Interview mit Schauinslandkönigin Martina Höllige

David Weigend

Die Grund- und Hauptschullehrerin Martina Höllige aus Bönnigheim ist die neue Schauinslandkönigin. In 36:45 Minuten fuhr die 38-Jährige gestern die 11,5 Kilometer lange Strecke zwischen Bohrer und Gipfelparkplatz (Höhenunterschied: 770 Meter). Bei fudder erzählt sie, wie sie das Rennen erlebt hat (mit Foto-Galerie).



Verehrte Schauinslandkönigin, Glückwunsch zum Sieg. Wie war's?

Martina Höllige: "Um 13.30 Uhr war Startzeit. Fünf Minuten vorher stellte ich mich im Bohrer mit meinem Rad auf. Die Strecke kenne ich, da ich schon 2007 mitgefahren bin, damals wurde ich Zweite. Dieses Jahr nahm ich die Strecke dennoch anders wahr. Den Kontrast von steilen und flachen Passagen habe ich vergangenes Jahr stärker gespürt. Ich schaute immer wieder auf den Tacho. Beim ersten Teil der Strecke fuhr ich meist etwa 17 km/h, obenraus dann so 22 km/h. Du hast also bis zum Schluss eine ordentliche Steigung drin.

Die Kälte kroch ganz schön in mich hinein. Besonders am Rücken und an den Händen habe ich das gespürt. Immerhin sind meine Muskeln nicht kaltgeworden. Ich hatte einen Zeitfahranzug, also kurz-kurz.

Ich fuhr schon an meiner Leistungsgrenze. Das tut weh, egal ob flache oder steile Passage, besonders in den Oberschenkeln. Die Atmung geht schnell, du schnappst nach Luft.

Da man versetzt startet, sieht man die Kontrahenten nicht. Mein Mann hat mich überholt, aber das ist normal. Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet. Dass Pia Sundstedt nicht an den Start ging, hat mir ein wenig Hoffnung gemacht, aber ich wusste natürlich, wie stark Katrin Hill ist. Letztes Jahr schaffte ich die Strecke in 38:15 Minuten, gestern in 36:45 Minuten.



Als ich im Ziel war, wusste ich zuerst gar nicht, dass ich gewonnen hatte. Ich habe mich erstmal umgezogen und bin dann mit meinem Sohn eine rote Wurst essen gegangen. Als wir dann wieder in den Zielbereich zurückgingen, sagte eine Fahrerin zu mir: "Hey, du hast es geschafft!" Umso größer war die Freude.

Die Siegerehrung ging recht lang. Mein Preis war ein Scott Addict-Fahrradrahmen, das ist etwas sehr Hochwertiges. Nach dem ersten Augenschein ist der Rahmen aber zu klein für mich. Ich hoffe, dass ich ihn vielleicht umtauschen kann.

Ich will meinen Titel nächstes Jahr verteidigen, wenn ich dann genauso fit bin. Ich bin jetzt schon mehrere Rennen dieser Art gefahren, nächstes Wochenende will ich nochmal bei einem Bergzeitfahren an den Start gehen."



Foto-Galerie: Michael Bamberger

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