Freiburger Tiergehege

Mundenhof öffnet am Freitag – mit Vorab-Buchungspflicht

Joachim Röderer

Seit Anfang November war der Mundenhof geschlossen, jetzt gibt es das Comeback für Esel, Äffchen und Co: Am Freitag öffnet das Freiburger Tiergehege. Wer hin will, muss aber vorab einen Termin buchen.

Freiburgs Corona-Inzidenz pendelt derzeit um den 50er-Wert herum. Aktuell geht die Stadt offenbar davon aus, dass bis zur Mundenhof-Wiedereröffnung am Freitag der Inzidenzbereich von 50 bis 100 Fällen pro Woche und 100 000 Einwohner entscheidend sein wird. Das bedeutet: Das Tiergehege darf laut neuer CoronaVerordnung öffnen.Es ist aber eine Vorab-Buchung des Besuchs notwendig.

Das Umsetzen dieser Vorgabe stellt für die Stadt Freiburg durchaus eine Herausforderung dar: Der Mundenhof ist bekanntlich normalerweise frei zugänglich und eintrittsfrei. "Wir haben keine Einzäunung des Geländes und keine Kassenhäuschen mit Bildschirmarbeitsplatz. Trotzdem war sofort klar, wir müssen das hinkriegen", sagt Nicole Schmalfuß, die Leiterin des Forstamtes, das für den Mundenhof zuständig ist.

Im Vorjahr operierte das Tiergehege mit Besucherobergrenzen. Durch Zählungen am Eingang wurde sichergestellt, dass nur 2000 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig auf dem Mundenhof waren und so die Abstände von 1,50 Metern eingehalten werden konnten. Die Beschränkungen wurden duch kontingentierte Parktickets begleitet, die seither nur online erhältlich sind. Vor allem diese Maßnahme, verbunden mit gestaffelten Parkpreise habe zum gewünschten Effekt geführt, dass sich die Besucher besser über die Woche verteilt hatten.

Buchungen ab Donnerstag möglich

Von Freitag an gilt nun die Pflicht zur Terminbuchung. Der Mundenhof setzt mit dem Freiburger Unternehmen Reservix auf das gleiche Buchungssystem, das sich schon bei den Parktickets bewährt habe, so die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung. Besucher können für ihren Mundenhof-Zutritt Zeitfenster buchen, die stundenweise kontigentiert sind.

Das bedeutet: Besucher müssen sich laut Stadtverwaltung im Vorfeld entscheiden, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit sie ungefähr auf dem Mundenhof ankommen wollen. An jedem Öffnungstag sind demnach zwischen 9 und 18 Uhr stündlich 600 Eintritte verfügbar – das Ticket berechtigt dann zum Zutritt in einem Zeitfenster von drei Stunden. Die Aufenthaltsdauer ist unbegrenzt. Wer zum Beispiel ein Zutrittsfenster zwischen 11 und 14 Uhr bucht, kann auch erst um 12.30 Uhr ankommen und sich danach beliebig lange im Tiergehege aufhalten.

Beobachtungen der Stadt zeigen, dass die meisten Besucherinnen und Besucher zwischen zwei und drei Stunden auf dem Mundenhof bleiben. "Wir haben mit einer durchschnittlichen Verweildauer von drei Stunden gerechnet. Mit 600 Zutritten pro Stunde sind wir also auf der sicheren Seite", sagen die Mundenhof-Leiterinnen Birte Boxler und Susanne Eckert. Eingangskontrollen sollen zusätzliche Sicherheit bringen, dass es zu keiner Überfüllung kommt. An Wochenende mit großem Andrang soll zusätzlich noch ein Sicherheitsdienst eingesetzt werden.

Eintritt bleibt frei

Wer einen Termin bucht, muss seine Kontaktdaten hinterlassen. So ist laut Stadt bei Bedarf eine Kontaktnachverfolgung möglich. Nach drei Wochen werden die Daten automatisch gelöscht. Die Terminbuchung hat ihren Preis: 50 Cent je Gast kostet jede "Freikartenbuchung" die Stadtkasse. Die Stadtverwaltung hat entschieden, dass die Stadt diese Kosten übernimmt, damit die Menschen den Mundenhof weiterhin ohne Eintritt besuchen können: "Die emotionalen und finanziellen Belastungen sind zurzeit für Alle enorm. Mit dem freien Zutritt zum Mundenhof können wir
einen Beitrag leisten, diese Zeit besser zu meistern", betont Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Die Stadt werde hierfür bis zu 10.000 Euro wöchentlich tragen, bis eine reguläre Öffnung wieder möglich ist.

Parken bleibt indes kostenpflichtig. Wie im vergangenen Jahr vom Gemeinderat beschlossen, kostet es 5 Euro unter der Woche und 10 Euro an Wochenenden und Feiertagen. Reise etwa eine vierköpfige Familie mit dem Auto an, so müssten ein Parkticket und drei weitere "Freikarten" gebucht werden, um nach der Landesverordnung alle Kontaktdaten dieser Familie dokumentieren zu können. Beides erfolgt zusammen in einem Buchungsvorgang, der für diesen Fall mit der Bezahlung des Parktickets abgeschlossen wird.

Sobald der Freiburger Inzidenzwert wieder stabil unter 50 sinken sollte, wäre eine Terminbuchung nicht mehr erforderlich. In diesem Fall setzt der Mundenhof dann auf die Kontaktnachverfolgung mit der kostenlosen
Luca-App.
Die Ticketbuchung ist ab, Donnerstag, 11. März, und danach maximal fünf Tage im Voraus möglich. Sie erfolgt über freiburg.de/mundenhof.

Mundenhof hofft auf Spenden

Unter den schwierigen Rahmenbedingungen der Pandemie entstehen dem Mundenhof zusätzliche Kosten. Daher freuen sich seine Tiere und die Belegschaft umso mehr über jede Spende, so die Stadtverwaltung. Entsprechende Plakate werden ab Freitag unter anderem bei den Spendenkassen aufgehängt.

Ab einer Inzidenz von über 100 an drei aufeinander folgenden Tagen greift die sogenannte Notbremse aus der Corona-Verordnung. Wie andere zoologische Gärten und Museen muss der Mundenhof dann wieder schließen.