Corona

Jetzt doch: Freiburg sagt Weihnachtsmarkt ab

Simone Höhl

Kein Glühwein, viel Abstand – diese Pläne sind jetzt Makulatur: Der Freiburger Weihnachtsmarkt findet nicht statt, auch nicht in einer abgespeckten Version. Grund für die Absage sind die hohen Infektionszahlen.

Das Aus für den Weihnachtsmarkt erklärte am Dienstagabend die städtische Marktgesellschaft FWTM. Den Ausschlag gaben die stark gestiegenen Fallzahlen in und um Freiburg sowie die neue Fassung der Landesverordnung, heißt es in einer Mitteilung. "Es ist ein schnelles Handeln erforderlich, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen", erklärte Oberbürgermeister Martin Horn.

Lange hatte Freiburg mit Gesundheitsamt und Schaustellern an einem corona-konformen Konzept für die Traditionsveranstaltung getüftelt, die viele Menschen in die Stadt lockt. Vergangenes Jahr hatte der Weihnachtsmarkt 1,1 Millionen Besucher und setzte laut FWTM 36 Millionen Euro um. Jeder zweite Besucher ging noch in die Stadt.

Glühweinverbot und andere K.O.-Kriterien

Das Konzept sah ein Glühweinverbot und eine Entzerrung der Buden auf mehrere Plätze vor. Doch es war an K.O.-Kriterien geknüpft: Der Markt könne nur stattfinden, wenn die Infektionslage stabil sei, das Land die Vorgaben lockert und Veranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern zulässt und weder Umzäunung noch Registrierung notwendig seien. Sonst wäre die Einnahme zu gering und das Haftungsrisiko zu hoch, hieß es. Am Wochenende senkte das Land die Grenze auf 100 Besucher.

"Wir müssen den Weihnachtsmarkt nun schweren Herzens absagen", so Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der "Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH". Doch das Risiko sei einfach zu hoch und die Sicherheit von Besuchern, Beschickern und Mitarbeitern habe Priorität.

Harte Nachricht für Schausteller und Marktleute

Vor allem bedauern Strowitzki und sein Team, dass den Schaustellern, Marktkaufleuten und Kunsthandwerkern eine wichtige Einnahmequelle wegfällt: "Was für viele gleichzeitig mit einer ernsten Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Existenz einhergehen wird." Viele haben dieses Jahr noch keine Möglichkeit gehabt, Geld zu verdienen. Einige sind beim "Freiburger Herbstvergnügen" dabei, das aber nur noch 100 Besucher gleichzeitig einlassen darf.



Weihnachtliches Ambiente soll es trotzdem in der Freiburger Innenstadt geben: Die Stadtverwaltung installiert die Beleuchtung und stellt auch Tannenbäume auf.

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