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In Freiburg fehlen bald 40 Klassenzimmer allein an den Gymnasien

Simone Höhl

Freiburg wächst und wächst und mit der Stadt der Platzmangel an ihren Schulen. Sie muss Grundschulen ausbauen und dringend auch Gymnasien. Denen fehlen in zehn Jahren 40 Klassenzimmer.

Wie viele Kinder hat die Stadt? Wie viele kommen? Und können die Schulen sie aufnehmen? Alle zwei Jahre legt die Stadtverwaltung eine Prognose vor – und eine Liste mit den dringendsten Vorhaben. Dabei geht es sowohl um Bauarbeiten als auch um die Digitalisierung. Diesen Schulentwicklungsbericht steht auf der Tagesordnung des Gemeinderats am Dienstag .


Vom Grundschüler bis zur Meisterschülerin: Knapp 42 500 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit staatliche und private Einrichtungen in der Stadt. An den Grundschulen werden es laut der amtlichen Prognose stetig mehr. Aktuell erweitert die Stadtverwaltung in der Wiehre die Lorettoschule, die Planung für Ebnet läuft.

Vier Grundschulen auf der To-Do-Liste

Für die nächsten fünf Jahre sieht die Verwaltung nun auch Erweiterungsbedarf für die Johannes-Schwartz-Schule (Lehen), Mühlmattenschule (Hochdorf), Emil-Gött- (Zähringen) und Tullaschule (Brühl) und gibt zu einigen Details an.

Bis in zehn Jahren soll die Zahl der Grundschüler von jetzt 6500 auf 8200 steigen. Den erwarteten Schub bringen Dietenbach und kleinere Neubaugebiete, indes fällt er nicht mehr ganz so stark aus, wie noch beim Bericht 2018 angenommen.

Freiburgs Gymnasien platzen aus den Nähten

Während der Platz an Werkrealschulen und Realschulen reichen soll, gibt es Probleme bei manchen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sowie bei Beruflichen Schulen.

Viel zu eng wird es an den Gymnasien. Freiburg hat eine hohe Quote von Gymnasiasten: Gut 50 Prozent aller Fünft- bis Zehntklässler arbeiten aufs Abitur hin, gerade einmal 6 Prozent sind zum Beispiel Werkrealschüler. Schon jetzt fehlt etlichen Gymnasien Platz, weil die Schüler nicht gleichmäßig verteilt sind. 2025 sollen es an den öffentlichen Gymnasien 20 Prozent mehr sein als jetzt, 2030 dann ein Drittel mehr – das wären dann über 9000. Demnächst wird die Kapazität von 204 Klassenzimmern vom Zuwachs überholt. Zudem braucht modernes Lernen mehr Raum, schreibt das Rathaus in seinem Bericht.

Ausbau am BG und am Tuniberg ist umstritten

Der Gemeinderat hat einen Ausbau von Gymnasien schon beschlossen: Als erstes soll das Berthold-Gymnasium (Waldsee) für 22 Millionen Euro um zwei Züge wachsen, Geld für die Planung steht bereit. Dann soll der Tuniberg zum Zug kommen. Offen ist noch, ob mit einem neuen Gymnasium oder einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe. Dieser Schultyp ist für Dietenbach geplant. Im neuen Stadtteil soll ein Campus für rund 1650 Schüler entstehen.

Eine Initiative fordert ein Gymnasium für Weingartenund lässt nicht locker. Fachfrau Uta Meier-Gräwe sagt, es wäre politisch klug, eine Ermutigung für die Stadtteilbewohner und ein Mittel gegen eine soziale Entmischung.