Baustellenprogramm 2020

Hier drohen Staus: Das sind die größten Baustellen in Freiburg in diesem Jahr

Simone Höhl

Die größten Projekte, die heftigsten Behinderungen und eine baustellenfreie Zone: Das Freiburger Rathaus präsentiert das Baustellenprogramm. Die Innenstadt bleibt weitgehend verschont.

Bevor die Saison so richtig losgeht, gibt das Rathaus traditionell die größten Baustellen des Jahres in der Stadt bekannt – und diesmal gibt es sogar gute Nachrichten: Die städtischen Arbeiten für das neue SC-Stadion sollen alle abgeschlossen werden, und zur Feier des Stadtjubiläumsjahres bleibt die Innenstadt verschont vor großen Baustellen. Doch rund um das Zentrum gibt es davon etliche. Am meisten Lärm und Stau verursachen werden die Stadtbahn Waldkircher Straße und die Tullastraße.


SC-Stadion

"Wir haben vier bis fünf große Baustellen, die die Freiburger beeinträchtigen, belästigen oder beschäftigen werden", kündigte Frank Uekermann am Dienstag an. Der Leiter des Garten- und Tiefbauamtes hatte aber auch gute Nachrichten für alle Fans des Sportclubs und des staufreien Fahrens: Das Tiefbauamt wird Ende Juli oder Anfang August mit den Erschließungsarbeiten des neuen SC-Stadions fertig. Allerdings gibt es für den Anschluss Einspurigkeit auf der Granadaallee und auf der Madisonallee eine Sperrung der Spur stadtauswärts für den Bau der Stadtbahn zu Stadion und Messe. Die Verkehrs-AG will im Herbst fertig sein.

Verlegung Straßenbahn

Die Verlegung der Tramtrasse von der Komtur- in die Waldkircher Straße wird die heftigsten Auswirkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer haben. Das rund 17 Millionen Euro teure Projekt verschafft dem Güterbahngelände Stadtbahnanschluss. Demnächst soll es losgehen mit neuen Kanal und Leitungen. "Die Waldkircher Straße wird ab Mitte des Jahres nicht mehr als Durchgangsstraße zur Verfügung stehen", sagte Uekermann. Und: Nach der Sommerpause wird es eine Vollsperrung zwischen der Isfahanallee bei Kaufland und der Zähringer Straße geben. Zwar herrsche auf dem Straßenabschnitt sehr viel Verkehr, aber er sei so eng, dass es nicht anders möglich sei, so der Amtsleiter.

In einem Jahr soll dann der eigentlichen Gleis-und Straßenbau beginnen. Zum Großprojekt gehören auch Kanalarbeiten ab Juli in der Heiliggeist- und Friedhofstraße und der barrierefreie Umbau der Haltestelle am Friedhof. Auto- und Radfahrer müssen sich teils auf Einspurigkeit, möglicherweise auch Vollsperrungen einstellen. An der ganzen Achse bis zur Eschholzstraße soll in vier Bauabschnitten bis März 2023 gearbeitet werden.

Rad-Autobahn

Parallel dazu startet der Ausbau für Freiburgs dritte Rad-Vorrang-Route FR3. Sie soll Zähringen über den Stühlinger mit Vauban verbinden. Wenn in der Breisacher Straße Gas und Wasser verlegt sind, wird ab Mai die Radschnellroute in der Eschholzstraße von der Lehener an gebaut, im Jahr 2021 dann bis zur Kinderklinik, die Strecke weiter zum Friedhof und zur Waldkircher Straße soll 2022/23 folgen. Wenn der Gemeinderat auch den letzten Lückenschluss absegnet, wäre die FR3-Route komplett, sagte Uekermann. Ab Sommer bekommt die Günterstalstraße einen Radstreifen und mehr Barrierefreiheit.

Industriegebiet Nord

Als "sehr einschneidende Baustelle" bezeichnete Tiefbauamtsleiter Frank Uekermann die Arbeiten in der Tullastraße. Über die Verbindung im Industriegebiet Nord fließt viel Verkehr, an ihr liegen Autohäuser, McDonald’s, Burger King und FKK-Palast, zählte der Amtsleiter auf und erklärte: "Man kann alles erreichen, aber nicht durchfahren." Ab Juli sollen Kanalisation und Straße erneuert, Radwege gebaut und Trottoirs verbreitert werden.

Umfahrung für Radler

Knifflig wird es an der B 31. Für sie muss ein Havarieschutz gebaut werden, damit bei einem Unfall nicht Öl mit dem Regenwasser in die Dreisam fließen kann. Weil es so eng zugeht, müsste für die Bauarbeiten eigentlich den Sommer über wieder der Radschnellweg FR1 gesperrt werden, den die Baulaster nutzen müssen. Um eine Sperrung zu verhindern, richtet das Garten- und Tiefbauamt eine kleine Umfahrung für die Radler ein, so Uekermann. "Wenn sich der Radfahrer daran hält, können wir den FR1 aufrechterhalten." Sonst nicht. Die Baulastwagen bekommen eine Ampel, um vom Radweg auf die B 31 stadteinwärts einfahren zu können. Die Baustelle liegt zwischen Ochsenbrücke und Bahnbrücke.

Sperrung FR 2

Letztere wird die Deutsche Bahn auf der Westseite sanieren. Während das den FR1 nicht einschränkt, wird der Radweg FR2 für zwei bis drei Monate gesperrt – die Radler können auf der Ostseite der Brücke fahren. Das städtische Tiefbauamt wird noch das ganze Jahr über die Westrampe der Stadtbahnbrücke sanieren.

Baustellen der VAG

Apropos Stadtbahn: Die VAG hat auch noch diverse Baustellen im Programm. Sie muss in den Sommerferien die Gleise zwischen Runzmattenweg und Bugginger Straße erneuern, und baut dabei die Bahnsteige am Rohrgraben und an der Bugginger Straße barrierefrei um. Für die Fahrgäste wird es Änderungen sowie Unterbrechungen der Linie 3 geben – zum Beispiel wohl einen Schienenersatzverkehr zwischen Runzmattenweg und Munzinger Straße. Die Linie 1 soll vier Tage unterbrochen werden.

Als Nächstes stabilisiert die VAG nachts die Gleise an der Johanneskirche und der Kaiserbrücke (voraussichtlich am 16. und 17. März). Ebenfalls nachts, aber im Herbst, arbeitet sie in der Sundgauallee und an der Haltestelle Elsässer Straße.

Koordination

Kerstin Hornung koordiniert für die Stadtverwaltung die großen Baustellen im öffentlichen Raum, für die teils kurz vor dem Start noch kein genauer Termin vorliegt. Die kleineren Bauvorhaben, etwa in der Innenstadt, führte sie nicht eigens auf. Viele große Projekte betreffen Kanäle wie im Ebneter Baugebiet Hornbühl-Ost und an der Rola: Die Italiener sperren die Rollende Landstraße für Bauarbeiten, und die Stadt nutzt die Gelegenheit, um den Kanal zügig fertig bauen zu können.

Mehr zum Thema: