Kleinststadtgeheimtipps: Löffingen

Sarah Kärcher

Zwischen Wiesen und Wäldern des Hochschwarzwalds, hinter Titisee-Neustadt und vor Donaueschingen liegt die kleine Stadt Löffingen. Sarah wohnt dort und kann einiges empfehlen: einen Besuch im Haslachstadion, wo einst Martin Braun kickte, den großen Hexenball mit Katerfrühstück, das Waldbad, Villa Vivaldi und Löffinger Kräutertee.



Gibt’s seit: 819 (erste urkundliche Erwähnung); 1270 erhielt die Stadtrechte von den Fürstenbergern und wurde ein zentraler Ort in der Westbaar.

Einwohner: 7.767 mit Gemeinden, die Stadt allein bewohnen 4.344 Menschen.

Entstehung des Ortnamens: Die Endung "-ingen" weist darauf hin, dass es sich um eine frühalemannische Siedlung handelt (350 bis 450 n. Chr.). Der Ortsname deutet an, dass sich hier zuerst ein freier Alemanne, der Leffo oder Laffo hieß, mit seiner Sippe niederließ.

Fahrtzeit Löffingen-Freiburg: 80 Minuten mit der Höllentalbahn

Vorwahl: 07654 (kann man sich auch angetrunken merken)

Das hört der Bürgermeister: Bisher nur unsere eintreffenden Mails (kling-klong!) mit dem Betreff "Ihr Musikgeschmack?" Norbert Brugger (SPD)

Häufige Nachnamen: Ketterer, Maier

Spitznamen: Die Löffinger nennen sich selbst am liebsten „Leffinger“. In Unadingen gibt es den bösen Spruch: „Lieber gar kein Finger als Leffinger."



Pflichttermine: Alle zwei Jahre findet im Ortskern das Städtlefest statt, meist in der ersten Augustwoche – mit Volksmusik, Schminkständen, besandeter Südeseebar und so weiter. Nächster Termin: Sommer 2010.

Kicker: Der FC Löffingen überwintert mit seiner ersten Herrenmannschaft auf Platz 3 der Bezirksliga Schwarzwald; wichtigster Torschütze: Benny Gaudig; nett: auf der Website wünscht man allen Juden ein frohes Chanukka.

Fasnet: läuft 2009 nach dem Motto: „Alles total verhext!“ und spielt in Löffingen eine große Rolle. Die örtliche Zunft bilden die Laternenbrüder. Nachdem die 20-jährigen Bewerber den Narrenbaum am schmutzigen Dunschdig in der Ortsmitte aufgestellt haben, werden sie nach Brauchtum in den Verein der Laternenbrüder aufgenommen. Viel Ansturm gibt es auf den Hexenball in der Festhalle mit morgendlichem Katerfrühstück, dieses Jahr am Samstag, den 21. Februar ab 19 Uhr.



Relaxtipps: Die Wutachschlucht südlich von Löffingen ist wunderbar zum Wandern und Erholen. Die Stille genießen kann man auch auf einem Spaziergang durch die Wiesen auf dem Reichberg. Ein dritter Tipp ist das kleine Hallenbad in Dittishausen, mit Sauna und angenehmer Hintergrundmusik oder bei gutem Wetter das Waldbad zwischen Löffingen und Dittishausen (Telefon 07654 / 8266). Wenn man lieber keinen künstlichen Badeort aufsuchen will, muss man ein bisschen fahren zum Kirnbergsee bei Unterbränd.



Gastrotipps: Zu empfehlen ist Villa Vivaldi (Rötenbacherstr. 8, Telefon 07654 / 8707), ein italienisches Restaurant, das sich ein bisschen außerhalb des Ortskerns befindet. Außer zu viel Käse gab es hier noch nie etwas zu bemängeln. Lecker ist’s auch beim örtlichen Asiaten. Bei Tai Sang (Kirchstraße) ist es günstig und lecker, Tipp: scharfe Nudeln. Und am Dönerstand nebendran kann man sich mit türkischen Jugendlichen unterhalten.

Das Gerücht: Auch wenn überall Nebel ist, in Löffingen scheint die Sonne! Ein Gerücht, das unsere Fotogalerie leider nicht bestätigt.

Tanzschuppen: Wer in Löffingen tanzen gehen will, hat schlechte Karten. Ab und zu wird zwar für die Schüler der Haupt- oder Realschule ein Schülerball organisiert, aber wer kein Schüler ist oder auch mal wann anders tanzen will, muss nach Neustadt ins Bacio gehen oder gleich nach Donaueschingen ins Delta.



Hier trifft sich die Jugend: am Bahnhof, trotz Kälte: rauchen, trinken, laut Musik hören und mitgrölen. Aber auch im Bistro Knopfloch und im Küferstüble trifft man auf unter 18-Jährige.

Das sagt die Jugend: Dennis (17): „In Löffingen sollte es mehr Partys geben, vor allem in der Festhalle, die sich ja dafür anbietet. Hier ist einfach zu wenig los. Gut an Löffingen sind die vielen Sportanlagen.“

Der besondere Verein: Imkerverein in Friedenweiler, Modellfluggruppe, Stadtmusik.



Berühmte Löffinger: Walter von Lucadou, 64, Physiker und Parapsychologe; Martin Wehrle, Karriereberater und Bestseller-Autor; und natürlich Martin Braun, Abwehr- und Mittelfeldspieler, der Anfang der 1990er Jahre den SC Freiburg groß machte und beim selben Verein später als Pressesprecher arbeitete, was einigen im Verein aufgrund Brauns Symphatie für Volker Finke nicht gefiel; zuletzt arbeitete Braun als Geschäftsführer des VfR Aalen; vor kurzem wurde er dort entlassen.

Kulinarische Besonderheiten: Im Teestüble gibt es Kräutertee aus Löffingen zu kaufen. Und jeden Freitag auf dem kleinen Wochenmarkt gibt es Käse, der in Göschweiler, einer Gemeinde von Löffingen, hergestellt wird mit Milch von Kühen aus den Gemeinden um und aus Löffingen. Weitere Spezialität: der Löffinger Städtlesekt.

Panorama: Steht man im Pavillon auf dem Alenberg, hat man eine schöne Sicht über die ganze Stadt. Vor allem an Silvester lohnt es sich, mal hochzusteigen und die vielen Feuerwerke anzuschauen. Aber auch sonst lohnenswert.

Foto-Galerie: Sarah Kärcher

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