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"In der Digitalisierung sehe ich eine riesige Chance"

fudder

Beim diesjährigen Freiburg Hackathon dreht sich alles um Kunst und Kultur. Kreative Köpfe entwickeln bei diversen Challenges neue digitale Tools für die Kulturszene. Der Freiburger Nachtmacher und Kreativschaffende Thorsten Leucht erzählt uns, welche Möglichkeiten er sieht.

Der Freiburger Thorsten Leucht erlebt und gestaltet seit 1986 als DJ und Kulturschaffender das Freiburger Nachtleben und die Subkultur der Stadt. Sein Nightlife-Magazin "subculture" begleitet seit über 20 Jahren Menschen in die Clubs, auf Konzerte und zu vielfältigen Kulturevents.

Thorsten, wie hoch siehst Du den Stellenwert von Kunst und Kultur für Freiburg?
Losgelöst vom regionalen Stellenwert, möchte ich meine Sichtweise mit einem Zitat von Norbert Lammert (Anm. d. Red.: ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages) verdeutlichen: "Kunst und Kultur sind nicht die sympathische Nische unserer Gesellschaft, sondern das Eigentliche, das sie zusammenhält."

Und welche Bedeutung hat Kunst und Kultur für Dich persönlich?
Kunst und Kultur – Musik inklusive – stellen für mich mit den privaten wie beruflichen Lebensmittelpunkt dar.

Virtuelle Veranstaltungen können nur bedingt Live-Events ersetzen, hier hat die Digitalisierung ihre Grenzen. Aber siehst Du dennoch Chancen für Kunst und Kultur durch Vernetzung und digitale Tools?
Ich sehe riesige Chancen. Die aktuelle Krise hat schon einiges beschleunigt und getriggert, was die Digitalisierung und hybride Performance von Kunst und Kultur anbelangt. Davon wird nach Corona sicher einiges ins Standard-Portfolio übernommen werden und daraus wird noch mehr wachsen, beziehungsweise neu entstehen.

Der diesjährige Hackathon 2021 konzentriert sich auf Kunst und Kultur. Es gibt bereits interessante Challenge-Vorschläge wie: Tools zur finanziellen Unterstützung, ein niederschwelliges Ticketingsystem für Kunst- und Kulturschaffende oder das Erreichen neuer Zielgruppen. Was meinst Du dazu?
Das Ticketingsystem für Kunst- und Kulturschaffende hat mich gleich angesprochen. Im Idealfall gekoppelt mit einem versiert betreuten, unabhängigen Veranstaltungskalender und einer wertschätzenden Verbindung zum Stadtmarketing – das könnte sicher etwas bewegen. Auch das Thema "Neue Zielgruppen" finde ich sehr wichtig. Da brennt doch die Kerze an beiden Enden!

Was wäre Deine Wunsch-Challenge für den Hackathon, welcher Bereich könnte eine digitale Verbesserung gut gebrauchen?
Thorsten Leucht: Ich wünsche mir eine App nach dem aktuellen Vorbild der französischen App "Pass Culture". Mit ihr erhalten Frankreichs Jugendliche 300 Euro vom Staat, die sie innerhalb von zwei Jahren in kulturelle Angebote investieren können. Vom Museumseintritt über den regionalen Bücherkauf bis hin zu Konzerttickets und Kinobesuchen. Diese App macht das regionale Kunst- und Kultur-Angebot sichtbar, animiert den Nachwuchs zur Nutzung und unterstützt die Kunst- und Kulturschaffenden. Zudem wäre diese App beliebig skalierbar.
Mehr zum Freiburg Hackathon findest du hier: https://hackathon-freiburg.de

Der Freiburg Hackathon 2021 ist dank der Unterstützung folgender Sponsoren möglich: Haufe Group, Jedox, Volksbank eG – die Gestalterbank, highQ und BZ medien