Virtueller Wettbewerb

Jugend forscht 2021: Warum stolpern Asseln nicht über ihre Beine?

Otto Schnekenburger

Regionalwettbewerb "Jugend forscht" findet dieses Jahr virtuell statt. Den Forschungsgeist der Teilnehmenden hat das aber kaum gemindert, auch wenn der Fokus der Projekte ein anderer ist.

Er steckt voller Experimente neugieriger Nachwuchsforscher – und ist 2021 selbst ein großes und organisatorisch gewagtes Experiment: Beim südbadischen Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" treffen sich 128 Schüler, die mit 73 Projekten an den Start gehen, am Donnerstag und Freitag mit 51 Juroren in 322 virtuellen Räumen. Im Vorjahr hatte der Wettbewerb noch vor 1500 Besuchern in der Freiburger Sick-Arena stattgefunden, aber das Coronavirus macht eine Präsenzveranstaltung unmöglich.

Das Bedauern ist greifbar beim Gespräch mit der langjährigen Regionalwettbewerbsleiterin Benita Eberhard-Lange sowie Philipp Burger und Diana Kuch vom Projektpartner und Unterstützer, der Waldkircher Sick AG. Schon der Landes- und der Bundeswettbewerb waren 2020 sehr kurzfristig dem Virus zum Opfer gefallen. Lange hatten die Veranstalter noch auf eine abgespeckte Präsenzversion in der Waldkircher Stadthalle spekuliert. Als auch dies ob steigender Infektionszahlen unmöglich wurde, musste das digitale Projekt unter Zeitdruck auf die Beine gestellt werden. Für 2021 wurden zudem die Statuten des bundesweiten Wettbewerbs geändert. Eigentlich heißt es dort, dass die Jury die Arbeiten von "Jugend forscht" gar nicht virtuell abnehmen darf.

Trotz der Umstände ist die Teilnehmerzahl geradezu erstaunlich hoch geblieben. Sie beträgt etwa 80 Prozent der Zahl des Vorjahrs – trotz Homeschooling in vielen Klassen, trotz ausgefallener AGs und des Verbots von jahrgangsübergreifenden Projektgruppen. Dabei sind dieses Mal aber auch noch neun Projekte aus dem Vorjahr, meist Regionalsieger, deren Initiatoren es verwehrt war, 2020 auf Landesebene weiterzumachen.

Nur wenige Projekte widmen sich der Corona-Bekämpfung

Auch eine leichte Verschiebung der Interessensgebiete haben die Veranstalter ausgemacht. Zwar waren sie überrascht, dass sich verhältnismäßig wenige Projekte (einmal geht es um Lüftungsanlagen, zweimal um Virentötungsgeräte) der Infektionsgefahr selbst gewidmet haben. Aufgefallen ist ihnen aber eine Verschiebung weg von den schwerer zu verwirklichenden Arbeitswelt-Themen und hin zu mathematischen Fragen oder Programmierprojekten, die sich zuhause besser lösen lassen. Benita Eberhard-Lange, die selbst in Freiburg Biologie unterrichtet, freut sich über das konstante Interesse an den von oft launig-skurrilen Ideen geleiteten Biologie-Projekten wie "Warum stolpern Asseln nicht über ihre eigenen Beine?".

Der virtuelle Wettbewerb hat indes nicht nur Nachteile. Interessierte können unter anderem der Siegerfeier ab Freitag, 19 Uhr, im Netz beiwohnen.
Informationen unter sick.com/jugend-forscht.