Betriebe und Corona

In Freiburgs Second-Hand-Kaufhäusern führen mehr Spenden zu längeren Wartezeiten

Manuel Fritsch

Auch Freiburgs Second-Hand-Kaufhäuser spüren die Corona-Krise. Allerdings sind sie nicht unbedingt unzufrieden damit. Sie bekämen mehr angeboten, es kämen aber auch mehr Kunden, um einzukaufen.

"Vor Corona lief es ganz in Ordnung", sagt Benedetto Fichera von der Second-Hand-Kette "Troc" an der Schopfheimer Straße. "Aber seit wir nach dem Lockdown wieder offen haben, kommen viel mehr Menschen". Sie bekämen mehr angeboten, es kämen aber auch mehr Kunden, um einzukaufen.


Von den Einschränkungen dagegen bekommt das Kaufhaus wenig zu spüren. "Wir haben 600 Quadratmeter, da könnten eigentlich 60 Leute hier rein, aber so viele kommen nie auf einmal", sagt Fichera. Und für den Fall, dass jemand ohne Maske kommt, habe er immer ein paar Ersatzmasken, die er dann weitergeben könne.

Längere Wartezeiten wegen kürzerer Öffnungszeiten

In der "Spinnwebe" der Diakonie an der Krozinger Straße in Weingarten ist seit der Corona-Pandemie ein erhöhtes Spendenaufkommen zu spüren, wie der Bereichsleiter Erwerbslosenarbeit, Bernhard Neyer, berichtet. Zwar sei generell die Bereitschaft zu spenden sehr hoch, doch seit Corona sei sie nochmals etwas gestiegen. "Vereinzelt haben wir auch die Rückmeldung von Kunden bekommen, dass sie die Corona-Zeit genutzt haben, um auszumisten", sagt Neyer. Um ein Möbelstück abholen zu lassen, müsse man derzeit gut zwei oder drei Wochen Wartezeit einplanen.

Zeit braucht man auch beim "Fairkauf" der Caritas an der Friedrich-Neff-Straße in Haslach. "Das ist aber nur bedingt Corona-bedingt", sagt Verkaufsleiter Jan Köhler. Wegen der Pandemie habe das Kaufhaus seine Öffnungszeiten von acht auf vier Stunden täglich reduziert. Nun müsse die gleiche Menge Aufträge in der Hälfte der Zeit erledigt werden.

Das führe automatisch zu längeren Arbeitszeiten. Allerdings sei auch beim Fairkauf nach dem Lockdown im Frühjahr mehr Betrieb zu spüren gewesen. Inzwischen sei das Spendenaufkommen aber wieder normal, sagt Georg Payer, zuständig für Transport und Logistik. Eine weitere Einschränkung gebe es allerdings auch beim Fairkauf: Bei Warenlieferungen würde zur Zeit nur noch bis an die Haustüre geliefert und nicht mehr bis in die Wohnung. Das gehe natürlich nur in die eine Richtung, sagt Payer. Wenn der Fairkauf Waren abholt, dann müssen die Mitarbeiter wie bisher in die Wohnung – nun aber mit Maske und Abstand.