Club der Freunde

Corona-Jugend

Junge Menschen erzählen, was sie in der Pandemie umtreibt

Wie ist so eine Jugend unter Corona-Bedingungen? Vier junge Menschen berichten vom Lernen in der Pandemie, weniger gewordenen Kontakten zu Freunden und Geburtstagsfeiern am Bildschirm.

BZ: Frau Steinhart, Frau Klahs, Herr Mehrle, Herr Stöck, wir wollen mit Ihnen darüber reden, was junge Menschen in der Pandemie umtreibt. Wie haben Sie die vergangenen Corona-Monate erlebt?
Steinhart: Mittlerweile hat man Routine. Das Online-Studieren hat sich für die, die schon länger studieren, ganz gut eingespielt. Was nicht gut funktioniert, waren die Vorbereitungen für die Erstsemester. Die kennen niemanden, studieren jetzt schon fast zwei Semester und haben noch nie jemanden richtig sehen können. In Nicht-Corona-Zeiten würde ich in Freiburg wohnen, nicht bei meiner Familie in Lenzkirch. In Freiburg hatte ich eine WG. Das alles bleibt natürlich gerade auf der Strecke. Aber da muss man sich halt zusammenreißen, dann wird das hoffentlich wieder anders.
Klahs: Was mir sehr gefehlt hat, waren die sozialen Kontakte. Plötzlich konnte man die Freunde nicht mehr sehen. Und meine Großeltern durfte ich auch nicht besuchen. Ins Pflegeheim durfte nur noch eine Person – das war dann meine Mutter. Schulisch lief der zweite Lockdown besser als der erste. Da hat man sich schnell wieder zurecht gefunden, dass man nach dem Aufstehen eben wieder den PC anmachte.
"Am Anfang war das mit Corona spannend"Erik Mehrle BZ: Kann man sich daran gewöhnen, Freunde nicht mehr zu sehen?
Klahs: Am Anfang war es okay. Man hat natürlich gehofft, dass die Zahlen runter gehen und man in die Schule gehen und sich dort sehen kann. Irgendwann haben wir angefangen, per Videochat miteinander zu sprechen – über ganz alltägliche Dinge, nicht nur Schule und Corona. Das war okay, aber natürlich wäre es schöner gewesen, sich direkt zu treffen.
Mehrle: Am Anfang war das mit Corona spannend. Es war auch cool, am PC zu sitzen, nicht in die Schule zu müssen. Jetzt am Ende war es für mich auch in Ordnung, ich gehöre zu den Abschlussklassen, wurde also viel in Präsenz unterrichtet. Ich habe auch das Glück, dass ich viele meiner Hobbys online erledigen kann. Ich zocke gerne, spiele Schach und Poker, das geht gut online. Das habe ich auch vor Corona gemacht. Aber ich glaube, dass Corona bei vielen Jugendlichen anfängt, an den Nerven zu kratzen. Man sieht das auch: Die Bereitschaft, Kontakte einzuschränken oder alle Corona-Regeln einzuhalten, sinkt deutlich.
"Plötzlich habe ich auch daran gezweifelt, dass Krankenpflege der richtige Beruf für mich ...

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