Kurzfilm

Kurzfilm der Woche: Einen kleinen blauen Punkt nennen wir unser zu Hause

Alexander Schneider

Von außen betrachtet, ist die Erde nur ein kleiner, blauer Punkt im großen Universum. Für uns ist dieser kleine blaue Punkt unser zuhause, es wäre doch schade, wenn dem irgendwann nicht mehr so ist.

Schaut man von außen auf die Erde, kann sie einem fast schon blass und klein vorkommen. Sie ist nur einer von Myriaden von Planeten und im Kontext des immer weiter expandierenden Universums unbedeutend. Doch für uns Menschen ist sie das nicht. Sie ist unser zuhause. In unserer Galaxie haben wir noch keinen vergleichbaren Planeten entdeckt und selbst wenn, wäre dieser außerhalb unserer Reichweite. 2011 behausten 8,7 Millionen uns bekannter Arten unseren Planeten, doch das ist nur ein Bruchteil, denn die meisten Arten sind uns noch unbekannt. Darunter der Homo Sapiens, alle Menschen, die wir jemals kannten, alle Menschen die uns wichtig sind und all unser Wissen über unsere Welt entsprang diesem kleinen blauen Punkt.




Carl Sagans Erbe ist heute aktueller den je

Diese Botschaft versucht Carl Sagan im Kurzfilm "Pale Blue Dot" zu verdeutlichen. Carl Sagan war Astronom und Astrophysiker, Wissenschaftskommunikator, Buchautor und Fernsehmoderator der TV-Show "Unser Kosmos (Cosmos: A Personal Voyage im Originalen)". Carl Sagan wollte die Wissenschaft popularisieren und der Gesellschaft eine skeptische,wissenschaftliche Denkweise näher bringen. Er sagt die Wissenschaft sei nicht nur essentiell im Streben nach der Wahrheit , sondern auch im Erhalt unserer demokratischen Institutionen.

In Wissenschaftskreisen wurde er immer wieder für seine Arbeit kritisiert, da er wissenschaftliche Themen nicht in ihrer ganzen Komplexität darstellte. Carl Sagan ließ sich davon nicht aus der Fassung bringen. Er wollte die Menschen für die Wissenschaft begeistern und konnte komplexe Themen gut kommunizieren. Heutzutage zitieren bekannte Wissenschaftler Carl Sagan als Inspirationsquelle für ihre Arbeit.

Carl Sagan versuchte die Gesellschaft von den Pseudowissenschaften seiner Zeit zu befreien. So kam Carl Sagan zum Beispiel zu dem Schluss(nicht nur er), dass es keine belegbaren Fakten für UFO-Sichtungen gäbe, aber gleichzeitig war er der Überzeugung, dass es irgendwo doch außerirdisches Leben geben müsse. Es ist doch höchst unwahrscheinlich, dass wir die einzigen in diesem Kosmos sind. Aber wo bleiben sie?

Manchen Studien zufolge hätte uns schon längst eine uns überlegene intelligente Lebensform auffinden müssen, gäbe es den so eine in unserer Galaxie. Aber vielleicht meiden sie uns bewusst, wenn sie sehen, wie wir miteinander und dem Planeten umgehen. Wie Carl Sagan es in dem Video sagt: "Es gibt kein Anzeichen dafür, dass wir von außerhalb Hilfe bekommen, die uns vor uns selber schützt."

In Zeiten der Klimakrise wären wir alle wohl besser dran, auf die tatsächliche Wissenschaft zu hören und keinen pseudowissenschaftlichen Aussagen zu folgen. Die fest eingesessen "Menschgemachten-Klimawandelleugner" kann man wohl nicht mehr überzeugen. Aber all die Menschen, die noch unentschlossen sind und nicht wissen, wem sie glauben können, könnten von Wissenschaftskommunikatoren, wie Carl Sagan es einer war, überzeugt werden.

Man schätzt Dinge erst, wenn sie nicht mehr da sind

Nun haben wir schon einen einzigartigen blauen Punkt, der uns eine Heimat bietet, doch wir Menschen haben weiterhin größere Ambitionen. Der nächste Schritt ist es andere Planeten zu erkunden. Für die NASA sei eine bemannte Mars-Mission erst in den 2030er Jahren möglich, Tesla-Chef Elon Musk will schon bis 2025 mit seinem Raumfahrtprogramm "SpaceX" Menschen zum Mars geschickt haben. Die Faszination dahinter andere Planeten zu erforschen ist groß und ein wissenschaftlicher Meilenstein. Doch wollen wir Menschen wirklich dort leben? Der Mensch sehnt sich nach dem was er nicht hat, vom kleinen blauen Punkt aus hat dieser rote Himmelskörper eine anziehende Wirkung.

Doch uns sollte eins bewusst sein, nirgends in unserer Galaxie ist es so lebensfreundlich wie auf unserer Erde. Der Mars ist eine ausgetrocknete kalte Staubwüste. Die Temperaturen betragen dort Minus 50 Grad. Vielleicht ist es irgendwann möglich dort zu überleben, doch will man wirklich seine Kinder auf einer isolierten Raumstation aufziehen? Selbst Astronomen zweifeln daran, dass wir in naher Zukunft eine neue menschliche Zivilisation auf irgendeinem Planeten errichten, der nicht die Erde ist. Zum Willen der Wissenschaft sind die Fortschritte in diesem Bereich hoch erstrebenswert, doch bis auf ein paar mutige Freiwillige werden Menschen in naher Zukunft wohl keinen Fuß auf den Mars setzen.

Wahrscheinlich wäre es sinnvoller unsere Ressourcen darin zu investieren, unseren kleinen blauen Punkt weiterhin am Leben zu halten.