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Meine Meinung: Auch Freestyle-Rap hat Grenzen

Stefan Mertlik

Bei einem Freestyle-Battle wie dem Rap Anker in Freiburg geraten nicht nur die Teilnehmer in die Schusslinie. Wer ausgrenzt und beleidigt, sollte damit konfrontiert werden, findet Stefan Mertlik.

Mit dem Griff zum Mikrofon geraten nicht nur die Teilnehmer eines Freestyle-Battles in die Schusslinie. Die Freundin, die Mutter, die Tante und die Oma – kaum ein weibliches Familienmitglied übersteht eine Auseinandersetzung unbeschadet.


Es gehört zum guten Ton, dass der Kontrahent mit allen Mitteln erniedrigt wird. Das Publikum labt sich an den fiesen Sprüchen wie Commodus am Gemetzel seines Gladiators Maximus. Doch wann ist die Grenze des guten Geschmacks überschritten?

Unverhohlener Rassismus wird ignoriert

Bei einem Battle der VIVA-Show "Mixery Raw Deluxe" attackierte ein Rapper seinen asiatischen Gegner: "Ich seh’ an deinen Schlitzaugen, dass deine Raps nichts taugen." Das Publikum jubelte und freute sich über den spontanen Doppelreim. Der unverhohlene Rassismus wurde ignoriert – so wie es auf anderen Veranstaltungen auch mit Homophobie und Misogynie passiert.

Wer den kreativen Höhepunkt nur durch das Ausgrenzen und Beleidigen bestimmter Gruppen erreicht, sollte damit konfrontiert werden. Am besten noch auf der Bühne von seinem Gegner.
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