Judith Holofernes im Spiegelzelt: Zu heiß gewaschen

Alexander Ochs & Max Heimann

"I don't know what you did, Holofernes. Waren das Zelt und das Glas jetzt halbvoll oder halbleer?" fudder-Autor Alex macht sich Gedanken über das Konzert der "Wir sind Helden"-Sängerin am Donnerstagabend im Spiegelzelt:

Nette Musik für nette Menschen: Im noch nicht mal halbvollen Spiegelzelt schießt Judith Holofernes zielsicher ins Publikum, und das mit loser Kanone: Peng! Treffer. Danach wird dadaistisch-versponnen der Müßiggang in „Nichtsnutz“ abgefeiert. Darin die verräterische Zeile: „Ich schreib keinen Hit.“ Wieder Volltreffer. Die lustig-listigen Texte machen Spaß, die sechs Musiker – drei Frauen vorne, die Männer ab ins zweite Glied – machen ihre Sache gut und bescheren dem Publikum, vom Schulkind bis zum späten Papa, einen unterhaltsamen wenngleich gnadenlos überteuerten Abend.

Die Wir-Sind-Helden-Galionsfigur gibt sich nicht ganz so überkandidelt-oberhektisch wie mit ihrer seit Jahren auf Eis gelegten Band, ist aber an Gitarre oder „zu heiß gewaschener Gitarre“ (O-Ton Holofernes), vulgo Ukulele, stets ein leichtes Schwert; unbeschwert und manchmal auch zweischneidig. Sie covert den Singer/Songwriter Teitur von der Färöer-Inseln, erweckt Billy Joels überdrehten Klassiker „We didn't start the fire“ zu neuem Leben, covert Costello und Lyle Lovett. Das offensichtliche Problem dabei: Viele ihrere eigenen Songs überzeugen musikalisch nicht restlos, wirken – wie ein Kritiker meinte – „nicht zu Ende getextet und nicht zu Ende produziert“. Auch sehr treffend.

Mehr dazu:

   

Foto-Galerie: Max Heimann

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.