Rundgang

In der Hilda5 gibt’s jetzt virtuelle Ausstellungen, in denen man Menschen trifft

Gina Kutkat

Die Hilda5 hat ein neues Zuhause: Der Freiburger Kulturraum des Kulturaggregats hat einen digitalen Raum geschaffen, in dem es Ausstellungen gibt und Menschen sich treffen können – per Videochat, versteht sich. fudder hat sich umgesehen.

Mal wieder in eine Ausstellung gehen, ein Bierchen trinken, Menschen treffen. Das wird in naher Zukunft wahrscheinlich nicht passieren. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Man kann das alles auch im virtuellen Raum machen. Die Idee hatte auch das Team des Freiburger Kulturraums "Hilda 5". "Weil die geplante Ausstellung von Layercake im Oktober aufgrund des Lockdowns geplatzt ist, sind wir kreativ geworden", sagt Darwin Zulkifli.


Die Leute sollen in der digitalen Hilda interagieren

Innerhalb einiger Wochen wurde auf Grundlage einer Open Source-Anwendung "Workadventure.re" die digitale Hilda 5 gebaut: "Wir nennen es Hilda v5.0", so Zulkifli. Er erzählt das alles bei einem etwas anderen Pressetermin, der per Videochat stattfindet. So sollen es auch die Besucherinnen und Besucher ab Samstag erfahren, wenn sie die digitalen Räumlichkeiten betreten. "Dass man sich begegnet und ein sozialer Raum geschaffen wird, war uns sehr wichtig."



Am Samstag startet die Aktion mit der Vernissage zur Ausstellung "Komplizen" von Layercake. Patrick Hartl und Christian Hundertmark gelten als Pioniere der Graffiti-Szene. Sie zeigen in der Hildav5.0 einen Querschnitt ihrer Arbeiten auf Leinwand. Alles, was man zur Teilnahme braucht: Einen Computer mit Mikro und Kamera. Nach der Anmeldung mit Vornamen sucht man sich ein Avatar aus, der einige Sekunden später über den originalen Grundriss der Hilda 5 läuft. 30 bis 40 Leute haben in der digitalen Hilda Platz – und sie können auch miteinander interagieren: Gelangt man mit seinem Avatar in den Aktionsradius einer anderen Person, öffnet sich der Videochat – und damit die Möglichkeit für eine Unterhaltung.
Layercake: Web & Instagram

"Wir treffen uns an der Bar", sagt Darwin Zulkifli und rennt mit seinem Avatar über den Bildschirm. Für Ungeübte gar nicht so leicht, ihm zu folgen. "Wenn man die Shift-Taste drückt, läuft man schneller", weiß der Experte. Große rote Kreuze weisen auf ein Ausstellungsbild hin. Bewegt man sich darauf zu, öffnet sich am Bildschirm ein neues Fenster mit einem Werk von Layercake. Zehn von 27 Exemplaren sind in der digitalen Ausstellung zu finden. Und wie in einer realen Ausstellung auch, hat der Betrachter Zeit, das Bild und die dazugehörigen Informationen unter die Lupe zu nehmen.

Im Anschluss lässt sich an der Bar ein virtueller Drink nehmen und mit dem ein oder anderen Besucher digital ins Gespräch zu kommen. "Beim Test am letzten Wochenende hatte ich danach einen Kater", sagt Darwin Zulkifli. Die digitale Hilda5 will das Team weiterdenken, eventuell sind Livestreams und andere Aktionen geplant. "Es lohnt sich, immer mal wieder vorbeizuschauen", sagt Darwin. Denn wenn die Hildav5.0 einmal auf ist, macht sie so schnell nicht wieder zu.
Was: Hildav5.0 mit der Vernissage von Layercake
Wann: Samstag, 30. Januar, 18 Uhr
Wo: in der digitalen Hilda 5, Preview, der richtige Link erscheint am Samstag auf der Website
Web: www.kultur-aggregat.de

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