Neueröffnung: Der Food-Truck 'Streat Kitchen' verkauft Pulled-Pork-Burger und Süßkartoffel-Fries

Marius Buhl

Ein heiliger Barbecue-Burger, ein veganes Butternut-Squash-Patty und Süßkartoffel-Fries. Das Streat Kitchen, ein neuer Freiburger Street-Food-Truck, verkauft zweimal pro Woche Burger und liegt damit voll im Straßen-Ess-Trend. Wir haben ein bisschen vom Zeitgeist probiert:



Ein Hinterhof in Haslach. Kinder jagen einem Ball nach, zwei Jungs mit Flannelhemd plauschen auf Englisch über Joseph Beuys. Nachts stolpern hier Feiernde in die Bar Schmitz Katze, nun lungern Studenten auf gezimmerten Holzbänken. In Freiburg gibt es wahrscheinlich wenige Orte, die besser geeignet sind, szenige Burger und Süßkartoffel-Fries aus einem bedruckten Lastwagen zu verkaufen.

Schon seit einem Monat fahren Claire Allgaier und ihr Freund Craig Walsh durch Freiburg und verkaufen Streetfood. "So wie in Berlin halt", sagt Claire und zwinkert. Auf dem Arm hat sie ihre Tochter Lilly, ihr Freund Craig steht in dem kleinen Lastwagen, auf dem in weißen Lettern 'Streat Kitchen' geschrieben steht. In der Hand hält Craig einen Burger, den er mit fasrigem Fleisch belegt.

Craig bereitet einen Pulled Pork Bun zu, der einzig verkaufte Burger im Streat Kitchen. Dieser gehört neben 'Spare Ribs' und 'Beef Brisket' zur 'holy trinity' des nordamerikanischen Barbecues und ist mit Schweinefleisch belegt. Das Besondere: Das Fleisch wird über 48 Stunden vakuumiert in Wasser gekocht, bis es ganz zart ist. Dann wird es mit einer Gabel in kleine Fasern zerteilt. Das 'Streat Kitchen' bezieht sein Pulled Pork vom Metzger Markus Dirr aus Endingen.

Für Vegetarier verkaufen Craig und Claire einen Quinoa-Burger, der mit einem Butternut-Squash-Patty belegt ist. Veganer können das Brötchen einfach weglassen. Dieses ist ein Brioche, ein Milchbrötchen, das besonders fluffig und fein ist - aber immer stabil bleibt. Gemacht wird es von der Bäckerei Pfeifle, die das Brötchen extra für Craig und Claire entwarfen.


Das vegane Butternut Squash Patty - im Hintergrund die Süßkartoffel-Fries

Als Beilagen servieren die Macher des Streat Kitchens klassische French Fries und die in Freiburg noch untypischen Süßkartoffel-Fries. Die Fries können auch als Einzelportionen bestellt werden - dann werden sie in einer Zeitungstüte serviert. Wahlweise kann neben Ketchup und Mayo auch eine süß-saure Chilisoße verwendet werden.

"Die Qualität unserer Speisen ist uns extrem wichtig. Natürlich setzen wir auf hochwertige Produkte", sagt Claire. Ihr Ziel ist es, den Food Truck vom Imbissbuden-Image zu befreien. "Keine triefende Currywurst, kein Bratfett-Geruch".

"Heeeey, what up? I'd like the Pulled Pork and one Fritz-Cola, please". Eine Studentin mit roter Strickjacke bestellt einen Burger. Das 'r' in Fritz-Cola spricht sie Englisch aus, so wie in 'very'. Das Englische haben hier alle drauf, kaum jemand - ein paar ältere Herren mal ausgenommen - gibt sich die deutsche Blöße. Craig gefällt's, er ist Engländer aus Manchester. Sein Lieblingsclub ist aber weder City noch ManU. Er steht auf Portsmouth - seine Heimatstadt - in the very South of England.

Aus dem Süden von England, aus London, haben Craig und Claire auch die Idee mit dem Streetfood. Dort entdeckten sie 2012 ihren ersten Food Truck. "In London gab es eine richtige Szene, das Essen war mehr Event als reine Nahrungsaufnahme. Das wollten wir auch", sagt Claire.


Craig, Claire und die kleine Lily.

Zuvor war ihnen in Freiburg ein Traum geplatzt. In der Innenstadt wollten sie 2010 einen Burger-Laden eröffnen. "Der Name FreiBurger, das wäre auch unser Name gewesen". Die Mieten der Stadtmitte waren ihr jedoch zu hoch. Aus Frust gingen sie nach London. Dort diente unter anderem 'The Bell and Brisket' als Inspiration. Mit einer Crowdfunding-Kampagne baten sie nun um Geld - hauptsächlich amerikanische Neu-Freiburger, aber auch Freunde zahlten fast 5000 €. Genug, um einen Truck zu kaufen.

Damit stehen Craig und Claire nun zweimal die Woche draußen: am Mittwoch auf dem Vauban-Wochenmarkt und am Donnerstag vor der 'Schmitz Katze'. Gerade verhandeln sie noch mit zwei weiteren Standorten - die aber noch geheim sind. Auch das Angebot soll noch erweitert werden, wobei auf Experimente à la BurgerChalet verzichtet werden soll.

"Es gibt viele klassische Burgergerichte, die hier noch unbekannt sind", sagt Claire und streichelt ihrer Tochter über den Kopf. Nachdenklich fügt sie an: "Street Food kommt - wobei es in Freiburg naturgemäß etwas länger dauert."



Kontakt


Streat Kitchen
Facebook: Streat Kitchen Freiburg

Öffnungszeiten


Mittwoch: 13 bis 18 Uhr
Donnerstag: 12 bis 14 Uhr


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Foto-Galerie: Marius Buhl

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