Kleinststadtgeheimtipps: Waldkirch

Hermann Horn & Stefan Fröhlich

Welcome to Waldkirch: Hirschenbräu, Herrebäck, Batzenhäusle, Kandel/Kondel, Milan Waldkirch, Daniel Schwaab, Baumkronenweg, Outback, Epizentrum, Milliongässli, Kollnauer Fescht, Ganter Interior, Sick AG, wer weiß noch was? Weitere Assoziationen gibts im Folgenden.



  Gibt's seit: 926 n. Chr. (erstmalige urkundliche Erwähnung). Das Stadtrecht erhielt Waldkirch im Jahre 1300.

  Einwohner: 20.498. In den 1970er Jahren kamen die Ortschaften Kollnau, Buchholz (mit Batzenhäusle), Siensbach und Suggental durch die Gemeindereform hinzu.

  Pflichttermine: Alle drei Jahre findet das Internationale Orgelfest sowie das ebenfalls sehr vielschichtige Historische Marktplatzfest statt. Auch nicht zu verachten: die alljährlichen Feierlichkeiten Stadtfest, Kollnauer Fescht (18. bis 20. Juli!) und nicht zuletzt das Gartenfest in Siensbach.

  Das hört der Bürgermeister: Rock, Beat und klassische Gitarre. Favoriten: Beatles und Rolling Stones. Er hört aber auch regionale Artisten wie die Frederic Street Band, die No Plastic Band und Graf Eberhard (Richard Leibinger, SPD).

  Städtepartnerschaften: Séléstat (Elsass), Chavanay (Loire), Charleroi (Belgien), Worthing (England) und Liestal (Baselland).

 

  Das sagt die Jugend: "Toll ist, dass es in Waldkirch seit einiger Zeit einen Kunstrasenplatz gibt, auf dem jeder kicken kann. Auch die Tennisplätze sollen demnächst renoviert werden. Am Stadtrainsee kann man Minigolf spielen und auf dem See Tretboot fahren. Die Ausgehmöglichkeiten am Abend sind hier dagegen recht begrenzt." Waldkircher, 17

  Mitbringsel: Brezeln der Bäckerei Herr (Herrebeck, Marktplatz 10) und Lichtschranken der Sick AG, Wackerstein von der Kastelburg, eine Zeckbox (R.I.P., snief).

Kulinarische Besonderheiten: Neben der allseits bekannten Schwarzwälder Kirschtorte, die besonders im Waldgasthof Altersbach - am Fuße des Kandels - mundet, empfiehlt uns der Bürgermeister die selbstgemachte Schokolade vom Café Lehmann. Gaststätte-Café Lehmann, Hauptstr. 67.

 

  Inoffizielles Gangland: Texas-Oberkollnau

Spitzname: Waldkirch wird auch Vaterunserloch genannt.

Kicker: Die erste Mannschaft des SV Waldkirch erkämpfte sich in der Saison 2007/08 den neunten Platz in der Landesliga (Staffel 2). Bester Torschütze war Jan Ernst (11 Tore). Wird man mit diesem Ergebnis an die ruhmreichen 1970er Jahre anknüpfen können, als der SVW knapp den Aufstieg in die Regionalliga verpasste?

Krawallkicker: AC Milan Waldkirch; erst unlängst fielen einige Spieler wieder auf durch tätliche Übergriffe auf einen Schiedsrichter.

  Fasnet: Hot Spots sind Café Da Vinci und Bayersepple (beide am Marktplatz), Café Patria, Scheffelhof, Krone.

 

  Relaxtipp: Spaziergang durch das idyllische Areal am Stadtrainsee, dort gibt es das neue Abenteuer-Minigolfgelände. Auf zwölf Greens kann man seine Puttingfähigkeiten unter Beweis stellen.

  Gastrotipps: die "Pizza Ecke" an der Lange Straße: Symphatisches Personal und verschiedene, aushängende Informationen über Herkunft und Machart der Pizza; Top-Qualität! Francescos Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11 Uhr bis 14 Uhr sowie Dienstag bis Sonntag von 17.30 Uhr bis 22.30 Uhr. Außerdem empfehlenswert: Rumpsteak "Café de Paris" in der Pfeffermühle (Gruß an Pepper) sowie Filettoast mit Spätzle und Rahmsauce im Restaurant Stadtrainsee.

