Düstere Szenarien

Meine Meinung: Deshalb sind Dystopie-Filme gerade jetzt noch schöner zu schauen

Carolin Johannsen

Wir befinden uns in einer düsteren und schwierigen Zeit – aber es kann alles auch noch viel schlimmer kommen! So sieht man es zum Beispiel in "Dystopie-Filmen" inklusive Endzeitvisionen. Warum es gut tut, etwas zu schauen?

Wie schlimm kann es werden? Wie wird die Menschheit aussterben? Welcher Weltuntergang steht uns bevor? Dystopien malen die Zukunft in den dunkelsten Farben und düstersten Szenarien. Und obwohl diese Endzeitvisionen oft beängstigend sind, macht es gerade in Zeiten der Pandemie auch Spaß, Apokalypsenfilme zu schauen, findet fudder-Autorin Carolin Johannsen.

Das Schlechte, das Negative, das Beängstigende von Dystopien fasziniert. Was in den Filmen gezeigt wird, regt zum Nachdenken an. Wie realistisch sind die Horrorvorstellungen? Kann es sein, dass unsere Erde durch einen Sturm, einen Meteor oder eine Seuche zerstört wird? Ist es möglich, dass Zombies existieren? In meinem Kopf schwirren solche Fragen umher, wenn ich einen Endzeitfilm schaue – es sind ein Gedankenkarussell und eine Gänsehaut der angenehmen Art.

Parallelen zur aktuellen Situation

Die Szenarien in vielen Dystopien sind nicht akut realistisch, aber auch nicht komplett abwegig. Wenn ich zum Beispiel an "I am Legend" denke, finde ich zahlreiche Parallelen zur aktuellen Situation. Das macht mir Angst und beruhigt mich gleichzeitig. Denn kann es wirklich so schlimm werden, wie es in den Filmen prophezeit wird? Ich glaube nicht.

"Ich tauche ein in die Abgründe der Gesellschaft, die Katastrophen und die Kriege – aber ich weiß immer, dass das nicht alles ist."

Dystopien zeigen mir, dass es keine perfekte, fehlerlose Welt geben kann. So wie es heute Probleme gibt, wird es auch in Zukunft schwierige Zeiten und große Herausforderungen geben. Doch wie sehr unterscheiden sich die Probleme der Zukunft von den heutigen? Vermutlich weniger als man glaubt. Und vielleicht kann man gerade jetzt aus den Dystopien sogar etwas lernen? Denn Dystopien sind gesellschaftskritisch, aber keinesfalls nur schwarzmalerisch.
Eine Dystopie ist die Beschreibung einer fiktionalen Zukunft mit negativem Ausgang. Es ist der Gegenbegriff zu Utopie und ist somit das Gegenteil der positiven Idealvorstellungen und Zukunftsvisionen. Der Grundton einer Dystopie ist pessimistisch und meist wird der Niedergang menschlicher Zivilisation dargestellt.

Der Aufstieg nach dem Umkehrpunkt

Wenn ich einen Apokalypsenfilm schaue, lasse ich mich mitreißen. Ich tauche ein in die Abgründe der Gesellschaft, die Katastrophen und die Kriege – aber ich weiß immer, dass das nicht alles ist. Gerade jetzt ist es schön, Dystopien anzuschauen, weil nicht nur der Schmerz und das Leid gezeigt werden, sondern nach einem Umkehrpunkt auch wieder der Aufstieg.

Natürlich zeigen diese Endzeitfilme, was im schlimmsten Fall mit der Menschheit passieren kann. Aber meistens zeigen sie nach und während der Katastrophe die Kämpfenden und die Überlebenden. Egal, wie schlimm das Szenario ist, es gibt immer Menschen, die es überstehen. Es gibt immer diejenigen, die sich durchbeißen, die wieder aufstehen, die die Hoffnung nicht verlieren. Und an diesen Charakteren halte ich mich fest.

Das Potenzial in der Krise

So schlimm und schwierig die aktuelle Pandemie ist, so viel Potenzial liegt auch in der Krise. Wie die Helden in den Dystopien werden auch wir irgendwann vor der Aufgabe stehen, das System zu reformieren, die Gesellschaft wieder zusammenzuführen und Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden. Und ebenso wie den Protagonisten in den Filmen wird uns das auch gelingen – das hoffe ich jedenfalls, wenn ich solche Filme schaue.
Und egal wie beängstigend und schwarzmalerisch Endzeitfilme sind, ich genieße sie in der Coronazeit umso mehr. Denn die Hoffnungslosigkeit kann auch Hoffnung geben.
Empfehlungen für Dystopie-Filme

1.) I am Legend
Der Virologe Robert scheint der letzte Mensch in New York City zu sein, nachdem ein Virus die Menschheit nahezu ausgerottet hat. Diejenigen, die überlebt haben sind entweder immun oder tierähnliche, aggressive, blutrünstige Wesen. Robert, der seine Familie verloren hat, forscht in seinem abgeschotteten Haus fieberhaft nach einem Mittel, die Kreaturen zu heilen. Währenddessen versuchen diese in sein Haus einzudringen und ihn und zwei weitere Überlebende anzugreifen.

2.) The Day after Tomorrow
Der Katastrophenfilm zeigt, wie sich die Welt durch die globale Erwärmung verändern kann. Die Katastrophe bricht in Form einer Eiszeit über die Erde ein. Die Menschen werden mit Wirbelstürmen, Hagelschauern und Flutwellen konfrontiert. Doch in den Vereinigten Staaten gibt es Überlebende.

3.) 1984
Alle Bürger werden vom System überwacht. Wer am System zweifelt, begeht ein Gedankenverbrechen und wird von Gedankenpolizisten gefoltert. Das Szenario erinnert an Big Brother, in dem nichts verheimlicht werden oder privat bleiben kann.

4.) 2012
Ein Geologe entdeckt, dass die Erdkruste instabil geworden ist, was zu einer Vielzahl Naturkatastrophen führt, die die Welt zerstören. Einige wenige können sich retten und harren aus bis der Meeresspiegel wieder sinkt. Der Film basiert auf der Maya-Prophezeiung, dass die Welt im Jahr 2012 untergehen sollte.

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