Wettkampf

Michaela Klähn aus Freiburg will bei TV-Show gegen 99 andere gewinnen

Gina Kutkat

Besser sein als 99 andere: Das ist die Herausforderung, der sich die Freiburgerin Michaela Klähn stellt. Am Freitagabend ist sie im Finale der Sat.1-Show "99 – Eine:r schlägt sie alle" zu sehen.

In einem Moment reibt sich Michaela Klähn mit einem Eisblock über den Körper, um ihn schnell zum Schmelzen zu bringen. Im anderen versucht sie, einen von der Decke baumelnden Marshmallow mit dem Mund zu fangen. Die 47-jährige Freiburger Designerin ist Kandidatin der SAT.1-Show "99 – Eine:r schlägt sie alle", deren Finale am Freitagabend ausgestrahlt wird. 16 Kandidatinnen und 18 Kandidaten haben es in die letzte der drei Runden geschafft, auch Michaela Klähn.
TV-Show "99 - Eine:r schlägt sie alle!"

Bei dem Format geht es um Geschicklichkeit, Sportlichkeit und Klugheit: 100 Kandidatinnen und Kandidaten treten in 99 Spielen gegeneinander an. Sie müssen Eis zum Schmelzen bringen, sich mit einer mathematischen Formel aus einer Kette befreien oder laut schreien. Am Ende bleibt nur einer oder eine übrig und gewinnt 99.000 Euro. Die Gameshow wird von Johanna Klum und Florian "Schmiso" Schmidt-Sommerfeld moderiert und in drei Teilen bei Sat1. ausgestrahlt.

"Nur eine kleine Unachtsamkeit und ich bin raus", fasst Klähn die Schwierigkeit der TV-Show zusammen. Über eine Casting-Agentur kam sie unter die 100 Teilnehmenden, die komplett abgeschottet drei Wochen lang in der Nähe von Amsterdam die Spiele durchführten. Der Sinn des Spiels: Nicht Letzter oder Letzte werden und besser sein als 99 andere. Nur, wer jedes der 100 Spiele gewinnt, siegt. Ob diese glückliche Person Michaela Klähn ist, darf sie aus vertraglichen Gründen nicht verraten. Welches Spiel ihr am meisten zugesetzt hat, dagegen schon: "Wir sollten aus einer Wasserflasche, die wir durch ein Rohr gegriffen haben, das Wasser in den Mund und dann in eine Säule fließen lassen", so Klähn. "Ich bekam Wasser in die Lunge, verschluckte mich und war eigentlich schon ausgeschieden." Weil eine Konkurrentin aufgrund eines Fehlers disqualifiziert wurde, blieb sie im Spiel.
Die bisherigen Episoden: www.sat1.de

Sportlichkeit, Geschicklichkeit und Klugheit sind bei den insgesamt 100 Spielen gefragt. Allround-Talente haben die besten Chancen auf den Sieg, den nur einer oder eine holen kann: Es winken 99.000 Euro. "Ich schätze mich schon als sportliche Person ein und bin sehr vielseitig, deswegen passe ich ganz gut in dieses Format", schätzt Klähn sich selbst ein. Und auch den TV-Machern scheint die Freiburgerin aufzufallen: In den bisher ausgestrahlten zwei Folgen ist Klähn oft in den Interviews und im Bild zu sehen. Die meisten Spiele schafft sie mit Leichtigkeit: Laut schreien, die eigenen Schuhe über eine gespannte Leine werfen oder ein Bonbon kleinlutschen. Als die Kandidierenden die längst Kartoffelschale schälen sollen, sagt sie in die Kamera: "Das Gute ist, ich habe nicht mal einen Sparschäler zuhause. Ich schäle also immer mit dem Messer." Die längste Schale wird es bei ihr dann zwar nicht, aber auch nicht die kürzeste. Und das ist schließlich die wichtigste Regel: Nie der oder die Letzte sein.

Nebenbei hat Klähn bei den Spielen auch noch Zeit, schwächeren Kandidierenden zu helfen. Denn auch Teamgeist und Hilfsbereitschaft kommen in diesem Spiel zur Geltung: Die Jüngeren helfen den Älteren, die Sportlichen den Unsportlichen. "Mir gefällt, dass es mal eine Show ist, in der die Kandidierenden nicht vorgeführt werden. Es ist kein Trash-TV."



Michaela Klähn hatte vor Beginn der Show die Befürchtung, dass sie nur ins Rampenlicht gerückt werden könnte, weil sie eine Transfrau ist. "Das war aber überhaupt nicht der Fall", so Klähn. "Das Produktionsteam ist sehr feinfühlig mit dem Thema umgegangen und hat mich so behandelt wie alle anderen." Was noch auffällt: Moderatorin Johanna Klum gendert durch alle drei Folgen, auch der Titel der Sendung wurde angeglichen: 99 - Eine:r schlägt sie alle! Der Dreh der Sendung fand unter strengesten Test- und Hygiene-Bedingungen statt. "Wir sind drei Wochen lang nur vom Hotel in den Bus in die Halle und wieder zurück." In der intensiven Zeit seien auch gute Freundschaften entstanden, erzählt Klähn. "Es fühlte sich an wie eine große Mannschaft." Hinter den Kulissen seien Strategien besprochen und Tipps ausgetauscht worden.

Wie das Ganze ausgeht, kann man am heutigen Freitagabend ab 20.15 Uhr auf Sat. 1 schauen. Denn gewinnen wird am Ende nur einer – oder eine.
99 - Eine:r schlägt sie alle!, Freitag, 30. Juli, 20.15 Uhr, SAt1. Auch online abrufbar.

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