Skateboarding

Im Freiburger Kinder- und Jugendzentrum Haus 197 entsteht eine Miniramp

David Pister

In den Herbstferien bauen skatebegeisterte Kinder und Jugendliche eine Miniramp in den Hof des Jugendzentrums in Littenweiler. Unterstützt und angeleitet werden sie bei diesem Bauvorhaben vom Verein Skateboarding Freiburg e.V.

Einen Meter hoch und 4,50 Meter breit – das sind die Dimensionen der Miniramp, die zurzeit von jugendlichen Skatern mit Hilfe des Skateboarding Vereins und des Haus 197 in Littenweiler gebaut wird.

Auf der Baustelle

Als der Betonmischer rückwärts in den Hof des Haus 197 einparkt, entsteht bei den Anwesenden geschäftiges Treiben. Die einzelnen Grüppchen lösen sich von ihren Gesprächen und strömen zu den Schubkarren. Etwa fünfzehn Jugendliche befinden sich auf dem Gelände – alle mehr oder weniger passend gekleidet, um mit Beton zu arbeiten.
Konstantin Klinger ist einer der wenigen erwachsenen Baustellenhelfern. Er arbeitet seit eineinhalb Jahren als pädagogische Fachkraft für das Kinder- und Jugendzentrum Haus 197. Der Bau der Miniramp ist sein erstes großes Projekt: Eine Miniramp ist eine Version der Halfpipe. Der Unterschied: Sie ist deutlich kleiner. Außerdem ist die Steigung gegen Ende nicht vertikal. Damit ist die Miniramp die ideale Rampe für Einsteiger, bietet aber auch für fortgeschrittene Skater großes Spaßpotenzial.



Skaten in Freiburg

Der 26-Jährige erzählt, dass das Jugendbüro im Herbst 2020 zusammen mit dem Skateboarding Verein Freiburg auf das Haus 197 zukam. Gesucht wurde ein Ort im Freiburger Osten, wo Jugendliche die Möglichkeit haben, zu skaten. Merlin Brauns ist im Vorstand des Skateboarding Vereins in Freiburg. Es gebe inzwischen einige Orte, an denen Skater auf ihre Kosten kommen. Allerdings befinden sich alle Skateparks und Rampen im Freiburger Westen: in Rieselfeld, im Dietenbachpark und am Moosweiher, wo vor kurzem die Halfpipe saniert wurde. "Die Initiative für die Miniramp kam von den Jugendlichen", sagt der 30-Jährige. "Die Fertigstellung des Dietenbachparks hat die Skate-Szene gepusht und vergrößert."

Ein Ferienprogramm der anderen Art

Seit Dienstag gibt es ein Herbstferienprogramm der besonderen Art im Hof des Haus 197. Die Jugendlichen Skateboardfans werden aktiv in den Prozess der Planung und Durchführung des Baus eingebunden. "Ich bin voll überrascht. Die Jugendlichen haben richtig Bock und sind alle am Start", sagt Konstantin Klinger. Auch Merlin Brauns ist begeistert. Er bringt das notwendige Know-How für den Bau der Beton-Rampe mit. "Ich bin kein Profi. Ein Grundverständnis ist da, den Rest eigne ich mir durch Lesen an", sagt Merlin Brauns.



Am Samstagsoll die Miniramp fertiggestellt sein. "Wir sind schon weiter als gedacht. So sehen auch alle aus." Der Blick des 30-Jährigen Blick schwenkt zu den Jugendlichen, die teilweise von oben bis unten mit Beton und Matsch bedeckt sind. "Die Jugendliche leisten super Arbeit. Der Gedanke, an etwas zu arbeiten, wo man später selbst skaten kann, ist für viele eine große Motivationsquelle." Der Skateverein agiere als eine Art Dolmetscher zwischen Jugendlichen und Institutionen, und teilt die Bedürfnisse und Wünsche der Skater mit.

Wer soll auf der Miniramp skaten?

"Als Jugendhaus ist das Angebot natürlich hauptsächlich an Jugendliche gerichtet, aber prinzipiell soll hier jeder skaten können", sagt der Sozialpädagoge Konstantin Klinger. Anfangs sollen sich die Öffnungszeiten noch an denen des Jugendhauses orientieren. In Zukunft könne er sich aber auch einen autonomen Eingang vorstellen. Natürlich müsse man wegen der Uhrzeit und Lautstärke auf die Bewohner ringsherum achten. Der 26-jährige Sozialpädagoge hat vor kurzem selbst angefangen zu skaten "Vielleich bin ich zu alt dafür. Ich hätte eher anfangen sollen, jetzt habe ich zu viel Angst, zu stürzen."

Von Skatern für Skater

Die Jugendinitiative "Skaten im Freiburger Osten" wurde von der Stadt und anderen Sponsoren finanziell unterstützt. Am letzten Samstag war symbolischer Spatenstich. Da schien noch die Sonne. Jetzt stehen die gelb gefärbten Blätter der Bäume und die bunten Mützen im starken Kontrast zum nieselig-grauen Wetter.

Die Jugendlichen lassen sich davon nicht beeinflussen. Aus den Boxen ertönt "We don’t need money to have a good time" von The Subways. Im Minutentakt werden die Schubkarren mit Beton gefüllt und zur Baustelle gehievt. Mit Eimern, Sandspielzeug und anderen Behältnissen wird der Beton anschließend in die Wände der entstehenden Miniramp geschüttet. Einige der jugendlichen Helfer kommen jeden Tag in dieser Woche, um am Bau der Miniramp zu helfen. Sie können es wohl kaum erwarten, endlich loszulegen.

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