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Neueröffnung: Das Café "Förster Max" in der Wiehre

Anika Maldacker

Handgemachtes Eis und leckerer Kaffee mitten in der Wiehre: Vor rund einer Woche hat das Café Förster Max in der Dreikönigstraße eröffnet. Die Betreiber Johannes und Anke wollen dort eine entspannte Atmosphäre bieten und den Stadtteil aufwerten.

Der Standort

Es ist Zufall, und zwar ein schöner, dass das Café Förster Max in der Dreikönigstraße 46 in der Wiehre am vergangenen Wochenende eröffnet hat. Denn Johannes Dilger und Anke Ruß-Gall, die beiden Betreiber, sind zufällig an die Räume gelangt. Als der ausgebildete Koch Johannes Dilger vor rund einem Jahr den Beschluss fasste, ein Café eröffnen zu wollen, arbeitete ein Freund gerade an einer Studie zum Immobilienmarkt. Eine Erkenntnis der Studie war, dass attraktive Objekte so gut wie nie auf dem Markt landen, sondern über Beziehungen vergeben werden. "Ich habe überlegt, wie ich in diesen Mechanismus hineinkomme", erklärt Johannes.

Also fuhr er im September 2019 durch Freiburgs hübsche Stadtviertel und hielt die Augen nach geschlossenen Rollläden auf. In der Dreikönigstraße wurde er fündig – aber gegenüber vom jetzigen Standort. Im Eckhaus waren im Erdgeschoss die Jalousien unten. Also marschierte Johannes ins Geschäft gegenüber, einen Fotoladen im Erdgeschoss der Dreikönigstraße 46, und fragte, was im Haus gegenüber los sei. So kam er ins Gespräch mit dem Inhaber-Paar, die das Fotogeschäft Stock-Müller seit Jahren betrieben – und es stellte sich heraus: Das Paar würde sein Geschäft gegen Ende des Jahres ebenfalls schließen, altersbedingt. "Irgendwann haben die Beiden von sich aus gesagt, dass meine Idee auch in diese Räume passen würden", sagt er.

"Wir sind sehr dankbar für unsere Vermieter." Anke
Daraufhin stellten die Inhaber einen Kontakt zu den Vermietern her. "Das hat gepasst", sagt Johannes, "unser Konzept war nur mit wohlgesonnenen Vermietern möglich." Hohe Mietkosten, wie es sie in der Innenstadt gibt, hätten die beiden nicht stemmen können und wollen. "Wir sind sehr dankbar für unsere Vermieter", fügt Anke hinzu. Ihnen sei es wichtig, das betonen sie beide, mit ihrem Café und dem Konzept einen Kontrapunkt gegen horrende Mietpreise und austauschbare Geschäfte zu setzen.

Das Ambiente

Die Atmosphäre im Förster Max ist wohlig – und das nicht nur innen, sondern auch außen. Denn das Café liegt an der Ecke Zasius-/Dreikönigstraße in der idyllischen Oberwiehre. "Wir wurden herzlich in dem Stadtviertel aufgenommen", sagt Anke Ruß-Gall. Seit die Renovierungsarbeiten im Januar begannen kamen aus der Nachbarschaft neugierige Fragen. Anke und Johannes war es immer wichtig, transparent zu sein. Während drinnen die Decken heruntergerissen, die Elektrik komplett erneuert und der Brandschutz auf Stand gebracht wurde, brachten Nachbarn auch mal Pizza vorbei. "Wir wussten die Woche vor der Eröffnung nicht, dass wir öffnen würden", sagt Johannes. "Wir wollten niemanden bei der Renovierung unter Druck setzen – auch uns nicht", sagt Anke. Als das Förster Max am vergangenen Wochenende seine Türen öffnete, zog es viele in die neue Location.

Auch innen ist die Atmosphäre eine besondere. Die Altbauräume sind hell und offen. Direkt am Eingang werden die Gäste von einer offenen, weiten Küchenlandschaft begrüßt. Das selbstgemachte Eis, eine Besonderheit des Cafés, ruht in runden Behältern in einer speziellen Kühltruhe. Die Wände sind frisch, in hellen Farben gestrichen, die antiken Möbel von Freunden, Flohmärkten und Antiquitäten-Läden frisch renoviert. Hübsche Blumenensembles auf den Tischen machen die Stimmung perfekt. Ein Instagram-Foto könnte nicht besser aufgebaut sein als das Interieur im Förster Max.

