Corona-Krise

In Freiburg bleiben die Hallenbäder und das Lorettobad geschlossen

Simone Höhl

Nach langem Warten herrscht Klarheit über Freiburgs Bäder: Das Lorettobad und die Hallenbäder bleiben zu. Strandbad, Keidelbad und das Freibad in St. Georgen öffnen im Juli – mit vielen Einschränkungen.

Seit 4. Juni gibt es die Verordnung zum Schwimmbadbetrieb in Corona-Zeiten, am Mittwoch gaben nun Freiburgs Stadtverwaltung und Badbetreiber die eingeschränkte Öffnung bekannt. "Es hatte den Anschein, dass wir das Thema verschlafen", sagte Bürgermeister Stefan Breiter: "Dem ist nicht so." Klar sei gewesen, dass Bäder öffnen, aber nicht wie viele und welche. Die Abwägung habe viel Zeit beansprucht. "Sicherlich hätte man zwei Wochen schneller sein können, aber Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", meinte Breiter am Mittwoch.


Tags zuvor hatten Stadtspitze und Regio Bäder GmbH die lange erwartete Entscheidung getroffen: Das Strandbad wird für Freizeit und Sport öffnen, das Eugen-Keidel-Bad für gesundheitliche Zwecke und kurz vor den Sommerferien das Freibad St. Georgen zur Verstärkung. Das Angebot ist reduziert, um Hygienevorgaben und Mindestabstand einzuhalten.

Besucherzahl wird auf 30 bis 40 Prozent des Normalbetriebs beschränkt

Entscheidend waren Breiter zufolge außer den Corona-Vorgaben die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, welche die Krise finanziell treffe und die nicht wie gewohnt reisen könnten. "Wichtig sind auch die Kosten, die durch die Öffnung unter Corona-Bedingungen entstehen – die sind eine Nummer", so der Finanz- und Sportbürgermeister.



Nur eine begrenzte Zahl von Besuchern darf gleichzeitig ins Bad, etwa 30 bis 40 Prozent des Normalbetriebs. Beim Strandbad sind das rund 300 Gäste, sagte Magdalena Szablewska von der Freiburger Stadtbau GmbH, zu der die Regio Bäder gehören. Am bisherigen Spitzentag waren 12.000 Besucher im Strandbad. "Es wird sehr entspannt", meinte Bäder-Chef Oliver Heintz. Auf einer Bahn dürfen höchstens zehn Menschen schwimmen – aber nur in eine Richtung, zurück geht es auf der Bahn daneben, um Gegenverkehr zu verhindern.

400.000 Euro Mehrkosten fallen pro Monat durch die Öffnung an

Damit möglichst viele Bürger schwimmen gehen können, kann man für die Freibäder Zeitblöcke von maximal zwei Stunden buchen. Von morgens bis abends mit Kind und Picknick im Bad verweilen – das sei nicht möglich, sagte Breiter. Zwischen den Besuchsblöcken wird geputzt und desinfiziert. Für Vereine werden zwei Stunden frühmorgens und spätabends reserviert. In der Therme gibt es Vormittag- und Nachmittag-Schichten.

"Bäder sind wichtig. Wir nehmen das Geld in die Hand." Stefan Breiter, Finanzbürgermeister
"Aufgrund der hohen Auflagen und des hohen Personalbedarfs können wir nur die drei Bäder betreiben", sagte Magdalena Szablewska. Abstände müssen überwacht werden und nach jedem Toilettengang die Reinigung gewährleistet sein. Außer allen Mitarbeiter seien zusätzliche Sicherheitsleute und Reinigungskräfte im Einsatz. "Die Schließung wäre günstiger als die Öffnung", sagte er mit Blick auf die 400.000 Euro Mehrkosten im Monat. Unter wirtschaftlichen Aspekten müssten alle zubleiben, sagte der Finanzbürgermeister. Aber der Sportbürgermeister meinte: "Bäder sind wichtig. Wir nehmen das Geld in die Hand."

Freiburgs Hallenbäder bleiben zu

Geschlossen bleiben Lorettobad, Westbad, Haslacher Bad, Faulerbad und die kleinen Bäder in Hochdorf und Lehen. Breiter zufolge wurde intensiv geprüft, um möglichst viele Nutzer, verschiedene Nutzergruppen, Stadtgebiete und auch Revisionsarbeiten zu berücksichtigen. Der Stadtbau-Verbund hat schnell die Fakten benannt, dann wurde im Rathaus abgewogen – lange zum Beispiel über die Öffnung des Westbads. Doch ab 1. August steht bereits die Sanierung der Duschen an. Immer wieder habe es Prüfaufträge zu einzelnen Bädern gegeben, sagte Breiter. "Das kostet Zeit."

Die Konzepte wurden vorgelegt, die finale Abstimmung mit dem Gesundheitsamt folgt. Die Bäder sind startklar, brauchen aber noch zwei Wochen Zeit, für die endgültige Vorbereitung von Technik, Wasser und Corona-Extras. Für die Mindestabstände auf der Liegewiese werden zum Beispiel Muster ins Gras gemäht.

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