Singletrails

Neue Pfade für Mountainbiker im Freiburger Stadtwald

Sina Gesell

Gemeinsam mit vier Helfern aus Kanada bauen Mountainbikeverein und Forstamt das Streckennetz aus. Dafür muss auch ein Wanderweg verlegt werden.

Neue Pfade für Mountainbiker: Im Stadtwald werden gerade Singletrails gebaut. Dafür hat der Mountainbikeverein vier Kanadier einfliegen lassen. Im Oktober wollen sie fertig sein. Mit den neuen Trails will die Stadtverwaltung Konflikte zwischen Wanderer und Mountainbiker eindämmen. Deshalb wird auch ein Wanderweg verlegt.

Mit Rechen und Spaten schaffen sie Steine und Gestrüpp beiseite, drücken die Erde platt und arbeiten sich so Meter um Meter bergab. Unterstützung bekommen die vier Helfer aus British Columbia von Mitgliedern des Mountainbikevereins (MTB-Verein). Seit einer Woche arbeiten sie an den Singletrails – also Wege schmaler als zwei Meter –, die zwischen Sternwald und Schauinsland sowie Rosskopf und Zähringen entstehen und an die Downhillstrecken Canadian Trail und Borderline angebunden werden. Die neuen Pfade, die in beide Richtungen befahrbar sind, haben eine Gesamtlänge von zehn Kilometern. Derzeit umfasst das Streckennetz im Stadtwald 118 Kilometer, die meisten Wege sind breiter.


Geplant hatte den Ausbau das Forstamt unter anderem mit dem MTB-Verein, Schwarzwaldverein und den Naturschutzbehörden. "Wir haben einen guten Konsens gefunden", sagt Andreas Schäfer vom Forstamt. Der Naturpark Südschwarzwald fördert das Projekt finanziell mit 13 500 Euro, etwa der Hälfte des Gesamtvolumens. Darin inbegriffen ist eine neue Beschilderung auch des bestehenden Netzes. Auch dabei werden die Kanadier eingespannt.

Und die verbringen ihren Urlaub mit Arbeit, ohne dafür bezahlt zu werden. "Das ist eine gute Gelegenheit, das zu tun, was uns Spaß macht", sagt der 28-jährige Kris McMechan, der bereits den Canadian Trail mit angelegt hatte. "Wir haben hier eine gute Zeit, fahren auch mal Mountainbike in den Alpen." Die Kosten für Flug, Kost und Logis für die Helfer aus Kanada übernimmt ein Sponsor des MTB-Vereins. "Ohne die Kanadier würden wir das nicht schaffen", sagt Ansgar Wasmer aus dem Vereinsvorstand. Verein und Forstamt rechnen mit einer Bauzeit von sieben Wochen, nicht alle Kanadier bleiben bis zum Schluss.

Für die neuen Trails verlegt der Schwarzwaldverein den Höhenzugangsweg zwischen Kohlerhau und Schauinsland nach Nordwesten, sodass er über die Stäpfelefelsen führt. "Für uns ist das ein Zugewinn", sagt Mirko Bastian, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldvereins. Der neue Weg sei attraktiver als der alte. Wichtig sei aber, dass sich Mountainbiker und Wanderer daran halten und jeweils nur die Wege nutzen, die für sie vorgesehen sind. Einige Abschnitte breiterer Forstwege teilen sie sich.

Begegnungen zwischen Bikern und Wanderern vermeiden

Ziel der Singletrails ist, dass sich Wanderer und Mountainbiker im Wald nicht mehr so häufig begegnen. Zwischen ihnen kam es immer wieder zu Konflikten, wenn sie die gleichen Wege benutzen. Wegen der Zwei-Meter-Regel dürfen Mountainbiker nicht auf schmalen Wanderpfaden fahren. Breite Forstwege seien für sie aber nicht mehr interessant, sagt Wasmer vom MTB-Verein. Deshalb sei der Bau von Singletrails wichtig – auch aus touristischen Gründen. Für Aufregung hatten im vergangenen Jahr auch gefährliche Fallen gesorgt, die Unbekannte auf der Borderline aufgestellt hatten.

Um Konflikte zu vermeiden, wollen Wander- und MTB-Verein enger zusammenarbeiten. "Wir haben einen guten Kontakt", sagt Bastian. Die Mountainbiker wollen bei der Beschilderung des neuen Wanderwegs helfen. Rund 100 Schilder müssen korrigiert oder neu angefertigt und aufgestellt werden.

Ein weiterer Ausbau des Streckennetzes wäre wünschenswert, sagt Wasmer, der auf die "professionelle Mountainbikeszene" verweist. Die Singletrails, geeignet für den "ambitionierten Mountainbiker", seien ein sehr guter Anfang. "Das müsste ein paar Jahre tragen", sagt dagegen Schäfer vom Forstamt. "Wir müssen einen Kompromiss finden, bei dem jeder Beteiligte Zugeständnisse machen muss." Allein die Planung der neuen Trails habe ein halbes Jahr gedauert. Die Umsetzung sei ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich.

Die Trailbauer hoffen erst mal auf Regen – "damit die Erde fest wird", erklärt Kris McMechan, der sich schon darauf freut, die neue Strecke zu testen, voraussichtlich Mitte Oktober.