Kommentar

Meine Meinung: Online-Spiele fördern soziale Kontakte in der Coronakrise

Stefan Mertlik

Abstand halten geht auch ohne Vereinsamen. Wer das schon lange weiß: Online-Gamer. Dass sie nicht immer in einem guten Licht stehen, sollte sich nun ändern, findet fudder-Autor Stefan Mertlik. Denn damit macht Social Distancing sogar Spaß.

Aufgrund der Coronakrise müssen soziale Kontakte eingeschränkt werden. Videospielerinnen und Videospieler genießen dagegen weiterhin Zeit mit ihren Freunden. Wer jetzt noch veraltete pädagogische Weisheiten nachplappert, hat nichts verstanden. Eine Krise, die in den Hausarrest zwingt, zeigt, was Gamer längst wissen: Videospiele fördern soziale Kontakte.


Das Klischee vom müffelnden Gamer, der isoliert im Keller sitzt, stimmt nicht. Der Großteil spielt mit Freunden. Das belegt zumindest ein beeindruckender Rekord der Videospiel-Plattform Steam. Am vergangenen Samstag nutzten über 22 Millionen Menschen gleichzeitig den Dienst. Ganz oben auf der Liste stehen Multiplayer-Games wie "Counter-Strike", "Dota 2" und "PUBG". Ohne Kommunikation würden die Spiele nicht funktionieren. Denn dabei lernen (junge) Menschen nicht nur in Gruppen zurechtzukommen, sondern auch Regeln zu befolgen. Doch viel wichtiger: Sie haben zusammen Spaß.

Statt auf dem Platz der Alten Synagoge treffen sich Freunde jetzt auf der Insel von "Fortnite". Computer einschalten, Headset aufsetzen und los geht's. Kumpels treffen ohne räumlichen Kontakt – dafür braucht es nur eine Internetverbindung und einen Controller. Gerade in den einsamen Zeiten der Coronakrise rückt die internationale Videospiel-Gemeinschaft noch näher zusammen.

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