Rechte Szene

Neonazis treffen sich auf dem Freiburger Hauptfriedhof

Manuel Fritsch

Neonazis haben sich auf dem Freiburger Hauptfriedhof zu einem – wie sie sagen – "Heldengedenken" getroffen. Vermehrt tauchen auch rechte Schmierereien in der Stadt auf.

Anhänger der neonazistischen Partei "der dritte Weg" haben sich am vergangenen Samstag mit Fackeln und Kerzen auf dem Hauptfriedhof versammelt. Darauf weist die Fraktion "Eine Stadt für alle" (Esfa) in einem Brief an Oberbürgermeister Martin Horn hin.


Auf der Homepage der Partei wird berichtet, dass sich Aktivisten zu einem "Heldengedenken" vor dem Denkmal für die toten Soldaten aus beiden Weltkriegen getroffen hätten. Auf Bildern, die die Partei veröffentlichte, sind drei Menschen zu sehen, die vor dem mit Kerzen versehenen Denkmal stehen, zwei tragen Fackeln. Alle drei haben Pullover der Partei an, die einen Bezug zum Nationalsozialismus herstellen. "National, revolutionär, sozialistisch" steht darauf. Der Gründer der Partei, der Ex-NPD-Funktionär Klaus Armstroff will auf BZ-Nachfrage keine Informationen zu dem Treffen weitergeben. "Mit der Presse würde ich mich eh nicht unterhalten", sagt er.

Wohl nicht Viele an Aktion beteiligt

Viel spricht dafür, dass an der "Aktion" nicht viel mehr als die drei auf dem Bild zu sehenden Personen beteiligt waren. Dem städtischen Eigenbetrieb Friedhöfe jedenfalls liegen keine Informationen dazu vor. "Nach Überprüfung der Örtlichkeit konnten keine Gegenstände, wie etwa Kerzen, mehr vorgefunden werden", sagt Rathaussprecher Sebastian Wolfrum. Auch beim Amt für öffentliche Ordnung und bei der Polizei ist nichts von irgendwelchen Aktionen der neonazistischen Partei bekannt. Diese war bislang noch nicht in Freiburg in Erscheinung getreten.

Rechte Schmierereien in der Stadt

Allerdings gab es in den vergangenen Monaten immer wieder auch andere Vorfälle, die auf das rechte Spektrum verweisen. Die Esfa-Fraktion weist auf drei Hakenkreuzschmierereien in Freiburg seit Juni hin, bei der Polizei sind noch zwei weitere bekannt geworden und der BZ ist auf den Boden gesprühtes Hakenkreuz an der Kaiserstuhlstraße bekannt. Dazu kommen drei große, auf die Kreuzung Hebelstraße/Rheinstraße gemalte, "Q". Diese waren von der Stadtverwaltung jedes Mal entfernt worden, wobei Strafantrag gegen Unbekannt gestellt wurde. Die Kosten beliefen sich auf je 400 Euro. Ein Zusammenhang mit der Verschwörungsideologie von "QAnon" kann zwar nicht bewiesen werden, liegt aber nahe.