Second Hand

Im Bermuda-Dreieck hat der Concept Store "3rd Home" eröffnet

Anna Castro Kösel

Phu Dorjee, Betreiber von Little Tibet Vintage und Second Culture Vintage, hat im Bermuda-Dreieck sein "3rd Home" eröffnet. Der Second-Hand-Laden befindet sich in den Räumlichkeiten der Barroq-Bar, die aufgrund der Pandemie gerade nicht betrieben wird.

Der Betreiber

Phu Dorjee ist 22 Jahre alt und seit vier Jahren in Deutschland. Davor hat er in Tibet gelebt. "Ich bin als Flüchtling hergekommen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben", erzählt der junge Unternehmer. Und Phu startete durch: Drei Secondhandläden betreibt er in Freiburg inzwischen. 2019 eröffnete er Little Tibet Secondhand Store in der Basler Straße, 2020 kam der Second Culture Vintage Store in der Schnewlinstraße dazu.

Vor drei Wochen eröffnete er den Concept Store 3rd Home in der Niemenstraße im Bermuda-Dreieck. "Ich wollte eigentlich Modedesign studieren, aber das ist in Deutschland etwas schwierig. Jetzt sind meine Secondhandläden alles für mich", sagt der Ladenbesitzer. Wie er das Kapital für die drei Ladeneröffnungen aufgetan hat? "Ich habe viel gearbeitet und gespart." Als Kellner habe er meist Abendschichten bis in die frühen Morgenstunden übernommen. Darüber hinaus habe er Flohmärkte organisiert.

Corona habe ihn nicht so hart getroffen, auch hier habe er einfach viel gespart. "Gott sei Dank haben wir viele Stammkunden", sagt Phu. Wichtig sei es ihm, regelmäßig zu spenden. Die Erlöse werden durch Verkauf von Stofftaschen generiert. "Ich habe Freunde in verschiedenen Ländern und frage sie dann, welche Projekte Hilfe brauchen. Während Corona haben wir an Schulen in Indien, Nepal und Tibet 6000 Masken geschickt".



Lage und Konzept

Dämmriges Licht, tiefhängende Lampen, der Tresen ist im Bartheken-Stil. Die Inneneinrichtung zeugt noch von der Bar "El Bolero", die jetzt "Barroq" heißt. An die Location kam Phu spontan durch ein Gespräch mit dem Betreiber des Restaurants "Erste Liebe" Abuzer Yurdakul, dem auch das "Barroq" gehört. Da sich die Bar wegen Corona zurzeit nicht rentiere, habe Phu vorgeschlagen in der Zeit, in der die Bar leer stehe, einen Concept Store zu eröffnen. Yurdakul habe zugestimmt und Phu finanziell unter die Arme gegriffen.

Nun ist der Concept Store 3rd Home in unmittelbarer Nähe zum Bermuda-Dreieck der einzige Kleiderladen. "Viele haben die hohen Mieten gescheut und sich nicht getraut hier zu eröffnen", vermutet Phu. "Ich glaube, ich bin der jüngste Unternehmer in der Straße", lacht er. Bisher laufe es "schon gut", aber der Standort in der Innenstadt sei "sehr anstrengend". "Eigentlich bin ich lieber in kleineren, stilleren Ecken", gesteht Phu. Warum er trotzdem da ist? "Wenn Corona wieder stärker wird, haben wir uns ein bisschen was dazu verdient. Außerdem wollte ich zeigen, dass auch mitten in der Innenstadt, im Bermuda-Dreieck, Secondhand-Shopping möglich ist und nicht nur bei H&M gekauft werden muss." Wie lange der Concept Store bleiben kann, weiß Phu noch nicht. Des hänge vor allem von Corona ab, ob das Lokal wiedereröffne oder im Winter der Einzelhandel wieder ganz schließen muss.

Die Kleidung

An die Kleidung komme Phu durch "gute Connections". Für Secondhand-Mode gebe es in Europa und Deutschland gute Händler. Manche Teile beziehe er sogar aus den USA. Der Verkauf verlaufe über Video-Call, die Händler halten die Kleidung in die Kamera, was ihm gefällt, wählt Phu dann für seine Shops aus. Oft käme die Ware dann per Schiff nach Deutschland. Warum er keine Kleidung von Privatpersonen aus der Region annehme, liege daran, dass er nicht gerne feilsche. "Ich kann nicht so hart sein und einen niedrigeren Preis verlangen, wenn jemand zum Beispiel für eine nicht so gut erhaltene Jacke 20 Euro haben möchte. Ich muss ja auch verkaufen und von meinem Geschäft leben können. Deswegen habe ich das gelassen".

3rd Home Freiburg

Niemensstraße 11
79098 Freiburg

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