 

  Der besondere Verein: Islamischer Verein Waldkirch e.V. Diese Vereinigung bemüht sich laut Aussage des Waldkircher Oberbürgermeisters Richard Leibinger seit Jahren aktiv um Kontakt und Intergration unter Beibehaltung der eigenen kulturellen Identität. Das Vereinshaus beherbergt einen Billiardtisch, Sofas und einen kleinen Fernseher. Die Räumlichkeiten werden vor allem Freitags für Gebete genutzt. Auch Feierlichkeiten trägt man hier zuweilen aus. Desweiteren bemüht sich der Islamische Verein Waldkirch, eine eigene Fußballmannschaft auf die Beine zu stellen. Bewilligt hat sie die Stadt noch nicht.

    Tanzschuppen: Die größte und von allen Altersschichten besuchte Diskothek ist das Outback (Stahlhofstr. 5). Jeden Samstagabend kann man hier abfeiern zum Sound von DJ Willi, DJ Oli S oder DJ Lukas. Gehört man der Ü30-Kategorie an, ist der Eintritt zu manchen Veranstaltungen sogar kostenlos.
Außerdem gibt es das selbstverwaltende Alternative Jugendzentrum Waldkirchs (kurz AJZ). Sei es ein Metalcoreabend oder eine Reggaeparty, das AJZ hat fast alles im Programm.

 

  Hier trifft sich die Jugend: Auf diese Frage reagiert man verschieden. In Batzenhäusle wird die örtliche "Bushalde" bevorzugt. Jugendliche verschiedener Nationalitäten treffen sich hier in ihrer Freizeit und hängen rum. Entsprechend sieht die Bushaltestelle "Emmendingerstraße" auch aus. Desweiteren werden die Bahnhaltestellen "Batzenhäusle" sowie "Waldkirch Hauptbahnhof" gerne als Anlaufstelle zum kulturellen Dialog und als Treffpunkt für nächtliche Aktivitäten genutzt. Natürlich verbringen viele Kinder und Jugendliche ihre Freizeit auf dem neuen Sportplatz, der für 300.000 € von der Stadt finanziert worden ist.

  Das bestätigte Gerücht: Nach langen Spekulationen schloss das Waldkircher Schwimmbad diesen Sommer nun wirklich. Klar ist jedoch noch nicht, ob es zu einem Naturbad umfunktioniert oder das Gelände durch Bebauung zweckentfremdet wird.

 

  Lahmstes Projekt: Der Baumkronenweg. Die eigens errichtete Website wirbt mit Europas längster Highspeed-Röhrenrutsche und verspricht einen echten "Adrenalinschub". Dieser entsteht spätestens, sobald man erfährt, dass die Rutsche aufgrund von eklatanten Sicherheitslücken erneut geschlossen werden musste. Der Sinnespfad und der Baumkronenweg sind jedoch von Mai bis Oktober täglich von 10.30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Der Aufstieg ist jedoch kein Muss, denn das Ganze sieht immer noch sehr unfertig aus. Schade eigentlich.

Bekannte Waldkircher: Daniel Schwaab (SC Freiburg), Heiko Herrlich (Ex-SC Freiburg, Borussia Dortmund); persona non grata: Karl Jäger, ein SS-Standartenführer des zweiten Weltkrieges und Organisator des Holocausts in Litauen.
Schlagzeilen: Am 5. Dezember 2004 gab es in Südbaden ein Erdbeben. Eine Erschütterung der Stärke 5,4 auf der Richterskala hatte ihr Epizentrum in der Waldkircher Innenstadt, allerdings ohne erheblichen Schaden.

 

Häufige Nachnamen: Schätzle, Wehrle, Weber, Stratz, Bayer (Baier...)

  Ortsrivalität: Das Verhältnis zwischen Waldkirchern und Kollnauern ist oft angespannt und von Vorurteilen geprägt. Andererseits bemüht man sich um ein harmonisches Miteinander. Früher hörte man oft derbe Witze wie: "Busunglück: 40 Kollnauer stürzten in den Tod. Was ist daran schlimm? Es hätten 60 reingepasst." Solche Sprüche sind rar geworden. Kleinere Sticheleien gibt es aber immer noch.

Vokalsturz: In Waldkirch geht man mit dem "Mandel uff de Kandel", in Kollnau mit dem "Mondel uff de Kondel"

 

 

Foto-Galerie: Stefan Fröhlich & Hermann Horn

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