fudder-Serie

Heimaturlaub: An diesen Baggerseen im Freiburger Umland kannst Du schwimmen

Maria-Xenia Hardt

Nicht nur Freiburg hat an Baggerseen einiges zu bieten, auch im Umland gibt es echte Heimaturlaub-Perlen, zu denen sich ein Tagesausflug immer lohnt. Also: Picknick einpacken und los geht’s!

Mittelmeer-Feeling: Niederrimsinger

Das Wasser ist türkisblau wie am Mittelmeer und die Stadt weit weg. Sandstrand gibt es zwar nicht, aber ansonsten kann der Niederrimsinger Baggersee alles bieten, was das Naherholer-Herz höherschlagen lässt. Das Publikum am See ist gemischt und insgesamt herrscht friedliches Miteinander. Studierende haben Hängematten zwischen Bäume gespannt, Eltern halten ihre quietschenden Kinder ins Wasser, über Jahrzehnte gegerbte Rentner liegen in der Sonne, ein paar Jugendliche haben ein Zelt, Bier und Gras dabei – die Stimmung ist gut, keiner stört sich allzu sehr am anderen – Grüße gehen an dieser Stelle raus an die Jungs, die im Schweiße ihres Angesichts unseren riesigen Melonen-Schwimmring aufgepumpt haben. Schatten- und Sonnenplätze, Bäume, die bis ins Wasser ragen und perfekte Wassertemperatur im türkisfarbenen See machen den Samstag zum Urlaub – nur das UFO-artige Kieswerk am Ufer gegenüber mahnt zur Vorsicht, denn im See ist das Baden offiziell verboten, weil dort Sand und Kies abgebaut wird und es an den Rändern daher zu Erdrutschen kommen kann. Vorsicht also!

Lage & Anreise: Für Sportliche ist der See mit dem Rad zu erreichen, dafür muss man allerdings um oder über den Tuniberg. Ansonsten muss man auf’s Auto ausweichen, ausreichend Parkplätze in Laufnähe sind vorhanden.

Kiosk & Co.: Weil das Baden im Niederrimsinger See offiziell nicht erlaubt ist, gibt es auch keine Infrastruktur. Also: Picknick selber mitbringen!

FKK-Faktor: Mittel bis hoch.

Heimaturlaub

Mit der Serie Heimaturlaub wollen wir euch in diesem merkwürdigen Corona-Sommer, an dem Reisen nur eingeschränkt möglich sind, Alternativen in der Region aufzeigen. Auch ein Schwimmbadbesuch oder eine Wanderung im Schwarzwald, kann sich wie Urlaub anfühlen.



Hoch Hinaus: Windgfällweiher

Wenn es im Hochsommer in Freiburg so richtig, richtig heiß ist, dann gibt es nichts Erfrischenderes als hoch in den Schwarzwald zu fahren, wo die Luft und das Wasser deutlich angenehmere Temperaturen haben. Zwischen Titisee und Schluchsee lockt das Strandbad Windgfällweiher: der Stausee ist sauber, von Natur aus schwarz und kühl, und das Freibad mutet an wie eines aus der eigenen Kindheit, mit seinen hölzernen Umkleiden, den Langnese-Sonnenschirmen über Bierbänken und dem Kiosk, das nicht nur Kaffee, Eis und kleinere Speisen (Pizzazungen und Landjäger mit Senf und Brot etwa) verkauft, sondern auch Nostalgie-behaftete gemischte Tüten mit Colakrachern und sauren Zungen für den Schnäppchenpreis von einem Euro. Etwas teurer ist die Anmiete eines SUPs (Stand Up Paddling) (18 Euro pro Stunde, 30 Euro für 2 Stunden), was aber eine beträchtliche Zahl von Besuchern nicht davon abhält, auf den Brettern vor Schwarzwaldkulisse über den See zu schippern. Der Partyfaktor ist hier praktisch nicht existent, die Stimmung ist irgendwo zwischen entspannt und ausgelassen – einfach extrem angenehm und erholsam.

Lage & Anreise: Mit dem Auto braucht man eine knappe Stunde von Freiburg, die Parkplatz-Situation kann am Wochenende schwierig sein. Alternativ kommt man mit der Bahn Richtung Seebrugg bis nach Altglashütten und muss von dort noch rund 1,5 km zum See laufen – mit der Aussicht auf ein kühles Bad definitiv machbar.

Kiosk & Co.: Das Strandbad Windgefällweiher ist von 10-19 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet zwischen 1,50 und 2,50. Das Kiosk ist hervorragend ausgestattet, Umkleiden gibt es auch.

FKK-Faktor: Im Strandbad nicht vorhanden.



Natur Pur: Vörstetter See

Der Vörstetter See, darauf weisen Schilder im Wald hin, ist offiziell kein Badesee. Am besten nur an der Nord- und Ostseite aufhalten, weil der Rest des Ufers zum Naturschutzgebiet gehört. Zudem vermutet der Angelsportverein Vörstetten, dass dort das Gewässer schon belastet ist, wegen des erhöhten Badeaufkommens. Schwimmer werden – sofern sie auf Luftmatratzen und ähnliches verzichten – aber geduldet. Um die umliegende Natur zu schützen, wird um ruhiges Verhalten gebeten und entsprechend entspannt geht es hier zu. Die Zahl der Badegäste ist überschaubar, mit lauter Musik wird man hier ebenso wenig belästigt wie mit ausufernden Grillparties. Nur von der Schnellstraße dringt das Vorbeirauschen der Autos durch den Wald. Das Wasser ist sauber und der See hat eine ziemlich perfekte Größe, um fast so etwas wie Bahnen zu schwimmen. Der Vörstetter See ist so klein, dass er auf der Karte kaum auffällt – wer dorthin geht, hat von jemandem davon gehört, wie still und entspannend es dort ist, und ist selbst bedacht sich an dieses naturverbundene Erlebnis anzupassen.

Lage & Anreise: Da es keine Parkplätze gibt und die nächste Bushaltestelle doch ein Stück weg in Vörstetten ist, macht die Anreise mit dem Rad am meisten Sinn.

Kiosk & Co.: Fehlanzeige. Hier gibt’s nur Gras, Wasser, Wald und Wolken.


FKK-Faktor: Hoch. Nicht nur die Umgebung ist betont naturnah, auch viele Badegäste sind nackt unterwegs. An einigen Stellen bieten ins hohe Gras gemähte Liege-Ecken dafür zusätzliche Privatsphäre.

Mehr zum Thema: