Innenstadt

Herrenloser Koffer führt zu Räumung der Freiburger Bahnhofareals

Joachim Röderer & Karl Heidegger

Ausnahmezustand an der Freiburger Bahnhofsachse: Wegen eines verdächtigen Gepäckstücks hat die Polizei das komplette Areal an der Bismarckallee gesperrt. Gegen 21 Uhr kam die Entwarnung.

Aktualisiert am Donnerstag um 21.57 Uhr

"Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung", sagte Polizeisprecher Martin Lamprecht um kurz nach 21 Uhr gegenüber der Badischen Zeitung. Mit weiteren Einzelheiten hielten sich die Behörden zunächst zurück. Klar war aber bereits zu diesem Zeitpunkt, dass es sich bei der eineinhalbstündigen Großsperrung um eine Vorsichtsmaßnahme handelte, nachdem am Busbahnhof ein herrenloser Koffer gefunden worden war.

Zug-, Tram- und Autoverkehr kommt zum Erliegen

Betroffen von der Sperrung waren von 19.20 Uhr an der Haupt- und Busbahnhof, aber auch die Bismarckallee und die Stadtbahnbrücke. Der gesamte Zugverkehr war für eine Stunde eingestellt, Autos mussten den Bereich umfahren, die wichtigsten Tramverbindungen waren unterbrochen. Hunderte Menschen harrten rund um den Hauptbahnhof aus. Während die Bahnhofshalle geöffnet war, wurde das angrenzende südliche Areal großräumig abgesperrt – von Beamten der Polizei und der Bundespolizei, teils auch mit Flatterbändchen. Im Fokus der Vorsichtsmaßnahme standen also insbesondere der zentrale Busbahnhof und die Stadtbahnbrücke.

Um 21.51 Uhr bestätigte das Freiburger Polizeipräsidium in einer Pressemitteilung, dass der Einsatz durch einen verdächtigen Gegenstand ausgelöst worden war, der von Experten untersucht werden musste. Dabei handelte es sich um einen herrenlosen Koffer am Busbahnhof, der sich letztlich als harmloses Gepäckstück erwies: "Bei der Öffnung des Koffers konnten schließlich keine gefährlichen Gegenstände festgestellt werden", heißt es in der Mitteilung.

Anonymer Drohanruf am Vormittag in Offenburg

Am Donnerstagvormittag hatte ein ähnlich gelagerter Polizeieinsatz in Offenburg für Aufregung gesorgt, der von einem anonymen Drohanruf ausgelöst worden war: Eine männliche Stimme hatte gegen 10 Uhr über Notruf mitgeteilt, dass in Offenburg "bald etwas geschehen" würde. Starke Kräfte der Bundespolizei sowie des Polizeireviers Offenburg überprüften umgehend das Umfeld des Bahnhofs nach verdächtigen Personen oder Gegenständen; das Stadtgebiet wurde mit mehreren zusätzlichen Streifenwagen überwacht. Hinweise auf eine reale Gefahr ergaben sich dabei nicht.