Laing im Spiegelzelt: Rotz, Reim und Revue

Jule Markwald & Lina Wiemer

Dass der Auftritt von Laing gut werden würde, war fudder-Autorin Lina eigentlich schon vorher klar. Aber dass sie am Ende des Konzerts heiser sein würde, überraschte sie dann doch. So war's am Sonntagabend im Spiegelzelt:



Mit Werbetexten von Plattenfirmen ist das so eine Sache: Sie versuchen mal mehr, mal weniger locker zu beschreiben wie die promotete Band klingt, sich von anderen unterscheidet und was sie unbedingt hörbar macht. Bei Sängerinnen darf das Attribut „sexy“ in der Regel nicht fehlen. Auch Laings Plattenfirma Universal erfüllt alle genannten Punkte. Also am besten selbst rein ins Konzert und gucken wer da wie auf der Bühne steht.

Und was sehe ich? Drei Sängerinnen, eine Tänzerin, einen Schlagzeuger. Und ganz wichtig: schwarze High Heels, enganliegende weiße Hosen, darüber schwarze ärmellose Oberteile, roter Lippenstift und Hochsteckfrisuren. An den Ohren hängen glitzernde Ohrringe, die den Bandnamen formen. Dieser bedeutet im übrigen nicht wie die Band selbst schon verkündet hat „heißer Scheiß, der dir ab jetzt am Schuh klebt“, sondern steht schlicht und einfach für den Mädchennamen der Mutter von Frontfrau Nicola Rost.

Jedenfalls ist der Punkt mit der Sexyness erfüllt. Und die Bühne? Die ist schlicht gehalten. Hinten steht ein Schlagzeug, daneben ein kleines Podest und vorn drei Mikros, an denen je eine Schreibtischlampe montiert ist. Diese bringen im Laufe des Konzerts das Make-Up der Sängerinnen erst richtig zum Tropfen.

Das Publikum? Überraschenderweise sehr gemischt. Auch Kinder mit ihren Eltern sind in der Menge. Die Show? Entspannte Mischung aus Choreographie, Spontanität und Performance inklusive akrobatischer Einlagen. Die kurzen Gesangspausen füllt die durchtrainierte bandeigene Tänzerin mit Breakdanceeinlagen. Der Sound? Voll, elektronisch, minimalistisch, geil. Nicht bewegen? Nicht möglich! Die Songs? Direkt und ehrlich, mit Tiefgang.

Die Texte werfen ganz banale Fragen des Alltags auf wie „Häng ich mich auf oder saug’ ich im Wohnzimmer staub“ oder „Ich weiß wie du beim Ficken klingst, aber ich konnte mir nie merken, dass du Kaffee gern mit Zucker trinkst.“

Laing erweisen sich auch als erprobte Coverband und tragen die wahrscheinlich beste Version des Prinzenklassikers „Alles nur geklaut“ vor. Experimentierfreude in ihrer besten Form. Auch das Publikum würdigt diese Mischung und so findet die beste Party der Stadt an diesem Abend mit nicht enden wollenden Applaus ihr Ende!

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Fotogalerie: Jule Markwald

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