Uni

Meine Meinung: Hochschulen und Studierende sollten endlich aktiv werden

Anika Maldacker

Ein Aufruf zur Impfung ist gut, aber zu wenig. Die Hochschulen sollten die Zeit bis zum Wintersemester nutzen, um ihren Mitgliedern die Immunisierung zu erleichtern, damit Präsenzlehre möglich wird.

Wie viele Studierende in Freiburg oder im Land geimpft sind, kann niemand sagen. Die Zahlen werden nicht erfasst. Das verwundert, denn sie spielen für die Entscheidung, wie viel Präsenzlehre im Wintersemester zugelassen wird, eine wichtige Rolle. Auf welcher Basis will man das Semester planen, ohne verlässliche Zahlen zu haben? Richtig ist, dass die Hochschulen ihre Studierenden auf die Impfmöglichkeiten hinweisen – aber ist das alles?

Wenn der Uni tatsächlich so viel an mehr Präsenzlehre im Herbst läge, sollte sie sich mehr einfallen lassen, damit ihre Mitglieder immunisiert werden. Wieso keine Impfteams vor die Mensa oder die UB schicken? Oder in die Studierendenwohnheime? An der Uniklinik sitzen die Experten. Es ist an der Zeit, dass die Hochschulen aktiv werden. Seit eineinhalb Jahren debattiert das Land über Schulen – die Studierenden bleiben unbeachtet. Wenn Hygienekonzepte irgendwo gut umsetzbar sind, dann in weitläufigen Hochschulgebäuden. Die Landesregierung hat mit der Corona-Verordnung zum Studienbetrieb Möglichkeiten geschaffen.

Aber auch die Lethargie der Studierenden verwundert. Bis auf einen sehr verspäteten Offenen Brief haben die Freiburger Studierenden kaum organisiert Kritik am seit anderthalb Jahren geltenden digitalen Studienbetrieb geäußert.
Kontakt zur Autorin: maldacker@badische-zeitung.de

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