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Im Podcast "Ohne Netz und sandigen Boden" geht es um Beachvolleyball

Marcia Hapig

Bis Vereinssport draußen wieder möglich ist, dauert es noch: Wer Sehnsucht nach dem Beachvolleyball-Feld hat, der kann mit dem Podcast "Ohne Netz und sandigen Boden" Abhilfe schaffen.

Nachdem die neue Corona-Verordnung diese Woche wieder den Kontakt und Sport im Freien beschränken, müssen sich vereinsunabhängige Teamsportler in Freiburg weiterhin gedulden. Die sinkenden Fallzahlen der letzten Wochen gaben gespannten Beachvolleyballern schon Grund zur Vorfreude, was den Abschnitt des Dreisamradweges zwischen der Freiburger Sportuni und Littenweiler zu einer riskant und gefährlich zu befahrenen Strecke verwandelte. Dort wartet die Sportstadt Freiburg innerhalb eines Radkilometers direkt mit 14 einwandfreien und top in Schuss gehaltenen Beachvolleyballfeldern auf, die nur darauf warten, endlich wieder bespielt zu werden. Erspähend, "ob da schon was geht", schauen Freiburgs Beacher auf dem Rad lieber durch Hecken und über Zäune, statt den Gegenverkehr zu beobachten. Nun heißt es jedoch wieder, Füße still halten und abwarten.

Ohne Netz und sandigen Boden

Für alle, die morgens mit den Gedanken im Sand aufwachen und abends mit ihnen einschlafen, denen sei bis zum tatsächlichen Spielstart (und darüber hinaus) der Volleyball-Podcast von Profi-Sportler Alexander Walkenhorst gemeinsam mit dem Beachvolleyball-Kommentator und Medien-Spezialist Dirk Funk ans Herz gelegt. Name: Ohne Netz und sandigen Boden.

Jeden Montagabend unterhält das selbstbewusste Duo mit Wortwitz, Spontanität und viel Emotion, zeitweise unterstützt durch geladene Gäste wie die deutsche Beachvolleyballerin Karla Borger, die mit ihrer derzeitigen Partnerin Julia Sude auf Ranglistenplatz 2 des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) steht oder auch durch ehemalige Teampartner und -kollegen, wie den Beach-Tour erprobten Daniel Wernitz. Über eine Episodenlänge von 75 Minuten berichten und diskutieren Walkenhorst und Funk authentisch und amüsant über Ereignisse und Neuigkeiten vom Sand und aus der Halle. Wobei objektive Berichterstattung eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Seit März 2019 lassen verheißungsvolle Episodentitel wie "Una cerveza por favor" oder "Mal ein bisschen Dampf ablassen – chu chu" im ersten Moment zwar nicht direkt auf einen Volleyball-Podcast, aber in jedem Fall auf gute Unterhaltung schließen.
Walkenhorst, der im Februar 2021 mit dem ehemaligen FT Freiburg-Spieler Sven Winter die German Beach Trophy und damit das erste offizielle Beachturnier des Jahres gewonnen hat, erzählt von seinen Erfahrungen als Leistungssportler genau so direkt, offenherzig und ehrlich, wie er auch seine Meinung vertritt.

Beach-Saison 2020 fällt nicht komplett ins Wasser

Als im März 2020 die deutsche Beach-Tour aufgrund der Corona-Pandemie offiziell abgesagt wird, ist er derjenige, der mit Herzblut und in Eigenregie ein neues Turnierformat auf die Beine stellt. Unterstützt wird Walkenhorst dabei von dem bereits erwähnten Daniel Wernitz und Constantin Adam. Der Deutsche Volleyball-Verband akzeptiert zwar die Idee, hilft jedoch nicht.
Das eigenständige Projekt trifft auf Begeisterung und erhält großen Zuspruch von Seiten der Profi-Spieler. Acht Wochen lang wird die selbst organisierte Beach-Liga über die Streaming-Plattform Twitch übertragen, und bietet Zuschauern und Fans durch einen Live-Chat zudem die Möglichkeit, nach den Partien direkte Fragen an die Spieler zu stellen und an Abstimmungen teilzunehmen. Eine interaktive Alternative zu normalerweise voll besetzten Zuschauerrängen.
Auch wenn Walkenhorst mit dieser Aktion beim DVV aneckt, sorgt er dennoch dafür, dass die Beach-Saison 2020 nicht komplett ins Wasser fällt. Ein Sommer ohne Beachvolleyball? Für ihn wie auch für viele seiner Kollegen unvorstellbar.

Statement setzen oder spielen

Mit ebenso viel Leidenschaft und Enthusiasmus werden in dem Podcast nicht nur Spielerportraits und Turnieranalysen vorgestellt und durchgeführt, sondern erhalten auch aktuelle Themen wie Regeländerungen beim Beachvolleyball ihre, wenn auch in diesem Fall, eher weniger begeisterte Aufmerksamkeit ("if it ain’t broke, don’t fix it?").

Interessante Einblicke geben die beiden Moderatoren auch bezüglich der Verantwortung dieser Sportart. Was tun, wenn man als Frauen-Team bei einem erstklassigen und perfekt durchorganisierten 4-Sterne-Beach-Turnier in Doha eingeladen wird, aber weder die ethischen, noch die moralischen Wertvorstellungen dieser Kultur mit den eigenen übereinstimmen? Wenn das Land nicht mal eine eigene Beachvolleyball-Frauenmannschaft besitzt, weil diese Sportart für das weibliche Geschlecht dort schlichtweg nicht existiert? Ein Statement setzen oder spielen?

Abschweifen und Unterhalten

Zwiespalt im Sport, zwischen Moral und Chancen. Finanzielle Abhängigkeit von Sponsoren, von großen Verbänden, von Werbetreibenden. Häufig schweifen die beiden in ihren Unterhaltungen und Diskussionen auch mal vom Thema ab. So kann es durchaus vorkommen, dass ein überfälliger Kfz-Termin die erste Viertelstunde des Gesprächs beherrscht, was dem Unterhaltungscharakter des Podcasts jedoch keinen Abbruch tut.

Die Begeisterung für den Sport, die Walkenhorst und Funk vereint, nimmt jeden Zuhörer direkt mit, egal ob Beachanfänger oder Experte. Der Podcast lohnt sich daher auch für all diejenigen, die bei Episodentiteln wie "Transferknaller! Lippmann und Schöps zurück in der Bundesliga!" nicht direkt die Fassung verlieren.
Info:

Zu hören unter der Homepage der-volleyball-podcast.podigee.io, bei audionativesoder auch bei Spotify.
Wer den beiden außerdem beim Reden zusehen möchte, der findet das Duo unter selbem Namen auch als Youtube-Kanal.

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  • "Einfach mal Luppen", Podcast von und mit Toni & Felix Kroos über Fußball, Familieneskapaden und eigene Erfahrungen
  • "Das Biathlon Doppelzimmer", Podcast von Erik Lesser und Arnd Peiffer mit interessanten Gästen und persönlichen Einblicken ins Sportlerleben
  • "Lauschangriff", sportartenübergreifender Podcast der beiden Sportkommentatoren Frank
    Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld über das aktuelle Sportgeschehen
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