Die Betreiber

Anke Ruß-Gall, 53, und Johannes Dilger, 40, sind zwar selbst keine Wiehre-Bewohner, aber wirken, als ob sie mit ihrem Café nie woanders gewesen wären. Mit den bunten, hellen Farben und den filigranen Dekorationen passen die beiden ins Wiehre-Bild. Mit "Förster Max" wollen sie etwas Neues schaffen, Regionalität und die Achtung vor der Natur miteinbinden. Ihre Aufgaben sind klar verteilt: Johannes kümmert sich um die Kulinarik und eine hohe Qualität, Anke um die Gestaltung und das Marketing. Sie kennen sich schon seit Jahren von verschiedenen Projekten als Freelancer. Anke arbeitete als Fotostylistin, später als Organisatorin des Kunsthandwerkermarkt im Jesuitenschloss, Johannes als Koch, zuletzt im hippen Restaurant Perron im Basler Stadtteil St. Johann. Sie trafen sich im professionellen Umfeld immer wieder, verloren sich aus den Augen, trafen sich wieder.

Ende 2019 meldete sich Johannes plötzlich bei Anke – die Räume in der Dreikönigstraße hatte er zu dem Zeitpunkt schon sicher – und fragte sie, ob sie ein Café mit ihm eröffnen wollte. "Ich habe ein paar Tage nachgedacht, dann habe ich ja gesagt", sagt Anke. Denn: Schon lange lieben sie und ihr Mann Kaffee und die Kultur der Kaffeehäuser. Nun tüfteln die beiden Betreiber gemeinsam an Rezepten und probieren sich aus. Denn auch das soll ihr Café sein: Ein Raum für viele Ideen.

Das Konzept

Mit dem Konzept ist auch der Name des Cafés eng verbunden. Denn "Förster Max" war Johannes’ Opa, einer, wie er erzählt, der dienstältesten Förster des Schwarzwalds. Er zeigte Johannes im Kindesalter, was die Natur an Kräutern, Früchten und Aromen zu bieten hat. "Von ihm habe ich das gelernt, und ich bin dankbar, dass er mir das mitgegeben hat", sagt Johannes. Er zeigte ihm die Möglichkeiten, die regionale Früchte wie Quitten, Walderdbeeren oder Hagebutten bieten.

"Die Patisserie fasziniert mich besonders." Johannes
Nun verbindet Johannes seine Leidenschaft zum Zubereiten mit einer weiteren: Der zu Süßspeisen. "Die Pâtisserie fasziniert mich besonders", sagt er. Das merkt man. Das Eis im Förster Max ist selbstgemacht. "Wir fügen nur so viel Zucker und Wasser hinzu, wie das Obst für ein hervorragendes Eis braucht", erklärt er. In einer wuchtigen Eismaschine hinter der Küche werden die Leckereien produziert.

Die Speisen & Getränke

Dem Eis misst Johannes eine besondere Bedeutung bei. Handgemacht, saisonale Produkte, keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Die Produkte sollen im Vordergrund stehen. Die zwölf Eissorten bereitet Johannes in täglicher Handarbeit vor. Das schmeckt man. Das Erdbeereis schmeckt so erdbeerig wie selten in gefrorenem Zustand, das Sorbet aus sizilianischen Zitronen ist ein Traum in hellgelb. Ständige Eissorten sind beispielsweise Rose & Zimt, das Valrhona-Schokoladeneis mit einer edlen Schokolade und das Tahiti-Vanilleeis.

Der Café kommt aus einer alten Faema E61 aus Italien. Sie gilt als Mutter der heutigen Espressomaschinen. Der Tee kommt aus dem eigenen Kräutergarten. Und wenn Johannes und Anke neben Eisherstellung und Café-Zubereiten noch Zeit haben, gibt es noch allerlei Backwaren. Kleine Zuckerträumchen wie Canelés de Bordeaux, Mandelgebäck nach sizilianischem Rezept, Windbeutel oder Krokantröllchen stehen auf der Karte. In der kalten Jahreszeit soll es Waffeln mit Apfel-Zimt-Kompott geben.

Förster Max: Web & Instagram

Adresse:

Dreikönigstraße 46

79102 Freiburg-Wiehre



Öffnungszeiten:
Mo, Di 14-20 Uhr Eisverkauf über das Fenster
Mi, Do 12-20 Uhr Cafébetrieb, bei schönem Wetter ab 20 Uhr Fensterverkauf
Sa 10-20 Uhr
So 12-18 Uhr

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