Kostenloses Angebot

Immer freitags kann im Familienzentrum St. Konrad getobt werden

Anja Bochtler

Hier gibt’s Klettern, Kuchen und Kinderspaß: Von Ende Oktober bis Ende März hat jeden Freitagnachmittag der "Winterspielsaal" im Familienzentrum St. Konrad am Rennweg geöffnet.

Freitags geht’s für Alisha (5) nach dem Kindergarten nicht nach Hause – sondern für zwei Stunden zum Weiterspielen direkt nach nebenan: Im Kellersaal des Familienzentrums der katholischen Gemeinde St. Konrad gibt’s einen "Winterspielsaal" mit vielen Holzgeräten zum Klettern, einem Mini-Trampolin und Platz zum Toben. Alisha und ihre Freundin Sophie (7) sitzen aber auch gern ganz ruhig da: Die beiden sind große Bastelfans.


Basteln, Klettern – und Kuchen

Eulen sind toll, findet Sophie – es sind ihre Lieblingstiere. Bei Alisha sind es Katzen. Diesmal basteln sie zwar keine Eulen, aber immerhin andere Vögel – außerdem Schmetterlinge. Auf dem Tisch ganz hinten im Saal liegen Kästen voller Scheren und Stifte, die Gemeinde-Mitarbeiterin Annette Woschek-Ham wickelt Draht um die Papierflügel von Schmetterlingen, die Sophie und Alisha ausgeschnitten und gefaltet haben, und ist für alle da, die Hilfe brauchen. Sophie und Alisha kommen jede Woche zu ihr zum Basteln. "Aber ich klettere auch oft", sagt Sophie – im Raum verteilt stehen unterschiedlichste Holzklettergeräte der Marke "Hengstenberg": Gerüste zum Hochsteigen, Stangen zum Herumhangeln, eine Rutsche, die auch als Rampe genutzt werden kann.

Die Geräte seien nach und nach seit der Eröffnung des Winterspielplatzes vor rund sechs Jahren angeschafft worden, erzählt die Erzieherin Simone Stadelmayer, die mit 60 Prozent stellvertretende Leiterin des Kindergartens St. Konrad ist und mit 40 Prozent beim Familienzentrum arbeitet. Die – auch räumlich – enge Verbindung zwischen den beiden Einrichtungen sei ideal, natürlich kämen viele so wie Alisha direkt nach dem Kindergarten zum Winterspielplatz. Alishas Mutter sitzt währenddessen bei den Tischen neben der Theke, wo die Erzieherin Andrea Böser Kuchen und Kaffee gegen Spenden verteilt. Unter anderem gibt’s Brezel, Marmor- und Käsekuchen. Das meiste kauft das Familienzentrum bei einer Bäckerei, aber auch Mütter bringen was mit – so wie diesmal eine Schüssel mit süßen türkischen Brötchen. Durch Alisha und ihre Mutter kamen Leonora (3) und ihre Mutter dazu, sie sind zum ersten Mal da.

Kostenlose Art, einen Nachmittag zu verbringen

Simone Stadelmayer kennt die meisten Gäste, viele kommen regelmäßig. Im Frühling und Sommer sind sie oft auf dem Spielplatz beim Familienzentrum, doch bei schlechterem Wetter fehlt den Kindern, von denen fast alle in kleinen Wohnungen leben, der Platz zum Toben. Da sollen Winterspielplätze Abhilfe schaffen – speziell für die Familien, die sich keinen Eintritt leisten können. Der Großteil der Mütter und Kinder wohne im Quartier, sagt Simone Stadelmayer, sehr viele haben einen Migrationshintergrund.

Da passt es gut, dass auch Silke Bauer einmal im Monat mit dabei ist. Sie ist Mitarbeiterin der von Stadtverwaltung und Volkshochschule getragenen Beratungsstelle "Wegweiser Bildung", die ihren Sitz in der Stadtbibliothek am Münsterplatz hat, deren Team aber auch in vier Stadtteilen unterwegs ist. Die Mutter eines sechsjährigen Jungen, der herumtobt, holt sich bei Silke Bauer Infos zum Beruf der Erzieherin: Die Frau kam vor 14 Jahren aus Marokko und will nach der Erziehungszeit eine Ausbildung machen.
Infos

Der "Winterspielsaal" im Familienzentrum St. Konrad, Emmendinger Straße 41, ist bis Ende März freitags von 14.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Kirchliche "Winterspielplätze" gibt es auch bei der Freien Evangelischen Gemeinde, Kronenmattenstraße 5 (bis März dienstags ab 15 Uhr), und bei den Baptisten, Stefan-Meier-Straße 145 (bis 20. Februar donnerstags ab 15 Uhr).

Eintritt immer frei, Aufsichtspflicht bei den Eltern.