17. Staffel

Meine Meinung: Wir brauchen mehr Serien wie Grey’s Anatomy!

Max Wolfsperger

Die Verbundenheit hat ihn zu seiner Jugendserie zurückgeholt, geblieben ist er wegen der inhaltlichen Entwicklung: fudder-Autor Max Wolfsperger liebt die Serie Grey’s Anatomy.

Der zweite Lockdown hat mich zurückgeführt ins Grey Sloan Memorial Hospital. Ich war lange nicht mehr dort und hatte den Drang, verpasste Storylines nachzuholen. Grey’s Anatomy war eine der großen Serien meiner Jugend und es ist diese Verbundenheit, die mich zurückgeholt hat. Geblieben bin ich dieses Mal aber aus anderen Gründen.

In den USA läuft zurzeit die 17. und eventuell letzte Staffel. Die Serie ist so etwas wie das Flaggschiff für Hollywood während der Pandemie geworden. Zum einen nahm man die Produktion unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen früher auf als die meisten Serien. Zum anderen wurde die Covid-Situation in Krankenhäusern während der ersten Welle einfach reingeschrieben.

Für mich knüpft Grey’s Anatomy damit an eine erstaunliche Entwicklung an. Zwar sind die ständigen Romanzen und überzogenen Dramen immer noch Bestandteil der Handlung. Allerdings thematisiert man seit einigen Staffeln zunehmende Tabus. Dabei geht es um Drogenkonsum und -abstinenz, häusliche Gewalt und Missbrauch gegen Frauen, Vergewaltigungen, queere und LGBTIQ+-Themen und Black Lives Matter. Die Liste kann immer weitergeführt werden. Entgegen der ersten Staffeln befinden sich nun beispielsweise Frauen überwiegend in Führungspositionen.

Es ist dabei aber nicht das bloße Darstellen dieser Themen, das mich beeindruckt. Es ist das Statement dahinter. Man lässt Grey’s Anatomy in der Produktion offenbar so viel Raum, um kritisch Stellung beziehen zu dürfen. Kritik am Gesundheitssystem, an Polizeigewalt gegen Schwarze, am Umgang mit Opfern von Vergewaltigungen. Davon braucht es mehr. Mehr Repräsentation und mehr Mut, dies zu zeigen. Denn was Menschen heute schauen, hat Einfluss auf ihr Denken und Verhalten.

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