Freiburg und Umgebung

Neue Strategie: Gesundheitsamt schickt nur noch infizierte Schüler in Quarantäne

Max Schuler & Kathrin Blum

Bei Corona-Fällen an weiterführenden Schulen in Freiburg und dem benachbarten Landkreis müssen direkte Mitschüler nicht mehr zwangsläufig in Quarantäne - unter Voraussetzung von zwei wichtigen Dingen.

Ein Schüler wird positiv auf das Coronavirus getestet, die ganze Klasse muss in Quarantäne. Dieses Szenario gab es an betroffenen Schulen in Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in den vergangenen Monaten häufig. Doch das Gesundheitsamt hat jetzt an den weiterführenden Schulen einen Strategiewechsel eingeläutet. Wird im Unterricht von allen eine Maske getragen und regelmäßig gelüftet, müssen die Mitschüler trotz eines Corona-Falls nicht in Quarantäne.


Maskenpflicht und Lüften im Unterricht machen es möglich

Am Markgräfler Gymnasium in Müllheim wurde diese Woche ein Corona-Fall gemeldet. Doch nur der infizierte Schüler musste in Quarantäne und nicht die ganze Klasse, wie Schulleiter Andreas Gorgas berichtet. Das Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald bestätigt diesen Vorgang und teilt auch einen generellen Strategiewechsel mit. "In weiterführenden Schulen handhabt es unser Gesundheitsamt so, dass bei konsequenter Einhaltung der Maskenpflicht und der Lüftungsregelungen in der Regel nur noch die erkrankte Person und die Personen, die keine Masken getragen haben, zum Beispiel aufgrund eines Attests, in Quarantäne gesetzt werden", teilt Pressesprecher Matthias Fetterer auf BZ-Nachfrage mit.

Neue Linie gilt seit einigen Tagen – offenbar auch in anderen Landkreisen

Die übrigen Personen würden als Kontaktpersonen zweiten Grades eingestuft und könnten damit weiterhin am Unterricht teilnehmen. "Von dieser grundsätzlichen Regel unbenommen sind natürlich Einzelfallentscheidungen in besonderen Konstellationen", erklärt Fetterer. Diese neue Linie verfolge das Gesundheitsamt seit einigen Tagen. Die angrenzenden Landkreise würden ebenso verfahren.

"Der Strategiewechsel wurde aufgrund der Einführung der Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen möglich", sagt Fetterer. Die Pflicht zum Aufsetzen einer Maske im Unterricht gilt in Baden-Württemberg seit dem 19. Oktober. Die Überlastung des Amtes bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten habe damit nichts zu tun. "Für diese Entscheidung spielte das keine Rolle", so Fetterer. Gesundheitsamtsleiter Oliver Kappert hatte zuletzt betont, dass es an Schulen der Stadt Freiburg und des Landkreises keine größeren Ausbrüche gegeben habe. Das Virus habe sich zwischen Schülern nicht ausbreiten können, sondern sei von außen in die Einrichtungen gelangt.