Politik

In der Mensa findet ein Infoabend zu den Chile-Protesten statt

Damian Correa

Am Mittwoch findet in der Mensa-Bar eine Informationsveranstaltung zu der derzeitigen politischen Situation in Chile statt. Eintritt ist ab 19 Uhr, auf Spendenbasis.

Worum geht’s?

Seit dem 18. Oktober 2019 gehen jede Woche Hunderttausende von Menschen auf die Straße, um gegen die Politik der letzten Jahrzehnte zu demonstrieren. Noch immer wird das Land nach der Verfassung von Diktator Augusto Pinochet regiert, der Chile von 1973 bis 1989 mit seinen konservativ-neoliberalen Reformen zu einem der ungleichsten Länder der Welt machte – strenges Abtreibungsrecht, horrende Studiengebühren, Gesundheits- und Rentensystem sind privatisiert. Nur wenige Menschen im angeblichen Musterland Südamerikas haben von diesen Entwicklungen profitiert. Nun ist "Chile aufgewacht", wie ein populärer Slogan der Demonstrierenden lautet, um für ein gerechteres politisches System und eine neue Verfassung zu kämpfen.

Was wird geboten?

Der Abend ist halb Informationsveranstaltung, halb Party. Zu Beginn wird es einen Input über die derzeitige Situation mit anschließender Diskussion geben. Ab 20.30 Uhr gibt es dann Musik vom Lateinamerikanischen Chor Freiburg, im Anschluss eine Latino-Überraschungsband. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Wohin gehen die Einnahmen?

Auf die meist friedlichen Demonstrationen reagiert der Staat mit zügelloser Gewalt. Mehr als 30 Menschen sind bereits gestorben. Die UN beklagt zahlreiche Menschenrechtsverletzungen von Seiten der Polizei und des Militärs. Die eingenommenen Spenden sollen an die Betroffenen der Gewalt gehen.

Und was geht mich das an?

Chile ist bei weitem kein Einzelfall. In ganz Lateinamerika lehnen sich die Menschen gegen die menschenfeindliche Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte auf, die meist durch von den USA unterstützten Diktatoren umstrukturiert wurde. Die Diskussion eröffnet auch die Möglichkeit über Alternativen zu der globalen Wirtschaftsweise nachzudenken, die für die großen Herausforderungen der Zukunft wie zum Beispiel den Klimawandel auf diese Weise nicht mehr tragfähig zu sein scheint.
Was: Chile: Wiege und Grab des Neoliberalismus?
Wann: Mittwoch, 5. Februar, 19 Uhr
Wo: Mensa Rempartstraße
Eintritt: Solibeitrag