Interview

Musikerin LaRegina: "Was sich gut anfühlt, wird gemacht"

Laura Wallenfels

LaRegina ist Singer-Songwriterin aus dem Dreiländereck. fudder hat mit ihr über Musik, Inspiration und ihre Single "Appetite" geredet. Ihr Album ist voraussichtlich für Frühjahr 2021 geplant.

Wie kamst du zur Musik?

Ich singe eigentlich schon, seit ich denken kann. Die Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet und gibt mir bis heute sehr viel. Als Teenager war ich im Chor und später Teil verschiedener Coverbands. Mit der Zeit habe ich das Schreiben für mich entdeckt und liebengelernt. Anfangs habe ich nur für mich selbst geschrieben, wie eine Art Therapie. Es braucht doch eine ganze Menge Mut und Selbstvertrauen, seine eigenen Texten zu veröffentlichen.

Du arbeitest seit zwei Jahren mit dem Reggae-Label Vybez aus Basel zusammen und veröffentlichst dort auch dein erstes eigenes Album.

Genau, mit dem Künstlerteam des Vybez-Studios arbeite ich schon länger an eigener Musik. Durch diese Zusammenarbeit bin ich auch total gewachsen, ich bekomme so viel Support und Zustimmung zu meiner Arbeit. Wir sind total auf einer Wellenlänge, die Vibes stimmen einfach. Das macht mich total happy.

"Was in meinem Kopf passiert, muss raus."

Was kann man von deinem Album musikalisch erwarten?

Ich bin nicht festgefahren, was eine bestimmte Musikrichtung angeht. Auf meinem Album werden verschieden Genres zu finden sein, ob Pop, Reggae oder Trap. Natürlich habe ich durch mein Label eine starke Verbindung zum Reggae und seinen Ursprüngen in der Karibik. Aber für mich gilt: Was sich gut anfühlt, wird gemacht. Was in meinem Kopf passiert, muss raus. Ich habe aber auch immer mehr die Liebe zum deutschen Schreiben entdeckt, weil man sich in der Muttersprache einfach ganz anders ausdrückt. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, das Album bilingual zu gestalten, sowohl deutsche als auch englische Songs.

"Für mich ist jeder und jede eine Inspiration auf seine eigene Art und Weise."

Wie läuft das Schreiben eines Albums eigentlich ab und woher nimmst Du die Inspiration?

Wenn ich meine Texte schreibe, fühle ich mich wie in einem Tunnel. Ich lasse mich durch irgendein Gefühl oder Gedankengang inspirieren und dann versetze ich mich in die Situation und fange einfach an. Es ist manchmal wirklich total therapeutisch, alles nochmal für sich selbst zu reflektieren, die Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben. Dadurch entstehen ganz neue Welten und manchmal passiert es mir, dass ich selber total überrascht bin was ich da gerade kreiert habe(lacht). Inspiration hole ich mir von überall. Für mich ist jeder und jede eine Inspiration auf seine eigene Art und Weise.



In deiner neusten Single "Appetite" ist der Reggae-Einfluss deutlich zu spüren. Und trotz der positiven Vibes behandelst Du in dem Song eine Herzensangelegenheit. Was steckt dahinter?

Ich lebe seit sechs Jahren vegan und das Thema, wie wir mit anderen Lebewesen umgehen und warum wir so mit ihnen umgehen, hat mich einfach schon immer beschäftigt. Mit dem Song möchte ich den Leuten auf charmante Art und Weise den Appetit verderben (lacht). Ich möchte nicht mit dem Finger auf Leute zeigen und sie für ihr Verhalten kritisieren. Vielmehr möchte ich die Menschen aufwecken und sie dazu zu ermutigen, sich zu hinterfragen, ob unser Umgang mit Nutztieren denn wirklich noch so zeitgemäß ist. Es soll auch ein Song sein, der Spaß macht, aber trotzdem hoffe ich, dass die Message deutlich wird.

Werden auf deinem Album auch thematisch ähnliche Songs zu finden sein?

Auf meinem Album behandele ich die verschiedensten Thematiken. Liebe ist immer ein Teil meiner Musik, nicht immer im klassischen Sinne einer Liebesbeziehung, sondern auch Themen wie Toleranz und Miteinander. In dem Song "Appetite" geht es letztendlich in gewisser Weise auch um Liebe, in dem Fall zu den Tieren. Mir ist eine organische Mischung meiner Kunst sehr wichtig. Ich lege großen Wert auf meine Texte und einen gewissen Tiefgang. Meine Texte sollen mit den Vocals und der Musik harmonisch zusammen fließen. Wenn die Inhalte meiner Songs den Zuhörer ermutigen, seine ganz eigene Interpretation zu finden und zum Denken anregen, habe ich mein Ziel erreicht.

Meine größte Herausforderung ist, dass ich nicht mit dem Zeigefinger winken möchte, sondern die Welt durch meine Musik vielleicht ein bisschen schöner machen kann. Dass die Leute das fühlen, was ich fühle, aber auf ihre individuelle Art und Weise.
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