Musikstreaming

Meine Meinung: Niemand interessiert sich für euren Spotify-Jahresrückblick

Eyüp Ertan

Das Jahr neigt sich dem Ende und das heißt für Spotify-Nutzerinnen und -Nutzer: der alljährliche Jahresrückblick steht an. Viele posten ihre Musikauswahl in ihrer Story auf Instagram. Fudder-Autor Eyüp Ertan fragt: Wen juckt das?

Spotifynutzerinnen und -nutzer kennen das bereits aus den letzten Jahren: Wieder einmal bietet der schwedische Musikstreamingdienst seinen Nutzerinnen und Nutzern einen Jahresrückblick an. So kann jeder und jede sein eigenes Nutzungsverhalten nachvollziehen, beispielsweise, welcher Song am häufigsten gestreamt wurde, welche Musikrichtungen am meisten gehört wurden und welche Künstlerin und Künstler zu den absoluten Favoriten gehören.


In diesem Jahr hat sich Spotify überlegt, das Ganze schon social-media-gerecht im Instagram-Story-Format aufzubereiten. Mit nur einem Klick kann man den Rückblick via Spotify posten. Und tatsächlich fühlen sich viele dazu eingeladen, ihre Highlights des Jahres nicht still und heimlich für sich zu überblicken, sondern ihrer Instagram-Followerschaft mitzuteilen. Spotify selbst dürfte sich feiern – die Marketingstrategie ist perfekt aufgegangen.

Trefft euch, um über eure Musik zu reden

Aber: Wen zur Hölle juckt euer Jahresrückblick in einer Insta-Story? Schön für euch, welche Musik ihr hört, aber warum das Ganze in einer 24-stündigen Story posten? Wenn euch tatsächlich wichtig ist, dass eure Lieblingsmusik von euren Freundinnen und Freunden gehört wird, wieso nicht einfach den Song, das Album oder gleich eine ganze Playlist schicken? Oder beim nächsten Treffen direkt die Musik zeigen und die Reaktion darauf live mitbekommen?

Trefft euch, um über eure Musik zu reden. Oder schickt sie wenigstens in einer persönlichen Nachricht. Sonst haben zwar eure Followerinnen und Follower euren Musikgeschmack wahrgenommen. Mehr aber auch nicht.

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