Routen-Empfehlungen

Heimaturlaub: Fünf Spaziergänge für den Freiburger Feierabend

Maria-Xenia Hardt

Es muss nicht gleich ein Marathon sein: Nichts ist bekömmlicher für Körper und Geist als ein gediegener Spaziergang! Wir stellen euch fünf Routen vor, die euch nach Feierabend oder auch an einem Wochenendnachmittag ins Grüne bringen.

Sundowner für jeden Tag: Burghaldenring

Wenn man gerade noch in der Innenstadt war, zwischen wuseligen Menschenströmen, hektischen Fahrradfahrern und fotografierwütigen Touristen, und dann plötzlich im Wald steht, der Verkehrsgeräusche schluckt, wo der Boden weich ist und außer Joggern und anderen Spaziergängern nur Vögel unterwegs sind, dann ist das jedes Mal wieder ein kleines Wunder. Rund um den Schlossberg führt der Burghaldenring am Restaurant Dattler vorbei, zwischen Bäumen entlang, bis auf der anderen Seite der Wald den Blick freigibt auf den westlichen Teil Freiburgs entlang der Dreisam. Der Kanonenplatz lockt mit spektakulären Sonnenuntergängen, und der Kastaniengarten einige Meter weiter unten mit einem kühlen Sundowner.


Ausgangspunkt/Endpunkt: Stadtgarten / Kastaniengarten
Dauer: Etwa eine Stunde für die Runde
Anstrengung: Klar, es geht etwas bergauf, aber wenn man die Runde gemütlich angeht, ist sie nicht allzu anstrengend.

Für Tierfreunde: Von Haslach zum Mundenhof

Die meisten denken bei Haslach und Weingarten an dicht (und nicht grade schön) bebaute Flächen, Betonwüste, Freiburger "Ghetto". Dabei führt, in unmittelbarer Nähe zur Haltestelle Dorfbrunnen startend, ein schöner Fußweg unter Bäumen am Dorfbach entlang zum Dietenbachsee. Hinter der Fußbrücke über die Besançonallee geht es an Feldern vorbei zum Mundenhof, und dort warten schon große und kleine tierische Freunde auf einen Besuch. Bekanntermaßen trägt Ziegenstreicheln wesentlich zur Entspannung bei, und mit einem Hofeis in der Hand geht dann auch die Strecke zurück wie im Fluge vorbei.


Ausgangspunkt/Endpunkt: Straßenbahnhaltestelle Dorfbrunnen
Dauer: Einfache Strecke etwa eine Stunde
Anstrengung: Alles flach, alles easy.

Heimaturlaub
Mit der Serie Heimaturlaub wollen wir euch in diesem merkwürdigen Corona-Sommer, an dem Reisen nur eingeschränkt möglich sind, Alternativen in der Region aufzeigen. Auch ein Schwimmbadbesuch oder eine Wanderung im Schwarzwald, kann sich wie Urlaub anfühlen.

fudder-Serie: Heimaturlaub

Mit Freunden: Ab nach St. Ottilien

Warum das Feierabendbier oder ein Abendessen mit Freunden nicht einmal mit einem Spaziergang nach St. Ottilien verbinden? Sieht man vom recht steilen Anstieg bis zum Kanonenplatz einmal ab, ist der sanft anteigende Weg auch für Freundesgruppen oder Familien mit variabler Sportlichkeit geeignet. Immer wieder kann man schöne Aussichten genießen – und am Wegesrand steht auch die eine oder andere Bank. Bei der ersten Begehung sieht noch jede Kurve irgendwie gleich aus, aber mit der Zeit werden einem die besonderen Eigenheiten jeder Biegung vertraut und mit jeder steigt die Vorfreude darauf, bald den höchsten Punkt erreicht zu haben, von dem es dann noch wenige hundert Meter bergab zum Restaurant St. Ottilien geht.


Ausgangspunkt/Endpunkt: Schwabentor
Dauer: Einfache Strecke eine gute Stunde
Anstrengung: Je nach Fitnesslevel leicht bis mittel, aber für alle gut zu schaffen.

Hoch hinaus: Schönberg

Am Schönberg hat man sich schnell mal verlaufen. Sobald man die Aussicht über Vauban oberhalb des Jesuitenschlosses hinter sich gelassen hat und in den Wald abgebogen ist, sehen irgendwie alle Wege gleich aus, und nicht an jeder Kreuzung steht ein Schild. Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt schon zweimal genau dieselbe Route genommen habe. So wird jeder Spaziergang am Schönberg wieder eine neue Entdeckungsreise. Im Zweifelsfall einfach immer bergaufwärts weiterlaufen, früher oder später erreicht man immer den Gipfel und wird mit einer noch viel besseren Aussicht belohnt. Mit etwas Glück ist noch Platz auf der herrlichen, riesigen Holzbank frei.
Ausgangspunkt/Endpunkt: Jesuitenschloss
Route: komoot.de
Dauer: Etwa 2 Stunden für die Runde
Anstrengung: Hier geht es schon ordentlich den Berg hoch und über Stock und Stein. Die weite Sicht entlohnt für die Mühen!

Off the beaten track: Weißes Kreuz

Das Weiße Kreuz ist so eine Seltsamkeit, auf die ich einmal – recht plötzlich – beim Laufen gestoßen bin. Mitten im Wald oberhalb von Zähringen ragt das Steinkreuz (ein Mahnmal für die Toten des Ersten Weltkriegs) in den Himmel. Vom Bahnhof Zähringen ist das Kreuz über einen schönen und nur gering frequentierten Waldweg zu erreichen. Wer auf der Route hinter dem Weißen Kreuz noch Energie und Zeit übrig hat, kann noch einen lohnenswerten Abstecher zur Wiese oberhalb der Eichhalde machen, von wo man einen wunderbaren Blick über Herden bis zum Münster hat.
Ausgangspunkt/Endpunkt: Bahnhof Zähringen
Route: komoot.de
Dauer: Etwa eineinhalb Stunden für die Runde
Anstrengung: Die 200 Höhenmeter zum Weißen Kreuz erfordern schon ein gewisses Level an Fitness, oder eben gutes Durchhaltevermögen auf dem Weg zu selbigem.

Mehr zum Thema: