Kulinarik

Meine Meinung: Freiburg braucht Donuts

Alexander Schneider

Freiburg ist kein kulinarisches Paradies, aber von allem gibt es ein bisschen etwas. Eine Sache fehlt jedoch: Donuts. Warum eigentlich?

Jeder hat ein guilty pleasure, wenn es ums Essen geht. Seien es die salzigen Chips, die Tafel Schokolade, die Packung Nüsse oder was auch immer. Bei mir sind es Donuts. Die Runde Köstlichkeit aus Amerika kriegt es jedes Mal hin, mich mit ihren Kurven und glänzenden Glasuren um den Finger zu wickeln.


Kombiniert man das noch mit einer leckeren Füllung, verliere ich jegliche Kontrolle. Da kann ich doch nicht der Einzige sein? Denn schon Homer Simpson hat uns gezeigt, wie man sich gekonnt gehen lässt. Und jeder kennt bestimmt auch das Klischee von den dicken amerikanischen Polizisten, die auf ihrer Schicht Donuts inhalieren. In Freiburg sind die meisten Polizisten aber noch einigermaßen gut in Form, da es keine guten Donuts in Freiburg gibt. Die einzige Möglichkeit, in den Genuss von Donuts zu kommen, gibt es, wenn ich unterwegs im Ausland oder anderen deutschen Städten bin. Ich will auch Donuts während meiner Arbeitszeit essen. Ist das zu viel verlangt?

Freiburgs Donut-Not

Ich habe mich in Freiburg auf die Suche nach Donuts gemacht. Ich dachte, vielleicht gibt es irgendwo eine kleine unbekannte Bäckerei mit leckeren Donuts – doch ich wurde bitter enttäuscht. Eine ganze Woche lang habe ich mich auf die Donut-Suche konzentriert: Habe im Internet recherchiert, bin in verschiedene Bäckerei-Filialen gelaufen und habe telefonisch nachgefragt. Das Ergebnis: Entweder führten die Läden gar keine Donuts oder sie hatten nur solche im Angebot, die nach Standard-Fließbandprodukten schmeckten.

Dann kam mir eine Bäckerei in den Sinn, die früher leckere Donuts verkaufte: Bäckerei Pfeifle. Ihre Donuts mit weißer Glasur konnten meiner Meinung nach auch mit ihren Geschwistern aus dem Ausland mithalten. In der Bäckerei angekommen musste ich schweren Herzens erfahren, dass die Donuts aus dem Sortiment genommen wurden. Als ich dann später telefonisch nachfragte, warum das so sei, nannte mir ein Vertreter der Geschäftsleitung als Grund: "Wir produzieren die Donuts nicht selbst".

Ich war erschüttert: Es gibt wirklich keine guten Donuts in Freiburg. Allerhöchstens findet man noch welche in den Supermarktregalen. Oder auch bei großen Ketten wie Starbucks oder McDonald’s. Die meisten schmecken aber trocken und sind nicht empfehlenswert. Wer schonmal richtig gute Donuts nach amerikanischer Art probierte, versteht mein Dilemma.

Der Ursprung von Donuts

Ursprünglich stammen Donuts aus Holland und wurden im 17. Jahrhundert erfunden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachten holländische Siedler ihre Erfindung nach Amerika. Der Name "Donut", eigentlich "Doughnut", heißt so viel wie "Teignuss". Beim Frittieren gab es früher ein Problem: Während der äußere Bereich schön frittiert wurde, blieb der innere Teil meist als zäher Teigklumpen zurück. Deshalb platzierte man Nüsse in der Mitte des Teigs, wodurch der Teig um die Nuss gut ausgebacken wurde. So entstand der Name "Doughnut".

Seit jeher kämpfen zwei Donut-Giganten um die Vorherrschaft: Krispy Kreme und Dunkin Donut’s. Krispy Kreme ist in Deutschland noch nicht vertreten, aber Dunkin Donut’s hat seinen Weg aus den Staaten zu uns gefunden. In vielen einigermaßen großen Städten in der Umgebung gibt es inzwischen eine Filiale: Stuttgart, Mannheim, Heidelberg. Außer in Freiburg.

Deshalb mein Vorschlag: In Freiburg gibt es noch genügend Platz für eine Donut-Filiale. Diesen muss auch kein großer Konzern füllen – die besten Donuts machen meist kleine unabhängige Geschäfte. Also, an alle Donut-Entepreneure da draußen: Versucht euer Glück in Freiburg!

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