizia Gajda denkt auch über akustische Konzerte nach – Platz gibt es genug.

Adresse

Umkleide
Merianstraße 5
79098 Freiburg

Öffnungszeiten

Mo - Sa 10 bis 19 Uhr
  • Was: Eröffnung Umkleide, mit Musik von Urte, Konrad Dycke und Lena
  • Wann: Samstag, 25. Januar, 10 Uhr
  • Wo: Merianstraße 5

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