Geschlossen

Herbolzheimer Club Atlantis plant für die Zeit nach Corona

Theresa Steudel

Seit bald einem Jahr sind Clubs geschlossen. Unklar ist, wann sie wieder öffnen. Der Betreiber des Atlantis in Herbolzheim blickt trotzdem nach vorne und plant die Eröffnung nach der Corona-Pandemie.

Seit bald einem Jahr ist das Atlantis in Herbolzheim inzwischen geschlossen. Im Sommer öffnete die Diskothek für ein paar Wochen als Bar, gab diesen Betreib aber schnell wieder auf – kostendeckend war er nicht. "Wir machen das, um Lebenszeichen zu setzen. Sonst gerät man in Vergessenheit", sagte Betriebsleiter Jens Kollmer im Juli in einem Interview mit der BZ.

Auch weiterhin bleibt unklar, wann Diskotheken in Deutschland wieder öffnen werden können. Auf BZ-Nachfrage betont Jens Kollmer, dass das Atlantis definitiv wieder öffne, sobald die Lage "das unter sinnvollen Bedingungen wieder zulässt", "mit frischem Wind und geänderter Außenwirkung". Die Planung und Organisation laufe diesbezüglich schon. Ein reiner Barbetrieb im Sommer sei allerdings nicht wieder geplant.

Wie sich die Kulturszene entwickeln wird, bleibt abzuwarten, sagt Kollmer, der die freigebliebene Zeit nutzte, um sein Elternhaus zu renovieren. Das Atlantis, das der Inhaberfamilie Paschold gehört, sei nicht seine Haupteinnahmequelle, vom Einkommen durch die Tätigkeit sei er deshalb nicht abhängig.

Pachtvertrag für das Overnight schon im Juli gekündigt

Anders sieht es aus bei Urban Rösch. Er war bis vor Kurzem Pächter der Overnight-Disko in Waldkirch, bis 2018 als Outback bekannt. Rösch hat Ende 2020 aufgegeben und seinen Pachtvertrag gekündigt. Die Kosten seien immens gewesen. Im Frühjahr bekam er noch Soforthilfen der Bundesregierung – aber auch diese seien nur "ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen", sagt Rösch. Die laufenden Kosten seien nicht ansatzweise gedeckt worden.

Die Entscheidung zu schließen, fällte Rösch deshalb schon im Juli, als er eine Vollzeitstelle annahm. Seitdem verkauft der gelernte Veranstaltungstechniker Reisemobile. "Das ist natürlich schade, aber was will man machen. Mit den aktuellen Bedingungen ist keine Möglichkeit gegeben. Eine Disko öffnen, um Bier zu trinken, macht wenig Sinn", sagt er.

Das Overnight war die erste Disko, die er übernahm, davor hatte er als Teamleiter, DJ und Techniker im Outback gearbeitet. Ob er irgendwann wieder in der Branche tätig werden möchte, wisse er noch nicht. Klar ist auf jeden Fall: Dieses Jahr sieht er keine Zukunft mehr für den Overnight-Club – und auch darüber hinaus ist nicht klar, was aus dem Standort wird.